Ofeq

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Ofeq 1)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Start von Ofeq 7

Ofeq (hebräisch אופק für Horizont) ist die Bezeichnung einer israelischen Serie von Aufklärungssatelliten, die 1988 begonnen wurde.

Alle Satelliten, bis auf Ofeq 8, wurden mit Shavit-Raketen vom Raketenstartplatz Palmachim aus in retrograde Umlaufbahnen gestartet. Diese erfordern einen um ca. 11 % höheren Antriebsimpuls und erfordern mindestens rund 30 % mehr Treibstoff. Diese Aufstiegsbahnen bieten allerdings den Vorteil, dass ausgebrannte Raketenstufen nur in das Mittelmeer und nicht auf das Territorium östlich gelegener benachbarter und meist feindliche gesinnter Staaten fallen und dort evtl. in bewohnten Gebieten niedergehen könnten. Alle bisherigen Flugbahnen befinden sich im LEO und haben daher Umlaufzeiten von ca. 90 Minuten.

Der Start von Ofeq 1 machte Israel zur achten Nation, die eigene Satelliten mit einem eigenen Transportsystem in den Orbit bringen können.[1] Die Satelliten werden im Auftrage des israelisches Verteidigungsministerium von Israel Aerospace Industries (IAI), die optischen Bestandteile von Elbit Systems für die Israel Space Agency hergestellt.

Ab Ofeq 3 dienten alle Satelliten der militärischen Aufklärung. Die gewonnenen Daten werden von der Nachrichtendienstlichen Einheit des israelischen Militärgeheimdienstes Aman ausgewertet.

Satelliten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ofeq 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ofeq 1 wurde am 19. September 1988 gestartet und besaß ein Gewicht von 155 Kilogramm. Er umkreiste die Erde auf einer Umlaufbahn mit einem Perigäum von 249 Kilometern und einem Apogäum von 1149 Kilometern auf einer um 142,9 Grad geneigten Bahn. Er führte hauptsächlich Tests seiner Solarzellen und der Funkübertragung durch. Er verglühte planmäßig beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre am 14. Januar 1989 und hat die COSPAR-Bezeichnung 1988-087A.[1]

Ofeq 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der am 3. April 1990 gestartete Ofeq 2 umkreiste die Erde auf einer um 143,2 Grad geneigten Bahn mit einem Perigäum von 149 Kilometern und einem Apogäum von 251 Kilometern. Ofeq 2 führte Kommunikationstests durch. Er verglühte beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre am 9. Juli 1990 und hat die COSPAR-Bezeichnung 1990-027A.[1]

Ofeq X[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein weiterer Satellit der Ofeq-Serie, der am 15. September 1994 gestartet wurde, dürfte ein Fehlschlag gewesen sein.

Ofeq 3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ofeq 3

Der Aufklärungssatelliten Ofeq 3 wurde am 5. April 1995 mit der neuen Raketenversion Shavit-1 gestartet. Es wog 225 kg und hatte ein Perigäum von 369 km und war der erste operative israelischen Satellit zur militärischen Aufklärung mittels Fotografie. Er hat die COSPAR-Bezeichnung 1995-018A.[2] Am 25. Oktober 2000 trat der Satellit wieder in die Erdatmosphäre ein.[3]

Ofeq 4[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ofeq 4, ein weiterer Aufklärungssatelliten wurde am 22. Januar 1998 gestartet, gelangte jedoch nicht auf seine Erdumlaufbahn und ging verloren. Er hat die COSPAR-Bezeichnung 1998-F01.[2]

Ofeq 5[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 28. Mai 2002 startete der Aufklärungssatelliten Ofeq 5. Der 300 Kilogramm schwere Satellit umrundet die Erde auf einer um 143,5 Grad geneigten Bahn mit einem Perigäum von 262 Kilometern und einem Apogäum von 774 Kilometern. Im Laufe seiner Mission wurde sein Perigäum auf 369 km angehoben und sein Apogäum auf 771 Kilometer abgesenkt um seine Lebensdauer zu verlängern. Ofeq 5 – 7 und 9 bilden die zweite, verbesserte Generation israelischer Aufklärungssatelliten. Ofeq 5 hat die COSPAR-Bezeichnung 2002-025A.[4]

Ofeq 6[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 6. September 2004 schlug der Start des Aufklärungssatelliten Ofeq 6 fehl. Die dritte Stufe trennten sich nicht von der zweiten Stufe der Trägerrakete, die mit der Nutzlast ins Meer stürzte. Er hat die COSPAR-Bezeichnung 2004-F01.[4]

Ofeq 7[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ofeq 7 wurde am 10. Juni 2007 erstmals mit einer Shavit-2-Rakete von Palmachim aus gestartet. Er wiegt 300 kg und soll aus seiner 300 bis 600 Kilometern hohen Erdumlaufbahn Bilder mit einer Auflösung von 0,7 m von der Erde machen. Ofek-7 soll den am 28. Mai 2002 gestarteten Satelliten Ofek-5 ersetzen. Er hat die COSPAR-Bezeichnung 2007-025A.[4]

Ofeq 8[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Radaraufklärungssatelliten TechSAR, auch als Ofeq 8 bezeichnet wurde am 21. Januar 2008 vom Satish Dhawan Space Centre auf Sriharikota, Indien aus mit einer indischen PSLV-Trägerrakete in seine Umlaufbahn gebracht. Ofeq 8 trägt die COSPAR-Bezeichnung 2008-002A.[5]

Ofeq 9[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ofeq 9 wurde am 22. Juni 2010 gestartet.[6] Das Perigäum der Umlaufbahn beträgt etwa 320 Kilometer und das Apogäum 580 Kilometer bei einer Bahnneigung von 141,8°. Der 300 kg schwere und 2,1 m hohe Satellit soll optische Aufklärung im Bereich zwischen 40° Nord und 40° Süd betreiben und liefert aus 500 km Höhe Bilder mit einer Auflösung von mindestens 70 cm.[7] Er ergänzt die noch aktiven Ofeq 5, Ofeq 7 und TechSAR. Ofeq 9 hat die COSPAR-Bezeichnung 2010-031A.[4]

Ofeq 10[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ofeq 10, auch als TechSAR 2 bezeichnet startete am 9. April 2014[8] und ist 400 kg schwer und ist eine verbesserte Variante von Ofek-8. Es wurde wie bei Ofeq 8 ein Synthetic Aperture Radar verwendet. Ofeq 10 hat die COSPAR-Bezeichnung 2014-019A.[5]

Ofeq 11[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ofeq 11 startete am 13. September 2016. Der Satellit erreichte zwar seine Umlaufbahn, arbeitete dort aber zunächst nicht wie erwartet.[9] Die nicht näher genannten Probleme konnten aber offenbar nach ein paar Tagen gelöst werden. Mit Ofeq 11 startete eine neue, die vierte Generation israelischer Aufklärungssatelliten. Ofeq 11 hat die COSPAR-Bezeichnung 2016-056A.[10]

Ofeq 16[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ofeq 16 startete am 6. Juli 2020 um 4:00 Uhr morgens Ortszeit mit einer Shavit-Rakete. Der Satellit erreichte planmäßig seine Umlaufbahn und begann mit der Datenübertragung.[11] Seine COSPAR-Bezeichnung ist 2020-044A.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Gunter Krebs: Ofeq 1, 2 (Oz 1, 2). In: Gunter's Space Page. 3. April 2019, abgerufen am 7. Juli 2020 (englisch).
  2. a b Gunter Krebs: Ofeq 3, 4. In: Gunter's Space Page. 21. Juli 2019, abgerufen am 7. Juli 2020 (englisch).
  3. Ofeq 3 auf N2YO.com
  4. a b c d Gunter Krebs: Ofeq 5, 6, 7, 9. In: Gunter's Space Page. 21. Juli 2019, abgerufen am 7. Juli 2020 (englisch).
  5. a b Gunter Krebs: Ofeq 8, 10 (TECSAR 1, 2 / TechSAR 1, 2). In: Gunter's Space Page. 3. April 2019, abgerufen am 7. Juli 2020 (englisch).
  6. New Israeli spy satellite blasts off into the night. spaceflightnow.com, abgerufen am 23. Juni 2010.
  7. FliegerRevue August 2010, S. 9, Israel startet Aufklärungssatelliten
  8. Thomas Weyrauch: Israel startete Radarsatelliten Ofeq 10. raumfahrer.net, 10. April 2014, abgerufen am 11. April 2014.
  9. Judith Abramson: Senior level Israeli defense official: “Things are not working as we expected”. Jerusalem Online, 13. September 2016, abgerufen am 14. September 2016 (englisch).
  10. a b Gunter Krebs: Ofeq 11. In: Gunter's Space Page. 6. Juli 2020, abgerufen am 7. Juli 2020 (englisch).
  11. IsraelDefense, englisch, abgerufen am 6. Juli 2020

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]