Osterholzer Kreisblatt

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Osterholzer Kreisblatt

Beschreibung Lokale Tageszeitung
Verlag Osterholzer Zeitungsverlag
Erstausgabe 18. Dezember 1875
Erscheinungsweise Montag bis Sonnabend (Sonntag: Osterholzer Kreisblatt am Sonntag)
Verkaufte Auflage 11.048 Exemplare
(IVW 1/2019, Mo–Sa)
Chefredakteur Moritz Döbler (Weser-Kurier Bremen)
verantwortl. Redakteurin in Osterholz-Scharmbeck:
Antje Borstelmann
Geschäftsführer David Koopmann, Angelika Saade
Weblink www.osterholzer-kreisblatt.de

Das Osterholzer Kreisblatt ist eine Zeitung aus und für Osterholz-Scharmbeck und für weite Teile des Landkreises Osterholz. Es erscheint von Montag bis Samstag als regionale Beilage des Weser-Kuriers in Osterholz-Scharmbeck, Ritterhude, Hagen, Hambergen, Beverstedt und Gnarrenburg. Die verkaufte Auflage beträgt 11.048 Exemplare, ein Minus von 24,2 Prozent seit 1998.[1] Seit 2014 wird das Angebot ergänzt durch das Osterholzer Kreisblatt am Sonntag, seit Februar 2015 mit je einem Auftritt der Lokalredaktion und der Sportredaktion auf Facebook.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 18. Dezember 1875 wurde das Blatt zum ersten Mal von Heinrich Julius Erdmann Saade als Osterholz-Scharmbecker-Wochenblatt herausgegeben.

Auf seiner beruflichen Wanderschaft war Saade nach Osterholz gekommen und galt wegen seiner Vielseitigkeit als "Schweizer Degen" (- als Drucker und als Schriftsetzer ausgebildet -), da er nicht nur setzen, sondern auch drucken konnte. Durch die Heirat mit einer Gastwirtstochter standen ihm geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung, die sich zur Druckerei Saade entwickelten. Ab Anfang 1876 erschien das Blatt dann zweimal pro Woche. 1878 wurde eine Schnellpresse angeschafft, um die Nachfrage zu befriedigen.

Als die Zeitung zum täglichen Erscheinen überging, wurde der Namen 1883 in Kreisblatt aus dem Kreis Osterholz geändert.

1912 wurden die Betriebsräume in der Bördestraße bezogen, und als 1932 Blumenthal dem Landkreis Osterholz zugefügt wurde, bildete das Blatt mit der Blumenthaler Zeitung eine technische Arbeitsgemeinschaft, die gemeinsam die Nordwestdeutsche Landeszeitung herausgab. Als dann 1939 Blumenthal wiederum Bremen zugeordnet wurde, fusionierte die Nordwestdeutsche Landeszeitung mit der Norddeutschen Volkszeitung.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs dauerte es eine ganze Zeit, bis das Blatt wieder regulär erscheinen durfte: Im April 1945 als Osterholzer Kreisblatt formiert, erschien das Blatt zunächst nur mit der Genehmigung als Wandzeitung zur Verbreitung rein amtlicher Meldungen. Erst ab dem 1. September 1949 durfte mit einer Auflage von 3500 Exemplaren wieder eine Tageszeitung erscheinen, allerdings anfangs nur unter der Lizenz der Niederdeutschen Zeitung.

Die Weiterentwicklung der Technik und die Änderung der Konsumgewohnheiten führten auch beim Osterholzer Kreisblatt beziehungsweise der Druckerei Saade zur Modernisierung der Technik: 1955 wurde die Anschaffung einer lochbandgesteuerten Setzmaschine gefeiert (zum damaligen Zeitpunkt erst die dritte in ganz Deutschland), 1962 folgt bereits der Offsetdruck. Gleichzeitig wurden die Räumlichkeiten erweitert.

1971 wurde das Osterholzer Kreisblatt aus der Druckerei Saade ausgegliedert und in den Osterholzer Zeitungsverlag eingebracht. Gesellschafter sind die Hackmack, Meyer KG (51 %) und Heiner Saade (49 %).

Seitdem wird die Zeitung dem Weser-Kurier und den Bremer Nachrichten als Lokalteil beigelegt und zusammen mit den Bremer Blättern in einem Abonnement vermarktet und vertrieben. Der Weser-Kurier sicherte sich die Vertriebsstruktur der lokalen Blätter und einen regionalen Unterbau; die lokalen Blätter wurden von überregionaler Arbeit entbunden, die sie ohnehin nicht leisten konnten.

Für die freien Mitarbeiter änderte sich durch die Fusion der Zeilenpreis; gab es vorher 22 Pfennig pro Zeile, waren es danach 25 Pfennig, ein Foto brachte nun 18 statt 12 D-Mark.

1975 kam der Fotosatz, für andere Produkte der Druckerei wurde diese Technik aber erst 1981 vollständig eingeführt. 1994 wurde die Druck- und Bilderstellung digitalisiert.

Am 14. September 2016 verstarb Verleger Heiner Saade mit 76 Jahren.

Mitbewerber und Konkurrenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unstreitig besitzt das Kreisblatt bis heute eine Monopolstellung in der regionalen Tagesberichterstattung. Die seit Mitte der 1970er Jahre aufgekommenen kostenlosen Anzeigenblätter der Region sorgen allerdings zunehmend für einen erweiterten journalistischen Themenfokus in der konkurrierenden Lokalberichterstattung. Da ohnehin eine Zusammenarbeit mit der Bremer Tageszeitungen AG (u. a. Weser-Kurier) bestand, kam es dann im Februar 2006 seitens des Bremer Anzeigers zur Einstellung der Osterholzer Woche. Mittlerweile ist im Landkreis Osterholz auch der Weser-Report, ein zweimal wöchentlich erscheinendes Anzeigenblatt aus Bremen, mit einer eigenen Lokalausgabe vertreten. Der Hunte-/Hamme-Report unterhält in Osterholz-Scharmbeck eine eigene Redaktion und Geschäftsstelle.

In Osterholz-Scharmbeck ist außerdem der Anzeiger-Verlag ansässig. Er gibt den Osterholzer Anzeiger und den Bremervörder/Südkreis-Anzeiger (Auflage 50.600 bzw. 30.400) heraus, der den Haushalten im Verbreitungsgebiet kostenlos ein- bis zweimal wöchentlich (je nach Gebiet) zugestellt wird.[2]

Auflage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Osterholzer Kreisblatt hat wie die meisten deutschen Tageszeitungen in den vergangenen Jahren an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 24,2 Prozent gesunken.[3] Sie beträgt gegenwärtig 11.048 Exemplare.[4] Das entspricht einem Rückgang von 3523 Stück. Ein Grund dafür liegt in der sinkenden Einwohnerzahl im Verbreitungsgebiet (minus 4000 Einwohner, davon allein in der Kreisstadt Osterholz-Scharmbeck mehr als 3000). Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 89 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[5]


Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. laut IVW (Details auf ivw.eu)
  2. Anzeiger online
  3. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  4. laut IVW, erstes Quartal 2019, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  5. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)