Panzerkaserne Böblingen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Luftbildaufnahme von 2013 mit dem Neubau der Panzer High School
Plan der Panzerkaserne

Die Panzerkaserne Böblingen (amerikanische Bezeichnung: Panzer Kaserne) steht in der Kreisstadt Böblingen in Baden-Württemberg.

Vorkriegszeit und Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Frühjahr 1936 wurden 620 ha Wald, fast die Hälfte des Waldbestandes der Stadt Böblingen, gefällt, um neue Kasernen zu errichten. Das Heeresbauamt Stuttgart hatte den Befehl erhalten, die Bauvorhaben Vaihingen (Kurmärker Kaserne / Patch Barracks) und Böblingen zu beginnen. Die Bauleitung wurde dem Dipl.-Ingenieur Korsch († 29. Januar 1943) übertragen. Nach der endgültigen Genehmigung der Lagepläne begannen am 1. Oktober 1936 die eigentlichen Bauarbeiten an der Kaserne.

Anhaltendes Regenwetter erschwerte die Arbeiten auf der „Urwaldbaustelle“, wie sie bald genannt wurde, außerdem stellten sich bald Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung ein. Trotzdem wurden die Termine im Wesentlichen nicht überschritten. Die Bauarbeiten wurden, unabhängig von den schlechten Witterungsverhältnissen in Tag- und Nachtschichten vorangetrieben. Bemerkenswert ist, dass es während der gesamten Bauzeit keine größeren Unglücksfälle gab. Die Kaserne wurde in Rekordzeit fertiggestellt, einige Gebäude in nur 46 Arbeitstagen im Rohbau, obwohl laut Planung 60 Tage veranschlagt waren.

Panzerregiment 8[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1938 zog das Panzerregiment 8 in die neue Kaserne ein und wurde offiziell mit einem großen Festakt am 9. April 1938 begrüßt. Bei diesem Anlass dankte der Regimentskommandeur Oberst Johann Haarde († 8. Februar 1945) von der Turmluke seines Panzers aus für die Begrüßungsworte und versicherte, dass die Soldaten gern und mit offenem Herzen in ihre neue Heimat einziehen würden. Am 20. April 1939 verließ das Regiment die Kaserne bereits, um nach Mylowitz bei Prag verlegt zu werden.

US-Streitkräfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Kriegsende zogen Einheiten der US-Armee in die ehemaligen Panzerkasernen ein – und zwar vereinbarungsgemäß am 7. Juli 1945, als die französische Besatzungsmacht den Landkreis Böblingen verlassen hatte. Die zum Teil stark bombenbeschädigten Gebäude wurden von der amerikanischen Besatzungsmacht und von deutschen Handwerkern und Arbeitern instand gesetzt.

Little America[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1951 entstand eine kleine US-Siedlung, im Volksmund „Little America“, die rund 950 Familien beherbergt.

Panzer Exchange[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 7. Februar 2007 wurde in der Böblinger Panzerkaserne Deutschlands größter US-amerikanischer Supermarkt, „Panzer Exchange“, eröffnet.

United States Marine Corps Forces Europe (MARFOREUR)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Panzerkaserne Böblingen ist das Hauptquartier des United States Marine Corps Forces Europe (MARFOREUR).

Waffendiebstahl 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2016 wurden mehrere Handfeuerwaffen aus der Panzerkaserne gestohlen.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadtarchiv Böblingen
  2. „Böblingen – Fliegerstadt und Garnison“, Erwin Funk, 1974

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Panzerkaserne Böblingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Weapons stolen from arms room on US military base in Stuttgart

Koordinaten: 48° 41′ 4″ N, 9° 2′ 44″ O