Optionston

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Als Optionston oder Option wird in der Jazzharmonik ein Zusatzton zum betrachteten Akkord bezeichnet. Diese Töne können – zum Beispiel beim Improvisieren oder beim Begleiten eines Solisten durch ein Harmonieinstrument (Klavier, Gitarre usw.) – optional, also wahlweise gespielt oder weggelassen werden, weil sie zwar für den Klang, aber nicht für die Funktion des Akkordes wichtig sind. Da man in der Jazz-Harmonielehre im Gegensatz zur klassischen Harmonielehre von vier anstatt drei Akkordtönen ausgeht, zählt die Septime eines Akkordes im Allgemeinen nicht als Optionston. Die Optionen eines Jazz-Akkordes sind daher die None, die Undezime und die Tredezime (man geht bei der Wahl der Tonstufen von einer Terzschichtung aus: Grundton (1), Terz (3), Quinte (5), Septime (7), None (9), Undezime (11), Tredezime (13)).

Zum Beispiel sind bei einem Dominantseptakkord auf dem Grundton G die Akkordtöne H (Terz), d (Quinte) und f (Septime). Die darüber liegenden Optionstöne sind a (None), c1 (Undezime) und e1 (Tredezime); dasselbe gilt für Moll-Septakkorde. Allerdings ergibt die Undezime in einem Dur-Akkord eine sehr starke Spannung mit dessen Terz. Daher wird diese Option (außer als Durchgangston) sehr selten gespielt.

Jeder Optionston kann je nach harmonischem Kontext auch alteriert, d. h. chromatisch verändert werden. Die übermäßige Undezime 11 (=4/5) kann demnach als eine Alteration des Optionstons 11 oder des Akkordtons 5 betrachtet werden. Zusammengenommen werden Optionstöne und alterierte Optionstöne englischsprachig als Tensions bezeichnet.

Der Gitarrist und Autor Mathias Löffler zählt auch die übermäßige Undezime 11 zu den Optionstönen, selbst wenn sie sich auch als eine Alteration des Optionstons 11 oder des Akkordtons 5 betrachten lässt. Als Grund gibt Löffler an, dass 11 allenfalls innerhalb des Dominantseptakkords zur Quinte strebt, nicht aber den Dominantseptakkord selbst zu einer Auflösung drängt. Er unterscheidet somit zwischen den Optionstönen (9, 11, 11, 13) und ihren Alterationen (9, 9 und 13), die er dann wiederum zusammengenommen als Tensions bezeichnet.[1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mathias Löffler: Rock & Jazz Harmony. AMA, Brühl 2018, ISBN 978-3-89922-239-5, S. 166–185.