Omo (Fluss)

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Omo
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Mündungsdelta des Omo

Mündungsdelta des Omo

DatenVorlage:Infobox Fluss/GKZ_fehlt
Lage im Südwesten von Äthiopien
Flusssystem OmoVorlage:Infobox Fluss/QUELLE_fehlt
Quellhöhe ca. 2400 mVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung in den TurkanaseeKoordinaten: 4° 34′ 9″ N, 36° 1′ 54″ O
4° 34′ 9″ N, 36° 1′ 54″ O
Mündungshöhe 375 mVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied ca. 2025 m
Länge 760 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mittelstädte Soddo (in der Nähe)
Gemeinden Omorate

Der 760 km lange Omo ist ein Fluss im Südwesten von Äthiopien (Ostafrika).

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ganzjährig Wasser führende Fluss entspringt westlich von Addis Abeba und östlich von Nek'emte im Äthiopischen Hochland. Im Quellgebiet des Omo befindet sich die Heilquelle von Wolliso. Er fließt überwiegend in südliche Richtung. Der südliche Flussteil, also sein Unterlauf, bildet die Grenze zwischen der Region der südlichen Nationen, Nationalitäten und Völker und der Region Oromiyaa; dort bildet er auch die Ostgrenze des Omo-Nationalparks. Nach dem Durchfließen des Mago-Nationalparks mündet der Omo kurz nach der nördlichen Grenze zu Kenia in den Turkanasee.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserkraft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Omo soll mit mehreren Wasserkraftwerken ausgebaut werden (Gibe I bis V). Davon sind Gibe I und II bereits in Betrieb, Gibe III in Bau und Gibe IV und V geplant.

Im Juli 2006 unterzeichnete die äthiopische Regierung einen Vertrag mit dem italienischen Unternehmen Salini Costruttori zum Bau des Gibe III, des zukünftig größten Staudamms des Landes. Der Damm wird den südwestlichen Flussabschnitt des Omo aufstauen. Menschenrechtsorganisationen wie Survival International gehen davon aus, dass der Bau nicht nur die Umwelt im Omo-Tal bedroht, sondern auch die Lebensgrundlage von mehreren hunderttausend Angehörigen indigener Gruppen in Äthiopien und Kenia.[1]

Industrie, Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine von der autoritär regierenden Regierung des Landes mit ehrgeizigen Zielen unter chinesischer Führung angelegte gigantische Zuckerrohrplantage im Omotal soll neben dem Neubau entsprechender Industrieanlagen 250.000 Hektar umfassen, darunter ein Drittel des Fläche des Omo-Nationalparks. Sie wird auch den nomadisch lebenden, ca. 10.000 Mursi die Lebensgrundlage entziehen.[2]

Ethnologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entlang des Omo leben viele äthiopische Volksstämme, z. B. die Arbore, Bodi, Dassanetch (Geleb), Hamar, Kara, Mursi, Nyangatom (Bume) sowie Surma. Viele von ihnen sprechen eine der nach dem Fluss benannten omotischen Sprachen.

Archäologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Tal am Unterlauf des Omo spielt eine große Rolle bei der geplanten touristischen Erschließung Äthiopiens. Es gehört seit 1980 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Hier wurden unter anderem die Fossilien Omo 1 und Omo 2 geborgen, die dem frühen anatomisch modernen Menschen (Homo sapiens) zugeschrieben werden und mit einem Alter von mindestens 130.000 Jahren (nach neuerer Datierung vermutlich sogar 195.000 Jahren) zu den ältesten Funden der Art zählen.

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der bereits erwähnte Omo-Nationalpark, mit 4.068 km² der größte Äthiopiens, gehört zu den wildreichsten, aber am seltensten besuchten Nationalparks Afrikas.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Omo (Fluss) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. survivalinternational.de: Staudammbau und Lebensweise indigener Völker im Omo Tal
  2. deutschlandradiokultur.de, Weltzeit, 28. April 2016, Josepha Elmar: Nomaden sollen sesshaft werden (30. April 2016)