eBay

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eBay Inc.
Das Logo des Unternehmens seit Oktober 2012
Rechtsform Corporation
ISIN US2786421030
Gründung 3. September 1995
Sitz San José / USA
Leitung John Donahoe
Pierre Omidyar (Gründer)
Mitarbeiter 27.770 (Stand: 2011)
Umsatz 11,652 Mrd. USD (2011)[1]
Branche Internetauktionshaus
Produkte Internet-Auktionen
Micropayment
FinanzdienstleistungenVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.ebay.de, www.ebay.at, www.ebay.ch
Logo des Unternehmens bis 2012

Das US-amerikanische Unternehmen eBay Inc. betreibt das weltweit größte Internetauktionshaus. Das Unternehmen wurde am 3. September 1995 von Pierre Omidyar in San José (Kalifornien) unter dem Namen AuctionWeb gegründet. Auch in Europa, etwa in Deutschland, der Schweiz und Österreich, bietet das Unternehmen seine Dienstleistungen an.

Im Laufe der Jahre erweiterte sich das Angebot von einem Consumer-to-Consumer-Marktplatz mit flohmarktähnlichem Charakter zu einer Business-to-Consumer-Plattform, d. h. es wird zunehmend Neuware von kommerziellen Händlern angeboten, im Unterschied zu den Gebrauchtwaren privater Anbieter.

Unternehmen[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

eBay-Hauptgeschäftssitz in San José

Nach der Gründung im Jahr 1995 in den USA expandierte eBay stark. 1997 investierte Benchmark Capital 6,7 Millionen US-Dollar in das Unternehmen, welches zum besten Investment in der Silicon Valley-Geschichte wurde. Zwei Jahre später waren diese Anteile 5 Milliarden US-Dollar wert.[2] Im Sommer 1999 kaufte eBay das deutsche Auktionshaus Alando für 43 Millionen US-Dollar von den drei Samwer-Brüdern. Im Jahr 2001 kaufte das Unternehmen das südkoreanische Auktionshaus Auction,[3] 2002 den Internet-Zahlungsdienstleister PayPal und 2003 die Auktions-Seite Eachnet für 180 Millionen Dollar. Im Januar 2004 übernahm eBay mobile.de (Anzeigenmarkt für Fahrzeuge in Deutschland) für 121 Millionen Euro. Im selben Jahr kamen die indische Plattform Baazee.com (Juni, 50 Millionen US-Dollar), der niederländische Online-Marktplatz-Betreiber Marktplaats.nl (November, 225 Millionen Euro) und das Immobilienportal Rent.com (Dezember, 415 Millionen US-Dollar) dazu. Im März 2005 gründete eBay die auf regionale Kleinanzeigen spezialisierte Handelsplattform Kijiji. Im Juni erwarb das Unternehmen die Angebotssuchmaschine Shopping.com für 620 Millionen US-Dollar und im September 2005 Skype für 3 Milliarden US-Dollar.[4] Im April 2006 übernahm eBay das schwedische Internetauktions-Portal Tradera.com. Der Kaufpreis wurde auf umgerechnet 48 Mio. Dollar beziffert.[5]

Am 22. August 2006 startete eBay den deutschen Online-Marktplatz eBay Express mit neuen Diensten für gewerbliche eBay-Verkäufer, der am 23. April 2008 wieder abgeschaltet wurde.[6]

Im Jahr 2007 wurde eBay von der International Academy of Digital Arts and Sciences bei der 11. Verleihung des Webby Awards mit einem Preis für das „Lebenswerk“ ausgezeichnet.[7] Am 4. Oktober übernahm das Unternehmen das Auktionsabwicklungstool Afterbuy[8] und akquirierte 2009 das südkoreanische Händlerportal Gmarket.[9]

Am 1. September 2009 gab eBay bekannt, dass es 65 Prozent der Anteile seiner Internet-Telefontochter Skype für 1,9 Milliarden US-Dollar an eine Investorengruppe verkaufen werde.[10] Kurz darauf drohten die beiden Skype-Gründer mit juristischen Schritten gegen eBay, Skype und die Investoren.[11] Im November 2009 einigten sich die Beteiligten. Die Skype-Gründer erhielten 14 Prozent an Skype (das Paket war seinerzeit 385 Millionen Dollar wert).[12]

Im Dezember 2010 kaufte eBay die lokale Einkaufssuchmaschine Milo für 75 Millionen US-Dollar. Milo.com macht den Warenbestand von Ladengeschäften in US-Städten durchsuchbar, so dass seine Nutzer im Web in Echtzeit sehen, ob von ihnen gewünschten Produkte in einem Laden in ihrer unmittelbaren Umgebung erhältlich sind.[13] In den USA bieten beteiligte lokale Händler über diesen eBay local genannten Service einen Lieferservice innerhalb einer Stunde an.[14] Im selben Monat übernahm eBay das Berliner Shopping-Portal brands4friends für rund 150 Millionen Euro.[15]

Am 10. Mai 2011 übergab eBay Skype für rund 8,5 Milliarden Euro an Microsoft und am 22. Juni wurde die 2,4 Milliarden US-Dollar teure Übernahme des E-Commerce-Unternehmens GSI Commerce abgeschlossen.

Seit Oktober 2012 sind Website und Dienste des Unternehmens in ein neues Design getaucht, im Zuge dessen auch das seit Beginn unveränderte eBay-Logo erstmals neu gestaltet wurde.[16][17] Während die Logofarben beibehalten wurden und die Buchstaben weiterhin miteinander verbunden sind, erzielte man durch Verwendung der Univers Extended ein klareres Schriftbild.[18]

Im Oktober 2013 wurde die Startseite des Unternehmens neu gestaltet. Dabei baute eBay so genannte feeds in die Seite ein, mit denen Kunden Hersteller, Händler und Produktkategorien folgen können und so immer aktuelle Angebote erhalten. Diese Funktion erhöhte die Kundenbindung und die Frequenz des Seitenbesuchs. Die Überarbeitung gehört zu den Innovationen, mit denen John Donahoe zwischen 2009 und Anfang 2014 die Börsenkapitalisierung von eBay um mehr als 50 Mrd. Dollar gesteigert hat.[14]

Zahlen und Fakten[Bearbeiten]

Geschäftszahlen eBay weltweit
Jahr Umsatz
in Mio. USD
Gewinn
in Mio. USD
2011[19] 11.651,654 3.229,387
2010 9.156,274 1.800,961
2009 8.727,36 2.389,10
2008 8.541,26 1.779,47
2007 7.672,30 348,30
2006 5.970,00 1.120,00
2005 4.552,00 1.082,15
2004 3.271,30 778,23
2003 2.165,10 441,62
2002 1.213,70 249,90
2001 748,40 116,00

Der nach Firmenangaben umsatzstärkste Anbieter von Internetauktionen soll über ungefähr 276 Millionen angemeldete Mitglieder weltweit verfügen, die online Waren kaufen oder verkaufen. Laut eBay betrug das Handelsvolumen im vierten Quartal 2008 weltweit 13,646 Milliarden US-Dollar. Das Handelsvolumen im ganzen Jahr 2011 betrug 68,633 Mrd. US-Dollar.[20]

2008 gab es laut eBay weltweit rund 516.000 eBay-Shops (rund 294.000 in den USA registrierte eBay-Shops und 222.000 aus anderen Ländern).

Das Unternehmen sei in 38 Nationen mit einem länderspezifischen Auftritt präsent. Dort sollen über 83 Millionen aktive Nutzer in mehr als 50.000 Kategorien miteinander Handel treiben.

Der teuerste Artikel, der weltweit bei eBay verkauft wurde, war ein Firmenjet für 4,9 Millionen US-Dollar.

Aktie[Bearbeiten]

Insgesamt gibt es ca. 1,535 Milliarden Aktien, von denen 61,5 % in Streubesitz sind. Der Börsenwert von eBay lag am 23. August 2012 bei rund 56 Milliarden Euro.[21]

Einen Tiefstand verzeichnete die Aktie im März 2009 mit knapp über 10 US-Dollar. Im März 2010 erreichte der Kurs einen Spitzenwert von 27,45 US-Dollar, sank bis Juli desselben Jahres auf 20 US-Dollar und ist seitdem auf mehr als das Doppelte gestiegen. Größter Aktionär ist gegenwärtig der Gründer Pierre Omidyar mit rund 10 % Aktienanteil.

Im dritten Quartal 2012 konnte eBay seinen Gewinn deutlich steigern. Im Vergleich zum Vorjahr stieg er um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf nunmehr 597 Million US-Dollar. Der Umsatz ist im dritten Quartal um 15 Prozent auf 3.4 Milliarden US-Dollar gestiegen.[22]

eBay Deutschland[Bearbeiten]

Der deutsche Vorläufer von eBay wurde 1999 in Berlin unter dem Namen Alando von sechs Unternehmern, darunter drei Brüdern, gegründet.[23] Schon sechs Monate später kaufte die amerikanische eBay-Gesellschaft das Unternehmen für 43 Millionen US-Dollar. Mitte 2000 wurde der Geschäftssitz in den Europarc Dreilinden in Kleinmachnow verlegt. Vertragspartner der eBay-Mitglieder mit Wohnsitz oder Sitz in der EU ist nach eBays allgemeinen Geschäftsbedingungen die luxemburgische eBay Europe S.à r.l., außerhalb der EU und der USA die schweizerische eBay International AG mit Sitz in Bern. Geschäftsführer bei eBay Deutschland war vom 1. März 2008 bis etwa Juli 2009 Frerk-Malte Feller; dann wechselte Feller zu eBay Australien. Sein Nachfolger wurde Stephan Zoll, bislang Geschäftsführer der eBay Advertising GmbH.[24]

eBay-Deutschlandzentrale in Kleinmachnow

In Deutschland finanziert sich eBay

  • über eine sogenannte Angebotsgebühr, die seit September 2008 zwischen 0,01 Euro und 4,80 Euro je Artikel liegt (abhängig vom gewählten Auktionsformat und Startpreis – teilweise entfällt seit Februar 2008 die Angebotsgebühr)
  • sowie über eine Provision in Höhe von zwei bis zu zwölf Prozent, die dem Verkäufer bei einem erfolgreichen Verkauf in Rechnung gestellt wird.

Ein erheblicher Anteil des Konzernumsatzes wird von den sogenannten eBay-Partnern (auch Affiliates genannt) generiert. Diese vermitteln potenzielle Kaufinteressenten an eBay und erhalten im Gegenzug Provisionen (siehe Weblinks). Um interessierte Verkäufer an eBay heranzuführen, wurden Verkaufsagenten (Händler auf Kommissionsbasis) etabliert. Die meisten dieser Händler sind Einzelunternehmer, jedoch gibt bzw. gab es auch einige größere Unternehmen, die bundesweit (Dropshop.de, Clevereasy.de, beide heute eingestellt) oder gar europaweit (auktionsbote.de, laut Website ebenfalls eingestellt) arbeiten. Vorbild für dieses Unternehmenskonzept ist Auctionsdrop aus den USA. 2005/2006 verschwanden viele dieser Verkaufsagenten wieder. Besonders aktive Händler (Mindestumsatz 3000 Euro/Monat bzw. 300 verkaufte Artikel/Monat) erhalten den Status PowerSeller.

eBay Deutschland verzeichnete im 1. Quartal 2006 etwa 20 Millionen Mitglieder und war somit Marktführer[25] im elektronischen Handel. Mehr als die Hälfte der Mitglieder gilt als Karteileichen, die seit über zwölf Monaten keine Verkäufe bzw. Käufe mehr getätigt haben. Im Mai 2009 vermeldete eBay in Deutschland über 14,5 Millionen aktive Mitglieder. Durchschnittlich sollen ständig mehr als 30 Millionen Artikel im Angebot sein. Zwei Drittel davon können laut eBay mit PayPal bezahlt werden. Der Anteil verkaufter Artikel von gewerblichen und privaten Verkäufern soll jeweils ca. 50 Prozent betragen.

Die gewerblichen Händler bei eBay Deutschland (ca. 159.000) erzielten von April 2008 bis März 2009 ein Handelsvolumen von 3,1 Milliarden Euro, 435 Millionen Euro davon waren Exporte.

Mehr als 64.000 Menschen in Deutschland verdienten 2005 einen maßgeblichen Teil ihres Lebensunterhalts mittels eBay.[26]

Nach geltender Rechtsprechung werden auf eBay in Deutschland keine Auktionen durchgeführt, sondern es kommen (unter Umständen nach einem auktionsartigen Bietverfahren) Kaufverträge zustande. Dies hat zur Folge, dass viele Gesetze zum Schutz der Verbraucher (z. B. bzgl. Widerrufsfristen und Haftung bei Verlust der Ware) gelten. Insofern ist eBay kein Auktionshaus, sondern Vermittler von Verkäufen.

Von Mai 2007 bis Ende 2009 wurde vom Verlag Gruner + Jahr in Deutschland das eBay-Magazin herausgebracht.[27]

Konkurrenten[Bearbeiten]

In den meisten Regionen ist eBay de facto konkurrenzlos. Als Auktionshäuser gibt es diverse durchweg wesentlich kleinere Anbieter, die sich jeweils auf ein Land und oft auch spezielle Fachgebiete spezialisiert haben. Teilweise versuchen diese, durch niedrigere Gebühren oder andere Auktionskonzepte (etwa eine von der Zahl der Gebote abhängigen Restdauer) Kunden zu gewinnen.[28]

Derartige Anbieter in Deutschland sind beispielsweise hood.de und booklooker.[29]

In der Schweiz ist Ricardo der größte Internet-Auktionsmarktplatz, welches auch den früheren Marktführer in Österreich OneTwoSold im September 2008 übernommen hat und in ricardo.at umbenannt wurde; Ende 2010 wurde ricardo.at geschlossen.[30]

In Polen ist Allegro Marktführer, in China wurde eBay durch Taobao verdrängt.

Als Handelsplattform ist vor allem amazon.com als Konkurrent zu nennen. Dort werden die Preise klassisch vom Verkäufer festgelegt.

Mit dem lateinamerikanischen Konkurrenten MercadoLibre aus Argentinien kooperiert eBay seit 2001. So ist eBay in den Ländern, in denen MercadoLibre aktiv ist, nicht präsent und umgekehrt. Zudem ist eBay seit dem Jahr 2001 an MercadoLibre beteiligt.[31]

Mit dem Dienst bitmit.net existiert eine Plattform, welche Auktionen mit der dezentralen e-Currency Bitcoin anbietet.

Geschäftsprozesse[Bearbeiten]

Die Geschäftsidee von eBay besteht darin, eine Internet-Plattform für den Verkauf von beliebigen Waren zur Verfügung zu stellen. Die Firma eBay selbst tritt dabei als Vermittler eines Kaufvertrags zwischen Verkäufer und Kunde auf. Die Nutzung der Plattform kostet den Verkäufer eine Gebühr, für den Käufer ist sie dagegen kostenlos. Gleichzeitig versucht eBay den automatisierten Prozess und damit die Bindung des Verkäufers ständig auszubauen: Die angekündigte Bezahlung ersteigerter Artikel über Ebay scheiterte vorläufig, da festgestellt wurde, dass dafür eine Bankenlizenz benötigt wird.[32] Private Verkäufer werden mit dem vorgesehenen System sieben Tage auf ihr Geld warten müssen. Für den Verkauf werden weiterhin drei Konzepte angeboten:

Verkauf gegen Höchstgebot
Dies ist das Verkaufsverfahren, das den Erfolg von eBay begründete. Der Anbieter einer Ware gibt einen Startpreis und eine Laufzeit (gegenwärtig bis zu 10 Tagen möglich) für die „Versteigerung“ vor. Die Interessenten haben dann die Möglichkeit, einen Betrag auf den jeweiligen Artikel zu bieten. Sie können jederzeit von konkurrierenden Interessenten überboten werden. Der aktuelle Stand der Gebote ist jederzeit für alle Beteiligten einsehbar. Derjenige Bieter, der zum Endzeitpunkt der Auktion den höchsten Betrag geboten hat, nimmt das vom Verkäufer bereits verbindlich abgegebene Angebot an. Es existiert ein „automatisches Bietsystem“ mit Erhöhungsschritten, um die die früheren Gebote angehoben werden. Diese Schritte hängen vom aktuellen Preis ab und betragen auf der deutschen eBay-Seite z. B. 0,50 EUR bei einem Wert unter 50 EUR. Ein Zuschlag durch den Verkäufer wird nicht erteilt. Denn bei einem Zuschlag handelt es sich um eine Willenserklärung des Auktionators, mit dem dieser das Gebot eines Bieters annimmt,[33] und nicht um einen bloßen Zeitablauf. Auch ist der Begriff „Versteigerung“ nicht technisch zu verstehen i. S. d. § 156 BGB. Vielmehr handelt es sich um einen Kaufvertrag mit der Besonderheit, dass die Annahme von demjenigen Bieter abgegeben wird, der bis zu dem vom Verkäufer festgelegten Zeitpunkt das höchste Gebot abgegeben hat. Der Preis ist dabei nicht identisch mit dem maximalen Gebot, sondern ist eine Währungseinheit (zum Beispiel Euro) höher als das zweithöchste Gebot. Es handelt sich daher (abgesehen vom geringfügigen Aufpreis gegenüber dem Zweitgebot) um eine sogenannte englische Zweitpreis-Auktion, die das Zweitpreis-Prinzip der Vickreyauktion mit dem aus Saalversteigerungen bekannten mehrfachen gegenseitigen Überbieten (der sogenannten englischen Auktion) verbindet. Ein Interessent muss erst dann den von ihm gebotenen Maximalpreis bezahlen, wenn es einen zweiten Interessenten gibt, dessen Gebot knapp darunter liegt.
Ferner gibt es (mit Ausnahme der Schweiz) insbesondere für hochpreisige Produktgruppen die Option, einen für den Käufer zunächst unsichtbaren Mindestpreis festzulegen, der vom Höchstbietenden überschritten werden muss, damit es zum Kaufabschluss kommt.
Verkauf zum Festpreis
Der Verkäufer bietet eine Ware für eine von ihm festgelegte Frist zu einem festen Preis an. Den Zuschlag erhält der erste Interessent, der bereit ist, diesen Preis zu zahlen. Die Angebote zum Festpreis werden auf den eBay-Seiten parallel zu den Versteigerungen aufgeführt. Diese Variante wird von eBay „Sofort Kaufen“ genannt.
Die Ware kann gleichzeitig gegen Höchstgebot versteigert und zum Festpreis angeboten werden. Wenn ein Kaufinteressent dann vor Auktionsende den Festpreis bezahlt, wird die laufende Auktion beendet.
Permanentes Angebot
Ein Verkäufer kann seine Waren permanent auf einer Webseite von eBay anbieten, die ausschließlich seine Angebote enthält. Auf diesen „eBay Shop“ genannten Seiten können Waren permanent und ohne Verfallstermin angeboten werden. Zusätzlich werden dort Waren aufgelistet, die der Verkäufer nach den Regeln der Versteigerung oder zum Festpreis verkauft.

Mitgliedschaft/Nutzung[Bearbeiten]

Um über eBay eine Ware zu kaufen oder verkaufen, muss man formal Mitglied werden. Mit dieser durch ein Passwort abgesicherten Mitgliedschaft wird in der Datenbank von eBay ein Profil angelegt, das neben den für den Versand nötigen Daten Zugriff auf weitere Funktionen bereitstellt. So kann der jeweilige Eigentümer dort den Stand seiner Auktionen einsehen oder einem anderen Mitglied eine Nachricht zukommen lassen. Dieser „Mein eBay“ genannte Bereich dient damit eBay als Kundenbindung. Mit den am 12. März 2014 in Kraft tretenden Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) für die Nutzung der deutschsprachigen eBay-Dienste hat eBay die Mitgliedschaft in ein Nutzungsverhältnis umgewandelt; statt von Mitgliedern spricht der AGB-Wortlaut nun von Nutzern.[34]

Rechtliches[Bearbeiten]

eBay-Auktionen sind in Deutschland laut einem Urteil des Bundesgerichtshofs keine Auktionen im juristischen Sinne, sondern Kaufverträge, die bei Angebotsende rechtswirksam werden.[35] Der Verkäufer muss daher auch dann liefern, wenn die Auktion – aus welchem Grund auch immer - vorzeitig endet. Einzige Ausnahme: Er ist wegen Verlust oder Zerstörung der Kaufsache oder eines Irrtums berechtigt, sein Angebot nach Start der Auktion wieder zurückzuziehen.[36] Folge der Einstufung der eBay-Auktion als Kaufvertrag ist außerdem, dass der Ausschlussgrund des § 312d Abs. 4 Nr. 5 BGB nicht greift und damit ein Widerrufsrecht nicht ausgeschlossen ist.[37]

Unter den Verkäufern ist es wichtig zu unterscheiden, ob diese gewerblich oder privat Waren anbieten. Gewerbliche Verkäufer müssen – anders als Privatleute – den Käufern ein Widerrufs- und Rückgaberecht einräumen. Zudem können diese die Gewährleistung nicht wirksam ausschließen; diese beträgt bei gebrauchten Waren mindestens 12 Monate und bei Neuware 24 Monate. Gewerbliche Verkäufer sind zudem seit 2009 (Fünfte Verordnung zur Änderung der Verpackungsverordnung) verpflichtet, Verpackungen zurückzunehmen bzw. sich an einem Rücknahmesystem (Duales System) zu beteiligen. [38] Eine genaue Grenze zu gewerblichen Anbietern ist derzeit noch schwierig, und in Streitfällen entscheiden die Gerichte unterschiedlich. Allerdings weisen Merkmale wie mehr als 40 Verkäufe in wenigen Monaten oder der Status PowerSeller auf gewerbliche Aktivitäten hin, ebenso intensive Werbeaussagen.

Beispielfälle, in denen die Gerichte auf gewerbliches Handeln entschieden:

  • Verkauf von 39 Artikeln in 5 Monaten, LG Berlin, Az. 103 U 149/01
  • Verkauf von über 40 Büchern in 6 Wochen, OLG Frankfurt am Main, Az. U (Kart) 18/04
  • Verkauf von Bekleidung als Neuware in verschiedenen Größen, LG Hannover, Az. 18 O 115/05
  • Verkauf von 42 neuwertigen oder gleichartigen Artikel in 4 Wochen, OLG Zweibrücken, Az. 4 U 210/06[39]
  • Verkauf von 10 neuen Markenartikeln, LG Frankfurt am Main, Az. 2/03 O 192/07
  • 154 Bewertungen von Käufern und Werbung „Verkaufe alles, was im Haushalt nicht mehr nötig ist“, AG Bad Kissingen, Az. 21 C 185/04
  • Durchschnittlich 26 Käuferbewertungen im Monat (über mehrere Monate) BGH GRUR 2008, 702 /OLG Hamm, Az. I-4 U 204/10[40][41]
  • Andererseits wäre eine Sammlungsauflösung von 680 angebotenen Artikeln nicht zwangsläufig gewerblich, OLG Hamburg, Az 5 W 22/11

Bewertungssystem[Bearbeiten]

Eine Auktionsplattform im Internet hat grundsätzlich das Problem, dass Käufer und Verkäufer keinen persönlichen Kontakt haben und beide Gruppen unüberschaubar groß sind. Ein Verkäufer, der defekte Ware liefert, hätte ohne Bewertungssystem Chancen, wiederholt gutgläubige Käufer zu finden; das Gleiche gilt für einen Kunden, der die gekaufte Ware nicht abnimmt oder bezahlt.

Um dieses Problem zu reduzieren, haben Online-Auktionshäuser wie eBay ein Bewertungssystem eingeführt, das es beiden Seiten nach jedem Kauf ermöglicht, den Vorgang zu beurteilen. Bei eBay kann dazu von Käufern die Kennzeichnung „positiv“, „neutral“ oder „negativ“, von Verkäufern seit dem 22. Mai 2008 nur noch „positiv“ abgegeben werden.[42] Die Bewertung kann mit einem zusätzlichen Kommentar versehen werden. Die Gesamtpunktzahl (erhaltene positive Bewertungen minus erhaltene negative Bewertungen während der gesamten Dauer der Mitgliedschaft) wird zusammen mit einem Prozentsatz (errechnet aus der Anzahl aller positiven Bewertungen geteilt durch die Summe der erhaltenen positiven und negativen Bewertungen innerhalb der letzten zwölf Monate) hinter dem Benutzernamen ausgewiesen.

Seit Mai 2007 ist zusätzlich eine differenziertere Verkäuferbewertung der Kriterien Artikel wie beschrieben, Kommunikation, Versandzeit und Versand- und Verpackungsgebühren möglich: Für jedes dieser Kriterien sind maximal fünf Sterne zu vergeben. Die durchschnittlichen Werte werden im Mitgliedsprofil detailliert angezeigt und lassen sich – anders als die klassische Bewertung – auch vom bewerteten Mitglied nicht direkt dem Bewerter zuordnen.

Die Bewertungen, Kommentare und innerhalb eines bestimmten Zeitraums auch die zugrunde liegenden Angebote sind für jedermann einsehbar. eBay-Mitglieder können die über sie abgegebenen Kommentare und die Auktionen, an denen sie beteiligt waren, allerdings auch verbergen.

Die durchschnittliche Bewertung eines Verkäufers hat verschiedene Auswirkungen auf dessen Angebote. eBay behält sich vor, Verkäufer mit vielen negativen Bewertungen zur Verwendung des hauseigenen Bezahldienstes PayPal zu verpflichten. Unterdurchschnittliche Bewertungen können auch zur Einschränkung des erlaubten Handelvolumens führen. Angebote von Verkäufern mit durchschnittlich sehr positiven Bewertungen werden hingegen auf verschiedene Weise bevorzugt; so werden deren Angebote mitunter vor den Suchergebnissen von Mitbewerbern angezeigt, des Weiteren bietet eBay so genannten Verkäufern mit Top-Bewertungen[43] Rabatte auf die Verkaufsprovision.[44][45]

Bei Streitigkeiten, oder wenn etwa Beleidigungen erfolgten, kann die Streichung der gegenseitigen Bewertungskommentare bei eBay beantragt werden. Weiterhin ist es möglich, den von der anderen Seite abgegebenen Kommentar noch einmal zu kommentieren. Bewertungen auf eBay waren mit dem Argument der Rufschädigung schon Auslöser von gerichtlichen Auseinandersetzungen.[46]

Weitere Dienste[Bearbeiten]

Zusätzlich zur eigentlichen Auktion bietet eBay Serviceleistungen rund um die Abwicklung des Kaufes an. Die Zahlung kann über das Online-Bezahlsystem PayPal abgewickelt werden, das eine Tochter von eBay betreibt und z. B. beim Verkauf in bestimmte Länder verbindlich festgelegt ist. Für den Versand der Waren werden auf den Internetseiten Werbelinks zu verschiedenen Versandunternehmen vorgehalten. Alternative Angebote von möglichen Wettbewerbern, wie z. B. Google Wallet oder Bitcoin, sind nicht zugelassen.

eBay Express war ein von eBay gegründeter Onlineshop. Anders als bei eBay selbst gab es keine Auktionen, sondern es wurde nur Neuware von geprüften gewerblichen Anbietern verkauft. Alle Waren wurden per „SofortKaufen“ verkauft, so dass das Bieten auf einen Artikel entfällt. Als Kunde hatte man, wie in anderen Onlineshops auch, einen virtuellen Warenkorb. Diesen konnte man mit verschiedenen Artikeln unterschiedlicher Anbieter füllen und alles auf einmal bezahlen. Weiterhin waren alle Angebote unbegrenzt durch einen von der eBay-Tochter PayPal angebotenen Käuferschutz gesichert. Im Jahre 2008 wurde der „Express“-Dienst eingestellt wird, begründet seitens eBay mit „Reaktionen unserer Käufer und Verkäufer“. Seit Oktober 2011 gibt es den Sofort-Verkauf für Elektrogeräte und Handys.[47]

Mit jedem Einsatz der eBay-Kreditkarte (MasterCard) werden eBay-Bonuspunkte gesammelt (für einen Euro vier Punkte, ein Punkt hat einen Wert von 0,5 Cent). Sobald 2000 eBay-Bonuspunkte gesammelt sind, erhält der Kreditkarten-Inhaber automatisch per E-Mail einen 10-Euro-PayPal-Gutschein. Ein PayPal-Konto vorausgesetzt, kann dieser Gutschein beim nächsten Einkauf auf eBay eingelöst werden. Die Commerzbank AG ist Herausgeber der eBay-Kreditkarte und Vertragspartner für die Kreditkartenleistungen. eBay ist Vertragspartner für das Bonuspunkte-Programm.[48]

Ende Februar 2012 kündigte eBay die Umstellung des Zahlungssystems für Deutschland und Österreich an. So sollen Käufer in naher Zukunft (Einführung ursprünglich geplant für Spätsommer 2012) Artikel direkt an eBay bezahlen, während Verkäufer eine Auszahlung von eBay erst erhalten werden, nachdem sie den Versand im System bestätigt haben. Dabei sind je nach Verkaufshistorie unterschiedliche Auszahlungsfristen vorgesehen. Die Abwicklung des Zahlungsverkehrs erfolgt über einen zum eBay Konzern gehörenden Zahlungsdienstleister mit Sitz in Luxemburg. Mit der Einführung ist eine Veränderung der eBay Gebührenstruktur vorgesehen, die sich teilweise in der Erhöhung der Verkaufsprovision ausdrücken wird, während im Gegenzug Nebengebühren des Zahlungsverkehrs (PayPal) wegfallen sollen. eBay erhofft sich von dieser Änderung höhere Käuferzufriedenheit durch größere Zuverlässigkeit der Verkäufer beim Versand und der Beschreibung der Artikel.[49] Aufgrund unterschiedlicher Rechtsauffassungen kam es im Juni 2012 zu Auseinandersetzungen mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, da eBay im Gegensatz zu PayPal nicht über die entsprechende Lizenz als Zahlungsdienstleister verfüge. Daraufhin wurde die Einführung auf 2013 verschoben.[50]

Im Juli 2013 startete die Testphase der neuen Sub-Plattform eBay Hire erstmals in Großbritannien. Über diese Plattform sollen lokale Dienstleistungen einfach und komfortabel für Endverbraucher über das Internet erreichbar werden, die Bedienung ist sehr einfach gehalten. Über ein Formular geben Verbraucher ein, welche Dienstleistungen sie benötigen, und wenig später erhält der Kunde entweder ein Angebot per E-Mail oder einen Anruf vom jeweiligen Dienstleister.

Werkzeuge von Drittanbietern[Bearbeiten]

Rund um Ebay haben sich Anbieter von speziellen Werkzeugen zum Kauf, Verkauf und zur Analyse von Auktionen aufgestellt. Eins der ersten deutschen Programme zum automatischen Verwalten von Angeboten und Bietvorgängen ist das von Joachim Schlesmann 2001 entwickelte Biet-o-Matic, inzwischen als freie Open Source-Software für Microsoft Windows vertrieben.[51] Schlesmann geriet mehrmals mit Ebay Deutschland in Rechtsstreit, weil das Programm angeblich den Auktionsbetrieb störe, insbesondere wenn es automatisch wenige Sekunden vor dem Ende einer Auktion biete. In den USA und anderen Ländern werden solche Sniper-Programme (von engl. sniper = Heckenschütze) von Ebay toleriert.

Umfassende Statistik-Dienstleistungen für Ebay-Vorgänge sind ein weiterer Markt; so lassen sich zum Beispiel die erzielten Preise für ein bestimmtes Produkt in Abhängigkeit von Wochentag und Uhrzeit des Auktionsendes ermitteln. Auch kann der Kunde Produktarten und damit Marktnischen finden, für die es Nachfrage, aber kaum Angebote gibt.[52]

Trivia[Bearbeiten]

Immer wieder kommt es bei eBay zu kuriosen Auktionsangeboten. Das Unternehmen selbst nimmt eine distanzierte Position zu derartigen Versteigerungen ein und unzulässige Auktionen werden meist vor Ablauf der Einstelldauer von eBay gelöscht. Großes Medieninteresse finden solche Auktionen, wenn sie ein aktuelles Zeitgeschehen aufgreifen oder besonders hohe Gebote erhalten.[53] Bekannt wurde u. a. im Frühjahr 2005 ein VW Golf IV, der früher dem späteren Papst Benedikt XVI. gehört hatte und für fast 190.000 Euro versteigert wurde.

Der erste Artikel, der je bei eBay verkauft wurde, war ein kaputter Laser-Pointer für 14,83 Dollar. Erstaunt kontaktierte der Gründer Omidyar den Höchstbietenden, um ihn zu fragen, ob er verstanden habe, dass der Laser-Pointer kaputt sei. Auf seine E-Mail erklärte der Käufer, er sei ein Sammler von defekten Laserpointern.[54]

Die oft wiederholte Geschichte, dass Omidyar eBay gegründet habe, um seiner Verlobten den Handel mit PEZ-Spendern zu erleichtern, wurde im Jahr 1997 von einem Public-Relations-Manager erfunden.

Die britische Band Chumbawamba verarbeitete die für sie typische Konsum- und Kapitalismuskritik in der Single On Ebay (Album Un, 2004).

Kritik[Bearbeiten]

Gebühren[Bearbeiten]

Eine oft geäußerte Kritik besteht darin, dass eBay die Gebühren und Verkaufsprovisionen für Verkäufer seit Gründung tendenziell immer weiter erhöht hat und damit seine marktbeherrschende Monopolstellung ausnutzt.[55] Derzeit (Stand: Februar 2014) liegt die Verkaufsprovision in Deutschland bei 10 % des Verkaufspreises, maximal 199 Euro.[56]

Bewertungssystem[Bearbeiten]

Das Bewertungssystem soll über die Zuverlässigkeit eines eBay-Nutzers informieren.[57] Anwender weisen darauf hin, dass die Veröffentlichung der Bewertung erst nach Abschluss der Gegenbewertung mehr Transparenz schaffen könnte.[58] Seit Mai 2007 ist eine differenziertere Verkäuferbewertung möglich, die diese Forderung teilweise erfüllt (siehe Hauptabsatz „Bewertungssystem“).

Im Juni 2007 wurden Fälle bekannt, in denen eBay die Negativbeurteilungen von Verkäufern löschte, nachdem die Verkäufer behauptet hatten, ihr eBay-Zugang sei ausgespäht worden. Tatsächlich aber waren die Verkäufer Betrüger, die damit gutgläubige Kunden weiter schädigen konnten, so dass am Ende ein Schaden von 130.000 € entstanden war.[59]

Verkäufer können seit Mitte 2008 keine Negativbewertungen mehr abgeben und kritisieren, dass sie ohne die Möglichkeit der Gegenbewertung betrügerischen Käufern ausgeliefert sind.

Grundsätze[Bearbeiten]

Immer wieder in der Kritik sind auch die vielen Grundsätze zum Verkaufen und Einstellen von Artikeln, die von eBay für den Kunden intransparent ausgelegt werden. So ist es aktuell beispielsweise nur dann erlaubt, das iPhone von Apple einzustellen, wenn der eBay-eigene Zahlungsdienst PayPal als Zahlungsmethode angeboten wird.[60] Dieselbe Beschränkung betrifft auch Angebote spezieller Militaria-Rubriken und generell alle Angebote von Verkäufern, welche die von eBay festgelegten Qualitätskriterien nicht erfüllen.[61] eBay verweist in diesem Zusammenhang auf die Sicherheit für den Käufer.

Des Weiteren merkte die Zeitschrift Stern im Jahr 2006 an, dass eBay nicht oder nur träge auf Betrugsmeldungen bei Verkäufern reagiere, wie etwa bei Plagiaten von Tonträgern und Ähnlichem.[62]

Sicherheitslücken und Qualitätsmanagement[Bearbeiten]

Immer wieder kommen auch Sicherheitsmängel der eBay-Software zutage, die teilweise nur zögerlich behoben werden.[63][64][65]

Handelsbeschränkungen nach US-Recht[Bearbeiten]

Beim Handel mit Waren aus Kuba gilt nach US-Recht, dass eBay Deutschland – ebenso wie eBay Österreich und eBay Schweiz – als Tochterunternehmen eines US-amerikanischen Konzerns „denselben Handelsbeschränkungen unterliegt wie die Muttergesellschaft“. Folgerung von eBay: „Daher dürfen grundsätzlich nur solche kubanischen Artikel bei eBay angeboten werden, die ‚informativ‘ oder ‚lizenziert‘ sind oder die vor dem Inkrafttreten des US-Handelsembargos gegen Kuba am 8. Juli 1963 auf den Markt gekommen sind.“ So ist es zum Beispiel nicht möglich, kubanische Zigarren auf eBay anzubieten.[66]

Nach Expertenansicht[67] verstößt diese Handhabung, die auch für die eBay-Tochter Paypal angewendet wird, jedoch gegen die Verordnung (EG) Nr. 2271/96,[68] die sogenannte EU Blocking Regulation. Diese verbietet es europäischen Unternehmen, also auch europäischen Tochterunternehmen außereuropäischer Muttergesellschaften ausdrücklich, die US-Sanktionsbestimmungen gegen Kuba und verschiedene andere Länder zu befolgen.[69]

Einschränkungen für Verkäufer[Bearbeiten]

Von Oktober 2009 bis Februar 2010 durften Verkäufer für ihre Artikel in bestimmten Produktkategorien (z. B. Bücher) keine Versandkosten mehr verlangen. eBay begründete diese Vorgabe damit, dass Versandkosten viele Kunden vom Onlinekauf abhielten. Außerdem gab es in der Vergangenheit häufig Grund zum Ärger bei Kunden, wenn Händler versuchten, durch unangemessen hohe Versand- und Verpackungskosten zusätzlich Geld einzunehmen. Die neue Regelung sollte für mehr „Transparenz und Fairness“ sorgen.[70] Dies stieß von Seiten der Verkäufer auf Kritik, denn vor allem für private Händler waren eBay-Auktionen in den betroffenen Kategorien weniger lukrativ, wenn nicht sogar – bei geringwertigen Waren – ein Verlustgeschäft. Aber auch viele Käufer befürchteten höhere Kosten, da nun die bisher gängige Praxis, beim Kauf mehrerer Artikel von einem Verkäufer die Versandkosten zu reduzieren, nicht mehr möglich war.[71] Der private Verkäufer hatte nur die Wahl, den Artikel gebührenfrei mit 1 € Startpreis anzubieten mit der Gefahr, auf einem Teil der Versandkosten sitzen zu bleiben, oder einen höheren Startpreis zu wählen, um zumindest die Versandkosten vorab abzusichern, was jedoch mit höheren Einstellgebühren verbunden ist.

Die Pflicht, in bestimmten Kategorien kostenlosen Versand anzubieten, wurde am 8. Februar 2010 durch festgelegte Versandobergrenzen abgelöst.[70] Diese Obergrenzen orientieren sich in Deutschland an den Preisen von Versandunternehmen wie DHL und Deutsche Post AG.

Um betrügerische Angebote weitgehend zu unterbinden, wurden Beschränkungen für Verkäufer eingeführt. Das kann bedeuten, dass z. B. im Monat entweder maximal 75 Artikel oder insgesamt nur im Wert von bis zu 3000 Euro eingestellt werden können.[72] Bei mehreren negativen Bewertungen oder aufgrund von Käuferbeschwerden können Händler auch – zumindest vorübergehend – gesperrt werden.

Ab Herbst 2013 gelten sowohl für Online-Händler als auch für Privatpersonen neue Richtlinien für Produktfotos. Es muss mindestens ein Bild mit einer Breite von 500 Pixel vorhanden sein. Fotos aus dem Katalog oder vom Hersteller dürfen nicht mehr als Hauptfotos für gebrauchte Artikel verwendet werden (Ausnahmen: Bücher, Filme, Musik, Videospiele). Generell dürfen Bilder keine Umrandung, keine Grafik und keinen Marketingtext enthalten. Wasserzeichen mit Logo sind nicht mehr zulässig, sondern nur noch als dezenter Text zur Kennzeichnung und Zuordnung von Eigentum.[73]

In den Medien[Bearbeiten]

Features und Dokumentarfilme[Bearbeiten]

  • Kriegen und Haben. eBay – oder: Wie wild wird der Warenaustausch? Radio-Feature von Walter Filz, Produktion: WDR/ NDR/ SWR 2004.
  • Traders’ Dreams – Eine Reise in die eBay-Welt. Dokumentarfilm. D 2007. Buch und Regie: Stefan Tolz, Marcus Vetter.

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Backhaus: Widerruf, Irrtum und Leistungsstörungen bei Internet-Auktionen. JurPC Web-Dok. 88/2006 (online).
  • Uwe Schlömer, Jörg Dittrich: eBay & Recht. Springer-Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-540-20974-3.
  • Philip Kiefer, Markus Wilde, Sabine Wais: „Das große eBay Handbuch“. Data Becker, Düsseldorf 2004, ISBN 3-8158-2397-8.
  • Philip Kiefer, Markus Wilde, Sabine Wais: „Das eBay Handbuch“. Data Becker, Düsseldorf 2004, ISBN 3-8158-2720-5.
  • Andreas Diekmann, David Wyder: Vertrauen und Reputationseffekte bei Internetauktionen. In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 2002, 54. Jg., Nr. 4, S. 674–693 (PDF; 762 KB).
  • Ulrich Brinkmann, Matthias Seifert: „Face to Interface“: Zum Problem der Vertrauenskonstitution im Internet am Beispiel von elektronischen Auktionen. In: Zeitschrift für Soziologie, 30. Jg., Nr. 1, 2001, S. 23–47 (PDF; 311 KB).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: eBay – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Kategorie:eBay – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. eBay Bilanz GuV | Kennzahlen | Umsatz | Gewinn
  2. http://www.fundinguniverse.com/company-histories/benchmark-capital-history/
  3. Cho Ji-hyun: Showdown between Naver, eBay begins. In: The Korea Herald. 4. Januar 2011, abgerufen am 31. Januar 2011 (englisch).
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatVolker Briegleb: eBay stellt Skype auf den Prüfstand. In: Heise.de. 18. April 2008, abgerufen am 4. November 2012.
  5. „eBay übernimmt schwedisches Internetauktions-Portal“ finanzen.net, 24. April 2006
  6. „eBay Express in Deutschland abgeschaltet“
  7. „David Bowie bekommt "Internet-Oscar"“ Heise.de, 1. Mai 2007
  8. „eBay schluckt Afterbuy“ Heise.de, 4. Oktober 2007
  9. Milliardenkauf: Ebay übernimmt Gmarket. In: Spiegel Online. 16. April 2009, abgerufen am 31. Januar 2011 (deutsch).
  10. eBay verkauft Skype
  11. Skype-Gründer weiten Klagen aus
  12. manager-magazin.de 6. November 2009: Wie die Skype-Gründer zweimal kassieren
  13. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAchim Sawall: eBay kauft Suchmaschinenbetreiber. 3. Dezember 2010, abgerufen am 31. Dezember 2010.
  14. a b Business Insider: You Can Explain eBay's $50 Billion Turnaround With Just This One Crazy Story, 8. Februar 2014
  15. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatReidel, Michael: Ebay schluckt Brands4friends. 20. Dezember 2010, abgerufen am 20. Dezember 2010.
  16. eBay: A new look for the global online marketplace. Abgerufen am 16. September 2012 (englisch, Pressemitteilung).
  17. Lars Budde: Neues eBay-Logo: Frisches Erscheinungsbild ab Mitte Oktober. In: t3n Magazin. 14. September 2012, abgerufen am 16. September 2012.
  18. Transition Marketing: Ebay’s New Logo – Evolution of a Brand or Just Another Trend Follower?, 14. Juni 2012
  19. Pressemeldung von ebay. [1]
  20. Pressemeldung von ebay. [2]
  21. Marktbetrachtung EBAY INC. beim Börsendienst OnVista
  22. eBay konnte Gewinn deutlich steigern. www.social-secrets.com. Abgerufen am 21. Oktober 2012.
  23. http://partners.nytimes.com/library/tech/99/09/biztech/technology/22mcgr.html
  24. Katja Schönherr: Stephan Zoll wechselt an die Spitze von Ebay Deutschland. In: Werben & Verkaufen. 9. Juli 2009, abgerufen am 4. November 2012.
  25. Bradford Francis, Irina Saal, Mathias Koeckeritz: Germany: eBay – a sales channel for U.S. companies (PDF, 5 S.; 87 kB), U.S. Commercial Service, Department of Commerce, September 2007
  26. Quelle: ACNielsen International Research, Februar 2006.
  27. http://www.dwdl.de/nachrichten/23102/ebaymagazin_wird_ende_des_jahres_eingestellt/
  28. Auktionshilfe.de: „eBays Konkurrenz“
  29. focus.de 19. Juli 2009: Es muss nicht immer eBay sein
  30. ricardo.at geschlossen
  31. Pressemitteilung von eBay zur Zusammenarbeit mit MercadoLibre
  32. Welt.de zur benötigen Banklizenz für Zahlung an eBay
  33. BGH, NJW 2005, 53 (54).
  34. Synopse AGB vor und nach dem 12. März 2014
  35. BGH-Urteil vom 3. November 2004, Az. VIII ZR 375/03.
  36. BGH-Urteil vom 8. Juni 2011, Az. VIII ZR 305/10 (PDF; 133 kB), vereinfacht und verständlich erklärt bei Stiftung Warentest
  37. Widerrufsrecht bei eBay-Auktionen, Sören Siebert in Bezug auf das Urteil des BGHs VIII ZR 375/03
  38. Verpackungsverordnung Internet-Versandhandel (Ebay), IHK Frankfurt am Main
  39. http://medien-internet-und-recht.de/rss_druckversion_mir.php?mir_dok_id=1300
  40. internetrecht-rostock
  41. justiz.nrw.de
  42. „eBay räumt auf“ Heise.de, 11. Februar 2008
  43. http://pages.ebay.de/help/sell/top-rated.html
  44. http://www.wortfilter.de/News/news2732.html
  45. http://www.wortfilter.de/News/news3323.html
  46. „Nicht zutreffende eBay-Bewertungen müssen gelöscht werden“ Heise.de, 9. Oktober 2006
  47. ebay.de
  48. http://pages.ebay.de/kreditkarte/bonus.html?ebay048
  49. Ebay wird Mittler von Bezahlvorgängen, Heise, 28. Februar 2012.
  50. Ebay verschiebt neue Zahlungsabwicklung nach Bafin-Forderung
  51. Biet-o-Matic Webseite, abgerufen am 1. März 2014
  52. Das größte Portal für die Marktanalyse, auch von Amazon-Traffic, ist die amerikanische Firma Terapeak.
  53. Täglich aktualisierte Auflistung „kurioser“ Auktionen auf wortfilter.de
  54. Die eBay-Anfänge
  55. Online-Auktionen: Warum wir eBay hilflos ausgeliefert sind. In: Handelsblatt, 2. September 2009. Abgerufen am 6. Februar 2014.
  56. eBay erhöht seine Verkaufsprovision auf 10 %. In: heise online, 15. Januar 2014. Abgerufen am 6. Februar 2014.
  57. [3]
  58. „Urteil gegen unwahre Bewertung bei eBay“ Heise.de, 10. Mai 2006
  59. „eBay löschte Negativ-Bewertungen bei Betrügern“ Heise.de, 14. Juni 2007
  60. Regeln für den Handel mit Apple iPhones in Deutschland
  61. http://community.ebay.de/communitynews/item/show/1123
  62. http://www.stern.de/wirtschaft/news/unternehmen/ebay-die-plagiate-drehscheibe-562301.html
  63. Heise.de: „eBay-Passwortklau“, 15. Dezember 2004
  64. Heise.de: „Erneute Datenpanne bei eBay“, 29. Oktober 2007
  65. Heise.de: „eBay: Flash-Applets in Auktionen können Nutzerdaten stehlen“, 12. März 2008
  66. http://pages.ebay.de/help/policies/embargo.html
  67. Die Bank gewinnt. Beitrag von Benedikt Fuest auf Welt Online, 30. Juli 2011
  68. Verordnung (EG) Nr. 2271/96 des Rates vom 22. November 1996 zum Schutz vor den Auswirkungen der extraterritorialen Anwendung von einem Drittland erlassener Rechtsakte sowie von darauf beruhenden oder sich daraus ergebenden Maßnahmen
  69. Lothar Harings: Privatrechtliche Durchsetzung von US-Embargos? In: ExportManager, Nr. 7/2011, 14. September 2011, S. 17.
  70. a b http://pages.ebay.de/help/pay/maximum_shippingcosts.html
  71. http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/18/0,3672,7619890,00.html
  72. pages.ebay.de/help/sell/sellinglimits.html
  73. Mehr zeigen – mehr verkaufen. Top-Tipps für tolle Fotos (PDF; 2,2 MB). Broschüre, eBay, S. 11–13, Abschnitt Ab Herbst gelten neue Bilderstandards.

37.376944444444-121.92277777778Koordinaten: 37° 22′ 37″ N, 121° 55′ 22″ W