Osterwaldsandstein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lage des Osterwaldes

Der Osterwaldstein zählt zu den Wealdensandsteinen und kommt in einem geschlossenen Sandsteinvorkommen im Osterwald bei Hameln in Niedersachsen vor. Es handelt sich um einen Sandstein der Unteren Kreide. Im Jahre 2008 war kein Steinbruch mehr im Betrieb.

Gesteinsbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es ist ein überwiegend kieseliger, feinkörniger Sandstein mit Schiefertoneinlagen. Seine Farbe ist weißgrau bis grau und hellgeblich. Der Osterwaldsandstein kann durchaus rötlich bis gelblich geflammte Texturen zeigen. Seine Korngröße liegt zwischen 0,062 und 0,625 Millimeter. Er ist sehr selten grob- bis mittelkörnig, seine Kornform ist eckig und sein Porenvolumen ist nicht unerheblich. Die Porenräume sind kaolinig-tonig-serizitisch gefüllt. Das Vorkommen schwankt hinsichtlich des Bindemittelanteil durchaus. Die Gesteinsschichten sind 12 bis 15 Meter mächtig.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Osterwaldsandstein fand Verwendung als Mauerstein, Treppenstufen, als Bord- und Randstein und Pflaster. Aus bestimmten kieseligen Lagen fand er als Mühl- und Schleifstein Anwendung. Lockere sandige und helle ungebundene Massen wurden zur Glasherstellung verwendet. Die Werksteine wurden vor allem im Nordwestdeutschen Raum verbaut und im Raum Hannover findet man zahlreiche Bauwerke aus diesem Sandstein.

Entwicklung der Steinbrüche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Höhepunkt der Verwendung lag in der Gründerzeit und bereits 1914 erfolgte ein Rückgang der Nachfrage für die Betriebe mit 800 bis 1000 Steinhauern und Steinmetzen. 1938 waren lediglich drei Betriebe mit der Gewinnung und Verarbeitung von Osterwaldsandstein befasst. Nach 1945 wurden einzelne Betriebe wieder eröffnet, die nach und nach ihre Arbeit einstellten, heute wird in keinem Steinbruch mehr Osterwaldsandstein gebrochen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Sandsteinvorkommen in der Region:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Sickenberg: Steine und Erden. Die Lagerstätten und ihre Bewirtschaftung. Geologie und Lagerstätten Niedersachsens, 5. Bd. Dorn-Verlag, Bremen, Horn 1951, S. 99f.