Offenbarungsreligion

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Unter Offenbarungsreligion versteht man eine Religion, die sich in ihrem Selbstverständnis darauf beruft, von Gott eine (meist auch schriftlich festgehaltene) Offenbarung erhalten zu haben. Dies sind vor allem die monotheistischen Religionen: das Judentum, das Christentum, der Islam und das Bahaitum mit ihren jeweiligen heiligen Schriften: hebräische Bibel, christliche Bibel, islamischer Koran und die heiligen Schriften der Bahai.

Die Empfänger der heiligen Schriften werden als Propheten bezeichnet. Sie empfingen göttliche Offenbarungen, z. B. Mose, der von Angesicht zu Angesicht mit Gott sprach:

Der HERR aber redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freunde redet. (2. Mose 33,11 LUT)

Auch die späteren Propheten wie z. B. Jeremia wurden von Gott erwählt:

Und des HERRN Wort geschah zu mir: Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker. (Jeremia 1,5 LUT)

Apostel Paulus, der einen wesentlichen Teil des Neuen Testaments schrieb, schrieb über den Ursprung seines Evangeliums, dass er es als Offenbarung empfangen hat:

Denn ich tue euch kund, liebe Brüder, daß das Evangelium, das von mir gepredigt ist, nicht von menschlicher Art ist. Denn ich habe es nicht von einem Menschen empfangen oder gelernt, sondern durch eine Offenbarung Jesu Christi. (Galater 1,12 LUT)

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Max Seckler: Was heisst Offenbarungsreligion? In: Jan Rohls, Gunther Wenz (Hrsg.): Vernunft des Glaubens. Wissenschaftliche Theologie und kirchliche Lehre. Festschrift zum 60. Geburtstag von Wolfhart Pannenberg. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1988, ISBN 3-525-58152-1, S. 157–175.