Offshore Powerboat Racing

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Class1-Offshoreboot in voller Fahrt

Das Offshore Powerboat Racing ist ein Langstreckenrennen mit Rennbooten in Küstennähe auf offener See, manchmal auch auf großen Binnengewässern. An Bord sind dabei mindestens zwei Personen; einer fährt das Boot, der andere kümmert sich um die Navigation, damit das Boot auf möglichst kurzem Weg die nächste Wendeboje erreicht. Die Regeln hierfür legt der Weltdachverband Union Internationale Motonautique (UIM) fest.

Vor allem durch den finanziellen Aufwand für Rennen und Teams ist bei größeren Klassen Sponsoring üblich. Wer ein entsprechendes Team finanziert, sitzt nicht selten beim Rennen mit an Bord.

Klassen und Boote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Class 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt im Offshore-Rennsport verschiedenen Klassen, die sich bezüglich Größe der Boote und Motorisierung unterscheiden. Die größten und am stärksten motorisierten Boote sind die der „Class 1“, die bei Benzinmotoren ohne Turbolader einen maximalen Hubraum von 16 Litern haben dürfen. Die Rennboote, die heute ausschließlich als Katamarane mit zwei Motoren gebaut werden, haben eine Länge von rund 12–14 Metern. Die Leistung ist auf 850 PS pro Motor begrenzt. Das Mindestgewicht liegt bei 4950 kg. Im Rennen werden teilweise Durchschnittsgeschwindigkeiten von mehr als 200 km/h erreicht.

Gefahren werden hier Streckenlängen von 100 bis 105 nautischen Meilen (etwa 180 km).

andere Klassen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der kleinsten Klasse mit Außenbordmotoren von maximal 1000 cm³ ist die Streckenlänge kürzer.

In bestimmten Serien, beispielsweise der „Powerboat P1“ oder der „Honda Formula 4-Stroke“ werden nur Boote vom Typ Dreikantfeile eingesetzt.

Meisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Class 1 fährt eine Weltmeisterschaftsserie mit rund 8 Veranstaltungen je Jahr. 2008 waren dies Rennen in: Doha (Katar), Budva (Montenegro), Moskau (Russland), Arendal (Norwegen), Constanta (Rumänien), Porto Marina (Ägypten) und zweimal Dubai (VAE).

Kleinere Klassen, zum Beispiel die „Class 3A“ (bis 1000 cm³), tragen Welt- oder Europameisterschaften in zwei oder drei Rennläufen an einem (verlängerten) Wochenende aus.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerüchten zufolge ist der Offshore-Rennsport entstanden, weil sich Schmuggler Ende der 1940er-Jahre immer schnellere, hochseefähige Boote bauten, um Zigarren von Kuba in die USA zu „importieren“.

Tatsächlich gibt es aber Zeitungsberichte, dass schon 1904 etwa 20 Boote zu einem Rennen über 22 Seemeilen von Dover nach Calais antraten. Es gewann das rund 11 Meter lange Boot „Mercedes IV“ mit einem 59 kW (80 PS) Daimler-Motor. 1921 stellte der rennbesessene Amerikaner Gar Wood einen Geschwindigkeits-Rekord für die Strecke Miami–New York auf, der 41 Jahre lang nicht überboten wurde.

Mit den Rennen „Miami - Nassau“ (1956), „Cowes - Torquay - Cowes“ (1961) und „Viareggio - Bastia - Viareggio“ (1962) blühte der Offshore-Rennsport weltweit auf. Ab 1964 gab es die „Sam Griffith Trophy“ als inoffizielle Weltmeisterschaft, ab 1977 wurde daraus eine offizielle U.I.M.-Weltmeisterschaft.

Bekannte Piloten:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]