Paketbeilage

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Bei Paketbeilagen bzw. Werbebeilagen im Allgemeinen, handelt es sich traditionell um Prospekte, Flyer, Gutscheine oder auch Produktproben werbetreibender Unternehmen, die den ausgehenden Sendungen von Versandhändlern beigelegt werden.

Einordnung von Paketbeilagen in die Marketinglandschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traditionelle Beilagenwerbung ist den klassischen Werbemedien zuzuordnen. Sind die Paketbeilagen mit einem Gutschein oder Angebotscode versehen, spricht man auch von klassischen Werbemedien mit Dialogelementen, da dem Empfänger die Möglichkeit zur Interaktion gegeben wird.

Paketbeilagen als Marketinginstrument[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Vorteil von Paketbeilagen besteht darin, dass die Beilage immer einen aktiven Kunden erreicht. Scheinbar erreicht die Beilage den Kunden in einem Augenblick gesteigerter Aufmerksamkeit bei Sendungsöffnung und zumeist einer positiven Erwartungshaltung im Hinblick auf das bestellte Produkt. Dies trifft jedoch lediglich auf den Großteil der Empfänger zu. So wird gemäß einer Studie von 16 % der Empfänger einer Paketbeilage diese als "eher überflüssig" bzw. "komplett überflüssig" empfunden.[1] Die Rücklaufquote fällt danach höher aus als bei klassischer Anzeigenwerbung[2] sowie anderer Beilagenformen wie beispielsweise in Zeitungen oder Zeitschriften.

Auf der anderen Seite ist dieser Werbeweg inzwischen so stark frequentiert, dass der Warenempfänger vermehrt mit unterschiedlichsten Werbepartnern konfrontiert wird. Des Weiteren erreicht die Paketbeilage den Käufer in dem Moment, wo bereits eine Investition getätigt worden ist und möglicherweise daher keine freien Finanzen für Folgekäufe zur Verfügung hat.

Selektionsmöglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paketbeilagen können heute schon bei großen Versendern nach den üblichen Kriterien wie Geschlecht, Alter, Einkommen etc. selektiert und gezielt angesprochen werden. Je größer die Vorselektion jedoch ist, desto geringer ist das monatliche Potential an beilagefähigen Paketen.

Buchung von Paketbeilagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vermittlung von Paketbeilagen-Kapazitäten ist inzwischen alltägliche Praxis bei Versendern. So können bei vielen großen deutschen Versandhändlern Kapazitäten direkt oder über Agenturen gebucht werden. Darüber hinaus haben sich am Markt inzwischen auch Vermittler von Paketbeilagen etabliert, welche einerseits die Kapazitäten großer Versandhändler vermitteln oder welche andererseits die Kapazitäten kleiner und mittelgroßer Versandhändler wie eBay Powerseller oder kleinerer Onlineshops vermarkten. Es gibt eine Vielzahl an Agenturen in Deutschland, über die Paketbeilagen in Deutschland beauftragt werden können, abhängig von der gewünschten Zielgruppe.

Bei der Buchung von Paketbeilagen haben Werber die Wahl zwischen einer hohen Reichweite mit meist großer Streuung oder einer sehr konkreten Zielgruppendefinition, die jedoch wiederum die Reichweite begrenzt. Problematisch bei der Vermittlung von Paketbeilagen sind jedoch typische Principal-Agent-Konflikte, da der Werbetreibende kaum oder nur schwer selbst kontrollieren kann, ob die Beilagenstreuung tatsächlich erfolgt. Versandhändler könnten so den Anreiz haben, die Werbung nicht beizulegen. Eine Lösung für dieses Problem besteht in der Durchführung von Testbestellungen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Olaf Kolbrück: Studie: So sehen Kunden den idealen Gutschein. In: etailment. 7. August 2013, abgerufen am 20. Januar 2015.
  2. Vgl. Holland, Direkt-Marketing, 2009, S. 410.