Mailing

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Mailing (Begriffsklärung) aufgeführt.

Bei einem Mailing handelt es sich um eine Massen-Postsendung, welche persönlich adressiert ist, teiladressiert ist oder als Wurfsendung verbreitet wird. Sie ist immer werbend. Das Mailing ist ein heute weit genutztes Instrument, um bestimmte Kunden- und Zielgruppen direkt anzusprechen. Es ist das klassische Werbemittel im Direktmarketing.

Grundsätzliche Vorteile eines Mailings[Bearbeiten]

  • Landen im Gegensatz zur E-Mail nicht im Spamfilter
  • Haptische Wahrnehmung des gedruckten Mailings erhöht die Responserate gegenüber der E-Mail
  • Deutlich günstiger als ein persönlicher Werbekontakt (z. B. Vertreter, Messe)
  • Persönlicher und direkter Kontakt zur Zielperson
  • Personalisierung innerhalb der Werbebotschaft möglich
  • Gute Erfolgskontrolle
  • Umfangreiche Gestaltungsmöglichkeiten (Prägung, Stanzung, 3D-Mailing, Selfmailer)
  • Für verschiedene Unternehmensgrößen realisierbar
  • Im Gegensatz zu E-Mailings oder Telefonmarketing dürfen Kunden ohne Opt-In angeschrieben werden
  • Adressierte Mailings werden trotz des Schilds „Keine Werbung“ verteilt
  • Umfangreiche Selektionsmöglichkeiten möglich
  • Test-Szenarien mit unterschiedlichen Mailing-Varianten sind möglich

Grundsätzliche Nachteile eines Mailings[Bearbeiten]

  • Fehlender Adressbestand muss z. T. teuer über Adressbroker gekauft werden.
  • Steigende Papiermüllflut kann sich negativ auf den Absender niederschlagen.
  • Änderungen im Datenschutz machen Adressnutzung schwieriger

Varianten eines Mailings[Bearbeiten]

Adressiertes Mailing[Bearbeiten]

Bei einem volladressierten Mailing werden eigene Adressen (Bestandskunden, aktive/inaktive Kunden oder Interessenten) oder Adressdaten von Adresshändlern (sog. Adressbroker) beworben (Neukundenmailing). Merkmal dieser Mailing-Art ist, dass eine vollständige Anschrift zum Tragen kommt.

Teiladressiertes Mailing[Bearbeiten]

Das teiladressierte Mailing enthält keinen Namen, sondern nur eine Anrede, die Straße mit Hausnummer und die Postleitzahl und den Ort. Die typische Anrede hierfür ist: „An die Bewohner des Hauses …“ Diese Art des Mailings wurde von der Deutschen Post entwickelt, die auch exklusiv die Datenbank der Teil-Adressen über Partner wie Schober hierfür vermarktet. Der Vorteil für den Werbetreibenden ist, dass er sein Mailing zielgruppengenau versenden kann. Unter anderem kann nach Verbreitungsgebiet, Alter, Wohnsituation, Kaufkraft, oder Konsumschwerpunkten selektiert werden.[1] Ein weiterer Vorteil ist, dass Streuverluste vermieden werden. Der Kunde selektiert vor dem Druckauftrag und erhält dann die maximal mögliche Anzahl an anzuschreibenden Haushalten oder Einzelpersonen. So kann die Auflage der zu druckenden Produkte optimiert werden.

Die dann durch Bestellung generierten echten Adressen kann der Werbetreibende in seine Kundendatenbank integrieren.

Unadressiertes Mailing (Wurfsendung)[Bearbeiten]

Dieses Mailing entspricht der klassischen Postwurfsendung.

Hierbei gibt es in Deutschland zwei Möglichkeiten:

  • Postwurfsendung an alle Haushalte
  • Postwurfsendung mit Tagespost

Dieses Mailing kann über den Verbreitungsraum (bestimmte Postleitzahlengebiete, Bundesländer, oder Ballungsräume) selektiert werden. Der Werbetreibende entscheidet dann, ob er im Verbreitungsraum nur die Haushalte mit Werbung versorgt, die an diesem Tag auch andere Post bekommen („Tagespost“), oder ob er auch alle anderen mit Werbung versorgen will („an alle Haushalte“).

Produktionsarten des Mailings[Bearbeiten]

Kuvertiertes Mailing[Bearbeiten]

Es werden ein oder mehrere Teile zusammen in eine Briefhülle oder Versandtasche eingesteckt und maschinell (bei kleinen Auflagen manuell) verschlossen. Die Adresse ist entweder durch ein Fenster sichtbar oder wird vor- oder nachher auf die Briefhülle aufgedruckt.

Vorteile:

  • Mailings können so gestaltet werden, dass diese vom Empfänger als hochwertig empfunden werden (Papiersorte, Schriftart, Prägung, Briefmarke etc.). Dies erhöht die Akzeptanz und Öffnungsrate.
  • Der Inhalt des Mailings ist nicht von außen ersichtlich.
  • Es können mehrere Prospekte/Produkte/Flyer zusammen einkuvertiert werden.

Eingeschweißtes Mailing[Bearbeiten]

Es werden ein oder mehrere Teile zusammengetragen und in Folie eingeschweißt. Die Adresse wird vorher auf einen Adressträger aufgedruckt und ist durch die Folie lesbar.

Vorteile:

  • Eingeschweißte Mailings sind bei hohen Auflagen rentabel.
  • Es können mehrere Prospekte/Produkte/Flyer zusammen eingeschweißt werden – ein sogenanntes Package.
  • Bei mehreren, bzw. dicken Produkten ist das Einschweißen günstiger als das Kuvertieren.
  • Klebegebundene Kataloge können problemlos eingeschweißt werden.

Nachteile:

  • Das Recycling des Materials wird erschwert, da bei ungeöffnet weggeworfenen Sendungen der Inhalt (meist Papier) erst aufwändig von der Folie getrennt werden muss

Selfmailer[Bearbeiten]

Hauptartikel: Selfmailer

Bei einem gehefteten oder gefalzten Produkt wird eine Lasche um die offene Seite gelegt und mit Leim, oder Etiketten verschlossen und postfertig gemacht.

Vorteile:

  • Einfachere Produktion gegenüber herkömmlichen Mailing, aufgrund weniger Bestandteile.
  • Die Rabatte für geschlossene – und damit maschinenfähige Postsendungen – bleiben erhalten.

Offener Versand[Bearbeiten]

Es werden klebegebundene, oder geheftete Kataloge/Broschüren adressiert und ohne Umhüllung postfertig gemacht.

Vorteile:

  • Dieses ist die kostengünstigste Produktionsart.
  • Hohe Auflagen sind schnell zu fertigen.

Postkarten-Mailings[Bearbeiten]

Hauptartikel: Postkarten-Mailing

Ein Postkarten-Mailing ist eine gedruckte Postkarte, die zu Werbezwecken direkt im Internet hochgeladen oder dort gestaltet und personalisiert wird. Im Gegensatz zur E-Card wird sie gedruckt und der Post zum Versand übergeben.

Im beruflichen Umfeld werden Postkarten-Mailings oft für Marketingzwecke eingesetzt. Ihr größter Vorteil: es gibt keine "Hürde" Briefumschlag. Der Empfänger kommt gleich mit dem Angebot des Absenders in Kontakt. Die vergleichsweise einfache Gestaltung, verbunden mit einer möglichst hohen Auflage, machen sie zu einem innovativen Direct-Marketing-Instrument. Postkarten fallen in der Post stärker auf als herkömmliche Werbebriefe.

Produktion[Bearbeiten]

Die Auflagen liegen zwischen wenigen 100 bis mehreren Millionen Sendungen. Entweder ist jedes Schreiben bis auf die Adresse identisch, oder es wird mit einem individuellen Brieftext („Sehr geehrter Herr Mustermann …“) noch stärker auf den einzelnen Adressaten ausgerichtet. Des Weiteren bietet die digitale Drucktechnik die Möglichkeit, ganze Bildwelten innerhalb eines Mailings an die individuellen Besonderheiten der Zielgruppe (Geschlecht, Alter usw.) anzupassen. Lettershops, Buchbindereien und Druckereien bieten hierfür sehr weitgehende Möglichkeiten. Für klassische Varianten wie kuvertierte Mailings, Selfmailer oder Postkarten stehen auch äußerst performante Mailingplattformen zur Verfügung, über die online Mailings erstellt und in Auftrag gegeben werden können.[2]

Soll ein Give-away beigefügt werden, sind folgende Überlegungen wichtig: In geringer Auflage ist die manuelle Fertigung per Hand möglich. Darüber hinaus sollte das Give-away maschinenfähig sein. Des Weiteren darf es keine scharfen Ecken und Kanten haben (z. B. Kugelschreiber), da dies eine Störung in der automatischen Bearbeitung im Briefzentrum zur Folge haben kann.

Wird das Give-away lose im Umschlag beigefügt, ist zu prüfen, inwieweit es maschinell verarbeitbar ist. Die Zusteuermaschinen benötigen zumeist eine flache, geschlossene Kante von ca. 5 cm, um greifen zu können. Bei CDs oder unförmigen Beilagen werden sogenannte "Pick & Place"-Anleger eingesetzt. Hier muss die Oberseite des Produktes flach sein, damit ein Gummisaugnapf das Produkt greifen kann.

Give-aways sind aus diesem Grund idealerweise vor der Produktion mit dem Lettershop abzusprechen.

Regelungen der Deutschen Post AG[Bearbeiten]

Stempel für Infopost (alt)
Logo der Infopost (Deutsche Post AG, 2008)

Ein Mailing kann mit der Deutschen Post AG oder durch alternative Postdienste versandt werden. Bei der Versandform Infopost müssen – im Gegensatz zu einem Brief – alle in einem Mailing versendeten Schreiben „inhaltsgleich“ sein (Abweichungen sind z. B. bei der Anrede und persönlichen Informationen möglich. Verboten ist jedoch der Eindruck von individuellen Euro-Beträgen wie bei Rechnungen üblich). Jedoch gibt es bei Infopost die Sonderform des Vario-Mailings. Dann muss in jeder Mailing-Variante nur ein einzelner Bestandteil gleich sein, zum Beispiel der beiliegende Prospekt. So kann beispielsweise das Anschreiben in der Stammkunden-Mailing-Variante modifiziert werden, um etwa den Stammkunden ein besonderes Vorteilsangebot einzuräumen.

Ein Infopost-20-Gramm-Standardmailing kostet 0,28 Euro zzgl. MwSt (Stand: März 2015). Die Mindestauflage für eine deutschlandweite Infopost-Aussendung liegt bei 4.000 Stück. Ist die zu versendende Menge geringer, kann „aufgezahlt“ werden; rechnerisch kann es günstiger sein, bei 3.500 Sendungen die Mindestmenge von 4.000 Infopost-Sendungen à 0,28 Euro zu zahlen, als mit jeweils 0,62 Euro im Standardversand zu frankieren. Bei Beschränkung auf eine Leitregion, bei denen die ersten beiden Stellen der Postleitzahl übereinstimmen, liegt die Mindestmenge bei 250 Stück pro Leitregion. Bei Beschränkung auf den Postleitzahl-Leitbereich der Einlieferungsstelle auch schon ab 50 Sendungen, wobei bei mehreren großen Städten auch für mehrere Leitbereiche pro Einlieferungsstelle Infopost eingeliefert werden kann. Infopost muss nach Postleitzahl auf- oder absteigend sortiert werden, und zwar auf alle Ziffern der Postleitzahl.[3]

Für große, variantenreiche Mailings werden Sonderrabatte gewährt, so etwa für die postleitzahlen-genaue Behälterfertigung und andere vorbereitende Arbeiten im Lettershop. Praktikabel wird das erst ab Auflagen von 10.000 Sendungen. Der bisher für kleinere Auflagen genutzte Infobrief entfiel am 1. Januar 2013 ersatzlos.

Infobrief oder -post wurden früher als Drucksache oder Massendrucksache bezeichnet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Boge, Harry: "Freimachung bei der Deutschen Post mit der "Frankierwelle", Schriftenreihe Harbuger Briefmarkensammler-Verein von 1920 e.V., Bericht Nr. 3. 2010.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsche Post | Werben mit der Post | Teiladressiert
  2. Julia Berger: Die zehn performantesten Online-Mailingkonfiguratoren, print.de, 2. Februar 2012.
  3. Deutsche Post | Werben mit der Post | Infopost national

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Mailing – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen