Jeremia

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Nevi’im (Propheten) des Tanach
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des Alten Testaments
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Namen nach dem ÖVBE
Kursiv: Katholischer Deuterokanon
Jeremia (Michelangelo, Sixtinische Kapelle)

Jeremia (hebräisch יִרְמְיָהוּ Yirməyāhū, Jirmejahu oder hebräisch יִרְמְיָה Yirməyā(h), Jirmeja; dt. „Gott erhöht“ oder „JHWH gründet“) ist neben Jesaja und Ezechiel einer der drei großen Schriftpropheten des Tanach und der Bibel. Im Kanon des Alten Testaments steht sein Buch Jeremia vor Ezechiel an zweiter Stelle der Prophetenbücher. Im Kanon des Tanach gehört es zu den hinteren der Nevi’im. Seit dem Mittelalter wird das Buch in 52 Kapitel unterteilt. Traditionell gilt Jeremia auch als Verfasser der Klagelieder Jeremias.[1]

Historische Zuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut den Angaben zu Beginn des Jeremiabuches wurde der Prophet von Gott im 13. Regierungsjahr eines Königs Joschija (siehe Jer 1,2 EU) berufen, was etwa dem Jahr 626 oder 627 v. Chr. entspricht. Die Datierung ist von den verwendeten Modellen abhängig.[2] Es wird über sein Wirken zur Zeit der Könige Joschija, Joahas, Jojakim, Jojachin und Zedekia in Jerusalem berichtet, was vermutlich bis 585 v. Chr. dauerte. Er predigte dem Volk Israel Bekehrung und Umkehr zu JHWH und prophezeite jahrelang den Untergang Jerusalems und des Tempels, der im Jahr 586 v. Chr. durch den babylonischen König Nebukadnezar II tatsächlich eintrat.

Das Buch ist eine wichtige Quelle für die Geschichte des ausgehenden Königtums im Südreich Juda. Es zeichnet ein detailliertes Bild der damaligen politischen und sozialen Verhältnisse. Viele der darin erwähnten Völker des Nordens finden sich auch in assyrischen und griechischen Quellen (Aschkenas, Gomer, Minni, Ararat (Urarṭu), Meder und Perser). Piotrovski versuchte Jeremia auch für die Geschichte von Urarṭu heranzuziehen und setzte auf Grund von Jer 51,27 LUT (Feldzug von Ararat, Minni und Aschkenas – gewöhnlich als Skythen gedeutet – gegen Babel) das Ende von Urarṭu 590 oder 585 an.[3] Diese Interpretation wird jedoch überwiegend abgelehnt, die meisten Forscher gehen davon aus, dass das Reich bereits Ende des 7. Jh. v. Chr. sein Ende fand.

Der Verfasser des Buches Jeremia bezeichnet den Propheten als Sohn des Priesters Hilkija (Jer 1,1 EU), der möglicherweise von Abjatar, dem von David nach Anatot (nach Jos 21,18 EU eine der Städte, die den Nachkommen des Priesters Aaron gegeben worden waren) verbannten Priester (1 Kön 2,26 Lut), abstammt. Ob dieser mit dem im 2. Buch der Könige (2 Kön 22,4 Lut) genannten Priester Hilkija identisch ist, ist höchst zweifelhaft. Jeremia stammt aus Anatot, dessen Bewohner ihm das Auftreten als Prophet ausreden wollen (Jer 11,18-23 EU).

Eine priesterliche Prägung der Botschaft Jeremias, wie etwa beim Propheten Ezechiel, ist nicht erkennbar. Auch seine Stellung gegenüber der religiösen Reform (2 Kön 23 Lut und 2 Chr 35 Lut) durch König Joschija, die auf das Jahr 622 v. Chr. datiert wird und hauptsächlich den jüdischen Gottesdienst im Jerusalemer Tempel sowie die Wiedereinführung des Pessachfest betraf, bleibt völlig unklar, da Jeremiaworte aus den Jahren zwischen der Reform und dem Tod von Joschija nicht überliefert sind.

Im biblischen Jeremiabuch ist die letzte Nachricht seine Verschleppung nach Ägypten. Spätere nicht-kanonische Schriften erzählen von seinem Leben dort und seiner Steinigung ca. 580 v. Chr.

Gliederung des Buches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeremia betrauert die Zerstörung Jerusalems (Ilja Repin, 1870)

Verschiedene Teile des Buches von Jeremia lassen sich der Form nach klar unterscheiden. Zum einen handelt es sich um Prophetenworte Jeremias, zumeist formuliert aus der Perspektive Jeremias, davon sind einzelne Sprüche in Reimform, dann gibt es psalmenartige Abschnitte und zum anderen gibt es eingeschobene Erzählungen und Berichte über Jeremia und sein Auftreten, formuliert in der dritten Person.

  • Kapitel 1-10 enthält die Berufung Jeremias als Prophet und Gerichtsworte,
    • Ein Teil davon ist die Tempelrede in Kapitel 7 und die Götzenpolemik in Kapitel 10 (vgl. Jes 44).
  • Kapitel 11-20 enthält Klagen und Gerichtsworte.
    • Markante Teile davon sind die Konfessionen Jeremias. Sie thematisieren die Einsamkeit des Propheten, der darum Gott anklagt.
    • Einprägsam sind auch die zahlreichen Zeichenhandlungen Jeremias: Der verdorbene Gürtel in Kapitel 13 und der zerschmetterte Krug in Kapitel 19.
  • Kapitel 21-24 enthält Worte an die Führenden: Jerusalem wird zerstört werden!
  • In Kapitel 25 folgt die Ansage des 70-jährigen Exils
  • Kapitel 26-29 enthält einen ersten Erzähltext über das Schicksal Jeremias. Hier wird Jeremia im Konflikt mit anderen Propheten gezeigt, u.a. dem Hofpropheten Hananja.
  • In Kapitel 30-35 folgen Heilsworte. Die Rede vom Neuen Bund in Kapitel 31 wird verdeutlicht durch den Ackerkauf in Anatot in Kapitel 32. Dies soll zeigen, dass Israel jenseits der bevorstehenden Zerstörung Jerusalems eine Zukunft hat.
  • Kapitel 36-45 enthält einen zweiten Erzähltext, der das Schicksal Jeremias im belagerten Jerusalem erklärt. Hier steht Jeremia im Konflikt mit dem letzten König Judas Zidkija. Nach der Eroberung Jerusalems in Kapitel 39 und der Ermordung des Statthalters Gedalja in Kapitel 41, der von den Babyloniern eingesetzt wurde, flieht er in Kapitel 43 nach Ägypten. Seine letzte Zeichenhandlung in Ägypten kündigt die Eroberung Ägyptens durch die Babylonier an.
  • Kapitel 46-51 enthält Prophetenworte gegen fremde Völker. Kapitel 51 kündigt einen Vernichtungskrieg gegen die Babylonier an.
  • Das Buch endet in Kapitel 52 mit dem Bericht über die Zerstörung Jerusalems und die Begnadigung Jojachins (vgl. 2 Kön 24f).

Erstes Kapitel als Programmtext[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Kapitel kann als Programmtext des gesamten Buches gelesen werden. Dieses Kapitel legt vielfältige Spuren ins Buch hinein:

  • Die komplexe Überschrift in Jeremia 1,1 qualifiziert die „Worte Jeremias“ als JHWH-Wort und akzentuiert zwei Primärdaten: 628 – evtl. Beginn der Kultsäuberungsmaßnahmen Josias – und 586, Ende des Königreiches Juda.
  • Jeremia 1,5 bezeichnet Jeremia als „Prophet für die Völker“ – so eindeutig wie kein anderer Charakter des Alten Testaments trägt er diesen Titel: 31 Mal wird Jeremia als „der Prophet“ bezeichnet.
  • „Fürchte Dich nicht vor ihnen“ lautet Jeremia 1,8: Bevor noch die Adressaten der Gerichtsworte Jeremias genannt sind, wird klar: Jeremia als Bote des Wortes Gottes wird massiv bedroht. Unter Jeremias Gegnern fallen zwei Gruppen auf: einerseits Propheten und Priester in Jeremia 26-29, andererseits Könige und Beamte in Jeremia 21-24.34-38.
  • „Ausreißen und niederreißen, vernichten und einreißen, aufbauen und einpflanzen“ (Jeremia 1,10) sind Jeremias Aufgaben. Dem Übergewicht der destruktiven Wortpaare entspricht die Dominanz der Gerichtsreden im Buch Jeremia.
  • In Jeremia 1,11-15 führt der Anblick eines Mandelzweiges, dessen Bezeichnung hebräisch wie „Wachebaum“ klingt, zur Eingebung, dass JHWH über der Erfüllung seines Wortes wacht. Dies ist eine zentrale Aussage des gesamten Buches.
  • „Ich werde mein Urteil sprechen“ lautet Jeremia 1,16. Dementsprechend wird die erste Buchhälfte von Anklagen und Urteilsankündigungen beherrscht.

Theologische Schwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theologische und ethische Analysen gehen im Buch ineinander über, ebenso die Kritik. Ein Grundgedanke ist, dass – wenn Israel anderen Göttern folgt – JHWH gegen sein auserwähltes Volk prozessiert und mit dem Verlust des Landes droht. Šeqer (Hebr. = Lug, Trug, Verlogenheit) gilt als Schlüsselwort: Nicht mehr das Recht JHWHs bestimmt eine auf Solidarität gründende Gemeinschaft, sondern Täuschung, Betrug und Gewinn prägen die Gesellschaft. Daher trifft die Kritik v. a. die Propheten, Priester und Könige.

In manchen Texten scheint das Gericht als unausweichlich, dann wieder gibt es doch konkrete Heilserwartungen – vermutlich verstärkt durch spätere Zusätze. Heil und Unheil lassen sich nicht immer säuberlich scheiden. Heil liegt darin, dass die Zeit des Unheils begrenzt ist, dass Gott auf Bestrafung verzichtet und Jerusalem zurückkehren darf zu JHWH.

Konfessionen Jeremias[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Konfessionen Jeremias sind einzelne abschließende Abschnitte in den Kapiteln 11-20. Sie thematisieren die inneren und äußeren Konflikte des Propheten, sie sind im Stil von Klagepsalmen gehalten und unterscheiden sich der Form nach von den Prophetensprüchen.

  • 11, 18–23: Jeremia klagt über den Mordversuch der Männer von Anatot. Gott verspricht ihm darauf, sie heimzusuchen.
  • 12, 1–6: Jeremia klagt über das Glück der Frevler (רשעים) und der Treulosen (בוגדי בגד).
  • 15, 10–21 Jeremia klagt über sein Amt und die damit verbundene Isolation (Vgl. Kap 16, 1–19!): er steht allein gegen alle im Land, jeder flucht ihm (V.10), er hat sich von jeglicher Geselligkeit fernzuhalten (V.17) V.15 bittet Jeremia sogar um Rache an seinen Gegnern!
  • 17, 14–18: Jeremia fragt, wann endlich das Angesagte eintreten mag, damit er nicht zum Spott wird. Wiederum die Bitte, seine Verfolger mögen zuschanden werden.
  • 18, 18–23: Klage über die Nachstellungen und Anschläge; Jeremia bittet um das verheerende Ende seiner Gegner (V. 23: „Vergib ihnen ihre Missetat nicht... Lass sie vor dir zu Fall kommen… zur Zeit deines Zorns!“) zum Machterweis Gottes.
  • 20, 7–18: Als ein von Gott Getäuschter will sich Jeremia schließlich seinem Dienst entziehen. Die Verse 14-18 sind nicht mehr in Gebetsform, sondern in der Form einer Selbstverfluchung abgefasst. Ähnlich wie in Ijob 3 wird der Tag der eigenen Geburt verflucht.

Diese Konfessionen waren der Grund, dass die Klagelieder Jeremia zugeordnet wurden und führten auch zu dem Begriff Jeremiade.

Im Gesamtkontext des Buches wendet sich jedoch das Geschick Jeremias: In Kap. 37ff gehört Jeremia zu den Geretteten, während seine Gegner ihre Strafe erfahren. Deren Überlegenheit und Erfolg waren also nur vorläufig. Man könnte sagen, die Person und das Geschick Jeremias boten sich als „Folie“ für die Spannung zwischen realen Verhältnissen und Gerechtigkeit Gottes, die zwar noch aussteht, sich aber letztendlich durchsetzen wird. In späteren Schriften war es dann kein großer Schritt mehr in Richtung Apokalyptik. Die Verbindung von Gefährdung und Bewahrung eines Propheten gibt es in der Form nur bei Jeremia.

Textgeschichte des Buches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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MT LXX
1–24 1–24
25 1–13a 25 1–13
13b–38 32 13–38
26–44 33–51
45 51 31–35
46 26
47 29
48 31
49 1–5, 7–22,
23–27, 28–33
30 17–21, 1–16,
29–33, 23–28
34–39 25 14–19
50–51 27–28
52 52

Das Jeremiabuch ist in zwei verschiedenen Fassungen überliefert. Die kurze Version des Jeremiabuches in der griechischen Septuaginta (LXX) weicht von der längeren Version im masoretischen Text (MT) in vielerlei Hinsicht ab. In den übereinstimmenden Passagen stellt die griechische Version offensichtlich eine getreue Übersetzung der hebräischen Vorlage dar. Insgesamt ist aber der hebräische Text um etwa ein Siebtel länger. Außerdem unterscheiden sich beide Versionen im Aufbau erheblich. So folgt der griechische Text dem „dreigliedrigen eschatologischen Schema“ (Unheilssprüche gegen Israel – Unheilssprüche gegen die Völker – Heilsansagen für Israel), während in der hebräischen Fassung die Völkersprüche (Kap. 46–51) nach den Heilsansagen für Israel folgen, die zudem in die Erzählungen über Jeremia eingebettet sind (siehe nebenstehende Tabelle).

Wie die Funde von Qumran nahelegen, geht die griechische Fassung auf eine vom masoretischen Text unterschiedene hebräische Vorlage zurück. Welche der beiden Fassungen die ältere ist, ist umstritten. Jedenfalls kann man von einer längeren parallelen Überlieferungsgeschichte ausgehen.

Entstehung des Buches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Verfasser gilt in der biblischen Tradition der gleichnamige Prophet, der etwa von 627 bis 587 v. Chr. in Jerusalem wirkte.

Die wissenschaftliche Diskussion des 20. Jahrhunderts war lange bestimmt vom Kommentar Bernhard Duhms (1901). Er sah den ältesten Bestandteil des Buches in den „Gedichten Jeremias“ in den Kapiteln 1 bis 25. Ein zweiter Block bestand seiner Meinung nach im „Buch Baruchs“ (Kapitel 26-45). Spätere Ergänzungen fänden sich in allen Buchteilen. Auf den historischen Jeremia seien nach Duhm nur etwa 280 Verse zurückzuführen, d. h. weniger als ein Viertel des Buches.

Einen anderen Weg schlug Sigmund Mowinckel (1914) ein. Er unterschied bei der Buchentstehung vier Quellen: Worte Jeremias, Erzählungen über Jeremia, stilistisch deuteronomistische Reden (z. B. c. 7 und 25) sowie die Heilsworte in Jer 30f. Allerdings ist der Charakter der Prosareden nicht quellenhaft, sondern redaktionell, d. h., sie setzen ihren Kontext bereits voraus, wie Winfried Thiel nachweisen konnte. Thiel unterschied daher lediglich zwischen jeremianischen Texten, einer deuteronomistischen Redaktion und nachdeuteronomistischen Ergänzungen.

Allerdings ist in den so genannten deuteronomistischen Texten zu unterscheiden zwischen sprachlichen und sachlichen Deuteronomismen. Die Entstehung des Jeremiabuches ist daher vermutlich weit komplexer vorzustellen, als es sich in diesen vereinfachenden Modellen darstellen lässt. Das Buch Jeremia ist durchzogen von Hinweisen auf eine bestehende Schriftkultur: Nicht nur Baruch trägt den Titel ‚Schreiber‘ (36,26), sondern der Titel ist auch sonst Funktionsbezeichnung (36,12; 37,15.20; 52,25). Von Tafel (17,3), Tinte (36,18) und Schreibermesser (36,23) ist die Rede. Jeremia schreibt einen Brief an die Exilierten in Kapitel 29,1. Die wörtlich zitierte Unheilsdrohung Michas (26,17f) und Anspielungen auf zahlreiche frühere Propheten setzen schriftliche Dokumentation dieser früher entstandenen Prophetensprüche voraus.

Jeremia in der Kunst und Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zitat aus Jer 7,2 über dem ehemaligen Haupteingang der Mennonitenkirche Friedelsheim
Zitat aus Jer 29,11 auf einer Gedenktafel des mennonitischen Gemeindehauses in Limburgerhof-Kohlhof
  • In der Kirche St. Nikolai zu Potsdam findet sich ein Deckengemälde von Jeremia. Es ist von dem Maler Karl Stürmer geschaffen worden. Weitere Gemälde an den Pendentifs unterhalb der Kuppel zeigen die anderen biblischen Hauptpropheten Jesaja (von Eduard Holbein), Daniel (von Hermann Theodor Schultz) und Ezechiel (von Gustav Eich). Sie entstanden in Zusammenarbeit mit dem Berliner Maler Peter von Cornelius.
  • Karl Federlin schuf 1877 zum 500. Jubiläum der Grundsteinlegung des Ulmer Münsters die große Sandsteinstatue des Propheten Jeremia. Sie wurde von Mitgliedern der örtlichen Synagoge (unter anderem auch durch den Vater von Albert Einstein) gestiftet. Die Statue steht auf der Kanzelseite des Hauptschiffes unterhalb der großen Orgel.
  • Auguste de Niederhäusern, genannt Rodo (1863–1913), Prophet Jeremia, Statue vor der Kathedrale St. Pierre, Genf.
  • Von Stefan Zweig stammt das expressionistische Drama Jeremias. Eine dramatische Dichtung in neun Bildern. (Leipzig: Insel 1917). Der Schriftsteller Franz Werfel veröffentlichte 1937 den historischen Roman Höret die Stimme, in dem er den Stoff zu Jeremia aufnahm. Im Jahr darauf erschien Josef Kasteins Roman Jeremias: Der Bericht vom Schicksal einer Idee (Wien / Jerusalem: Löwit 1938).
  • Leonard Bernsteins erste Sinfonie (1942) trägt den Titel Jeremiah.
  • Theophil Laitenberger schuf das Oratorium Zeit des Jeremia (1972), ein groß besetztes Oratorium für Bariton, großen und kleinen Chor, Flöten, Klarinette, Fagott, Trompete, Pauke, Streicher und Orgel.
  • Bertold Hummels dritte Sinfonie Jeremia (1996) besteht aus vier Sätzen mit den Titeln Anathot – Babylon – Lamentationes Jeremiae – Hymnus-Lakén.

Gedenktag des Propheten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommentare[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard Duhm: Das Buch Jeremia. (Kurzer Hand-Commentar zum Alten Testament XI). Tübingen/Leipzig 1901.
  • Wilhelm Rudolph: Jeremia. Handbuch zum Alten Testament 1/12. 3., verb. Aufl., Mohr, Tübingen 1968.
  • Siegfried Herrmann: Jeremia. Biblischer Kommentar XII. Neukirchener Verl., Neukirchen-Vluyn, 1986- [bislang nur Lfg. 1 und 2 erschienen] – ISBN 3-7887-0787-9.
  • Gunther Wanke: Jeremia. Zürcher Bibelkommentar 20. Theol. Verl., Zürich.
  • Georg Fischer: Jeremia 1-25. Herders theologischer Kommentar zum Alten Testament. Herder, Freiburg i.Br. u.a. 2005 (764 S.) – ISBN 3-451-26838-8.
  • Georg Fischer: Jeremia 26-52. Herders theologischer Kommentar zum Alten Testament. Herder, Freiburg i.Br. u.a. 2005 (744 S.) – ISBN 3-451-26839-6.
  • Jack R. Lundbom: Jeremiah. 3 Bde. New York 1999–2004.
    • Bd. 1: Jeremiah 1-20. A New Translation with Introduction and Commentary. The Anchor Bible 21A. Doubleday, New York 1999. (934 S.) – ISBN 0-385-41112-X.
    • Bd. 2: Jeremiah 21-36. A New Translation with Introduction and Commentary. The Anchor Bible 21B. Doubleday, New York 2004. (649 S.) – ISBN 0-385-41113-8.
    • Bd. 3: Jeremiah 37-52. A New Translation with Introduction and Commentary. The Anchor Bible 21C. Doubleday, New York 2004. (624 S.) – ISBN 0-385-51160-4.
  • Walter Brueggemann: A Commentary on Jeremiah. Exile and Homecoming. Eerdmans, Grand Rapids, Mich. 1999 – ISBN 0-8028-0280-X.
  • Werner H. Schmidt: Das Buch Jeremia. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen.

Einzelstudien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sigmund Mowinckel: Zur Komposition des Buches Jeremia (= Skrifter / Videnskapsselskapet i Kristiania, Historisk-Filosofisk Klasse 1913,5), Dybwad, Kristiana[5] 1914.
  • Winfried Thiel: Die deuteronomistische Redaktion von Jeremia 1-25 (WMANT 41). Neukirchener Verlag des Erziehungsvereins, Neukirchen-Vluyn 1973, ISBN 3-7887-0341-5.
  • Winfried Thiel: Die deuteronomistische Redaktion von Jeremia 26-45 (WMANT 52). Neukirchener Verlag des Erziehungsvereins, Neukirchen-Vluyn 1981, ISBN 3-7887-0647-3.
  • Norbert Ittmann: Die Konfessionen Jeremias: ihre Bedeutung für die Verkündigung des Propheten (= WMANT Wissenschaftliche Monographien zum Alten und Neuen Testament, Band 54), Neukirchener Verlag des Erziehungsvereins, Neukirchen-Vluyn 1981, ISBN 3-7887-0661-9 (Dissertation Universität München 1977, 211 Seiten).
  • Axel Graupner: Auftrag und Geschick des Propheten Jeremia (BThSt 15). Neukirchener Verlag des Erziehungsvereins, Neukirchen-Vluyn 1989, ISBN 3-7887-1364-X.
  • Hermann-Josef Stipp: Das masoretische und das alexandrinische Sondergut des Jeremiabuches. Textgeschichtlicher Rang, Eigenarten, Triebkräfte (= OBO Orbis biblicus et orientalis, Band 136, ISSN 1015-1850). Universitätsverlag, Fribourg / Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1994, ISBN 3-7278-0956-6 (Fribourg) / ISBN 3-525-53771-9 (Göttingen).
  • Konrad Schmid: Buchgestalten des Jeremiabuches. Untersuchungen zur Redaktions- und Rezeptionsgeschichte von Jer 30-33 im Kontext des Buches (= WMANT Wissenschaftliche Monographien zum Alten und Neuen Testamen, Band 72). Neukirchener Verlag des Erziehungsvereins, Neukirchen-Vluyn 1996, ISBN 3-7887-1608-8 (Dissertation Universität Zürich 1996, XIII, 446 Seiten).
  • Christl Maier: Jeremia als Lehrer der Tora. Soziale Gebote des Deuteronomiums in Fortschreibungen des Jeremiabuches (= FRLANT Forschungen zur Religion und Literatur des Alten und Neuen Testaments, Heft 196). Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2002, ISBN 3-525-53880-4 (Habilitation Humboldt-Universität Berlin 2000/2001, 422 Seiten).
  • Hannes Bezzel: Die Konfessionen Jeremias. Eine redaktionsgeschichtliche Studie (= Beihefte zur Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft, Band 378), de Gruyter, Berlin / New York, NY 2007, ISBN 3-11-020043-0 (Dissertation Universität Göttingen 2007, X, 354 Seiten).

Erzählungen und Romane[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Kastein: Jeremias: Der Bericht vom Schicksal einer Idee. Löwit, Wien und Jerusalem 1938.
  • Hermann Koch: Blüh, Mandelzweig, blüh: Jeremia, Prophet zwischen Glaubenskrise und Gottvertrauen. Junge Gemeinde 2004. ISBN 978-3-7797-0322-8 (Dramatische Erzählung in Romanform).
  • Franz Werfel: Höret die Stimme. 1938 (historischer Roman)
  • Stefan Zweig: Jeremias. Eine dramatische Dichtung in neun Bildern. Insel, Leipzig 1917

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jeremia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/23640
  2. Gebräuchliche Modelle stammen von William Foxwell Albright, Edwin R. Thiele und Gershon Galil.
  3. Adam T. Smith: The Making of an Urartian Landscape in Southern Transcaucasia: A Study of political Architectonics. In: American Journal of Archaeology 103/1, 1999, 50.
  4. Jeremia im Ökumenischen Heiligenlexikon
  5. Kristiania auch Christiania, bis 1924 der Name von Oslo, der Hauptstadt Norwegens