Landkreis Böblingen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Böblingen Deutschlandkarte, Position des Landkreises Böblingen hervorgehobenKoordinaten: 48° 41′ N, 9° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Region: Stuttgart
Verwaltungssitz: Böblingen
Fläche: 617,82 km²
Einwohner: 381.281 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 617 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: BB, LEO
Kreisschlüssel: 08 1 15
Kreisgliederung: 26 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Parkstraße 16
71034 Böblingen
Webpräsenz: www.lrabb.de
Landrat: Roland Bernhard (parteilos)
Lage des Landkreises Böblingen in Baden-Württemberg
Frankreich Schweiz Österreich Bodensee Rheinland-Pfalz Hessen Freistaat Bayern Alb-Donau-Kreis Baden-Baden Landkreis Biberach Landkreis Böblingen Bodenseekreis Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Calw Landkreis Emmendingen Enzkreis Landkreis Esslingen Freiburg im Breisgau Landkreis Freudenstadt Landkreis Göppingen Heidelberg Landkreis Heidenheim Landkreis Heilbronn Heilbronn Hohenlohekreis Landkreis Karlsruhe Karlsruhe Landkreis Konstanz Landkreis Lörrach Landkreis Ludwigsburg Main-Tauber-Kreis Mannheim Neckar-Odenwald-Kreis Ortenaukreis Ostalbkreis Pforzheim Landkreis Rastatt Landkreis Ravensburg Rems-Murr-Kreis Landkreis Reutlingen Rhein-Neckar-Kreis Landkreis Rottweil Landkreis Schwäbisch Hall Schwarzwald-Baar-Kreis Landkreis Sigmaringen Stuttgart Landkreis Tübingen Landkreis Tuttlingen Ulm Landkreis Waldshut ZollernalbkreisKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Böblingen ist ein Landkreis in Baden-Württemberg. Er gehört zur Region Stuttgart im Regierungsbezirk Stuttgart.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Westen des Landkreises liegen das Obere Gäu (hier auch Korngäu genannt) und ein Teil des Heckengäus, der bis zu den Ausläufern des Schwarzwalds reicht. Im Süden gehören große Teile des Schönbuchs zum Kreisgebiet, des ersten Naturparks in Baden-Württemberg. Auch im Norden gibt es neben den offenen Landschaften der Gäue Waldgebiete, namentlich als Glemswald zusammengefasst.

Größere Flüsse oder Seen sind im Kreisgebiet nicht vorhanden. Im südlichen Kreisgebiet entspringen die Aich und die Würm. Die Bäche und kleineren Flussläufe münden alle in den Neckar, direkt oder über die Enz. Der geographisch höchste Punkt befindet sich auf dem Kühlenberg nahe Oberjettingen auf 626 m ü. NN, der tiefste liegt bei 315 m ü. NN in der Glemsniederung an der nördlichen Kreisgrenze.

Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Liste der Orte im Landkreis Böblingen enthält die ungefähr 150 Orte (Städte, Dörfer, Weiler, Höfe und Wohnplätze) des Landkreises Böblingen im geographischen Sinne.

Nachbarkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis Böblingen grenzt im Uhrzeigersinn im Nordosten beginnend an den Landkreis Ludwigsburg, an den Stadtkreis Stuttgart sowie an die Landkreise Esslingen, Reutlingen, Tübingen, Calw und Enzkreis.

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[2]

Naturschutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis Böblingen besitzt die nachfolgenden Naturschutzgebiete. Nach der Schutzgebietsstatistik der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)[3] stehen 732,59 Hektar der Kreisfläche unter Naturschutz, das sind 1,19 Prozent.

  1. Feuerbacher Heide-Dickenberg: 17,8 ha; Gemeinde Rutesheim, Gemarkung Perouse
  2. Gerlinger Heide: 14,9 ha (davon 14,5 ha im Landkreis Böblingen); Gemarkungen Leonberg und Gerlingen (Landkreis Ludwigsburg)
  3. Grafenberg: 23,9 ha; Stadt Herrenberg, Markungen Mönchberg und Kayh
  4. Hacksberg und Steckental: 160 ha (davon 100 ha im Landkreis Böblingen); Gemarkungen Dätzingen, Weil der Stadt, Schafhausen und Ostelsheim (Landkreis Calw)
  5. Hartmannsberg: 25,6 ha; Gemeinde Weissach, Gemarkung Flacht
  6. Hinteres Sommerhofental: 22,0 ha; Gemarkung Sindelfingen
  7. Kappelwiesen-Beim Roten Brunnen-Salzwiesen: 30,8 ha; Gemarkung Weil der Stadt
  8. Kasparsbrunnen-Ried-Binn: 53,2 ha; Gemarkungen Aidlingen, Döffingen und Dätzingen
  9. Krebsbachaue: 92,0 ha; Gemarkungen Ehningen, Gärtringen und Rohrau
  10. Längenbühl: 12,4 ha; Gemarkung Renningen
  11. Merklinger Ried: 18,7 ha; Stadt Weil der Stadt, Gemarkung Merklingen
  12. Mittelberg: 45,3 ha; Gemarkung Weil der Stadt
  13. Neuweiler Viehweide: 13,5 ha; Gemarkung Waldenbuch
  14. Oberes Hölzertal: 28,8 ha; Gemarkung Magstadt
  15. Schaichtal: 467,8 ha; Markungen Waldenbuch, Aich, Grötzingen, Neuenhaus, Altenriet, Schlaitdorf (Landkreis Esslingen), Walddorfhäslach (Landkreis Reutlingen) und Dettenhausen (Landkreis Tübingen)
  16. Storrenberg: 12,4 ha; Gemeinde Aidlingen, Gemarkung Dachtel
  17. Venusberg-Wolfsäcker-Besental/Halde: 115 ha; Gemarkungen Aidlingen und Deufringen
  18. Waldwiese im Mahdental: 1,9 ha; Gemarkung Sindelfingen
  19. Würmaue am Heuberg: 24,8 ha; Stadt Weil der Stadt, Gemarkungen Hausen an der Würm und Merklingen

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis Böblingen geht auf das alte gleichnamige württembergische Oberamt zurück, das schon zu Zeiten des Herzogtums Württemberg errichtet wurde. Im Laufe der Geschichte wurde es mehrmals verändert und 1938 in den Landkreis Böblingen überführt. Damals wurden nahezu alle Gemeinden des aufgelösten Oberamts Herrenberg sowie einige Gemeinden des Amtsoberamtes Stuttgart dem Landkreis Böblingen angegliedert.

Am 1. September 1971 wurde der Landkreis um die Gemeinde Dachtel des Landkreises Calw vergrößert.

Am 1. Januar 1973 kamen bei der Kreisreform 15 Gemeinden des Landkreises Leonberg dazu – darunter die damaligen bzw. späteren Städte Leonberg, Weil der Stadt, Renningen und Rutesheim – (die anderen kamen entweder zum Landkreis Ludwigsburg oder zum Enzkreis im Regierungsbezirk Karlsruhe) sowie die Gemeinde Deckenpfronn des Landkreises Calw.[4]

Am 1. Januar 1975 wurden die Stadt Leinfelden und die Gemeinde Musberg an den Landkreis Esslingen abgegeben. Damit erreichte der Landkreis seinen heutigen Umfang.

Seit Abschluss der Gemeindereform am 1. Januar 1975 umfasst der Landkreis Böblingen 26 Gemeinden, darunter neun Städte und hiervon wiederum vier „Große Kreisstädte“ (Böblingen, Herrenberg, Leonberg und Sindelfingen). Größte Stadt des Kreises ist Sindelfingen, kleinste Gemeinde ist Deckenpfronn.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).

Datum Einwohner
31. Dezember 1973 286.618
31. Dezember 1975 288.385
31. Dezember 1980 305.725
31. Dezember 1985 310.431
27. Mai 1987 ¹ 315.677
Datum Einwohner
31. Dezember 1990 334.602
31. Dezember 1995 351.027
31. Dezember 2000 364.987
31. Dezember 2005 372.155
31. Dezember 2010 371.396
31. Dezember 2015 381.281

Im Jahr 2010 war der Landkreis Böblingen – bedingt durch das relativ niedrige Durchschnittsalter der Bevölkerung, die höhere Lebenserwartung und die überdurchschnittliche Geburtenhäufigkeit – einer der wenigen Kreise mit einer positiven Geburtenbilanz in Baden-Württemberg.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis wird vom Kreistag und vom Landrat verwaltet.

Kreistag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem vorläufigen Ergebnis. Das amtliche Endergebnis wird vom Statistischen Landesamt gegen Ende des Jahres bekannt gegeben.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
[6]
Sitze
2014
%
2009
[7]
Sitze
2009
[8]
%
2004
Sitze
2004
%
1999
Sitze
1999
%
1994
Sitze
1994
%
1989
Sitze
1989
Kreistagswahl 2014
Wahlbeteiligung: 49,1 %
 %
40
30
20
10
0
34,43 %
27,33 %
15,04 %
13,27 %
4,60 %
3,53 %
1,06 %
0,60 %
0,14 %
S:ALZ
Sonst.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+0,30 %p
+2,82 %p
-0,56 %p
+0,98 %p
-4,24 %p
+1,61 %p
-0,23 %p
+0,60 %p
-1,28 %p
S:ALZ
Sonst.
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
FW Freie Wähler im Landkreis Böblingen e. V. 34,43 30 34,13 30 - - - - - - - -
WG Wählervereinigungen - - - - 31,0 28 32,9 27 30,3 28 30,8 32
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 27,33 22 24,51 19 29,1 24 29,1 22 25,5 22 26,4 24
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 15,05 13 15,60 12 18,8 15 21,9 16 21,9 18 23,8 21
GRÜNE GRÜNE und Unabhängige 13,27 11 12,29 9 12,3 10 9,0 6 15,5 12 10,3 9
FDP Freie Demokratische Partei 4,60 4 8,84 6 5,6 4 4,8 3 3,8 3 4,9 4
LINKE Die Linke 3,53 3 1,92 1 - - - - - - - -
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands 1,06 1 1,29 1 - - - - - - - -
S:ALZ Stadt: Arbeit, Leben, Zukunft 0,60 - - - - - - - - -
REP Die Republikaner - - 0,4 1,9 1 2,3 1 3,0 2 3,7 3
Sonst. Sonstige; 2014:FRiDi, 2009:PBC 0,14 - 1,02 - 1,2 1 - - - - - -
gesamt 100,0 84 100,0 78 100,0 83 100,0 75 100,0 85 100,0 93
Wahlbeteiligung 49,1 % 51,37 % 52,7 % 52,9 % 67,7 % 60,2 %
  • WG: Wählervereinigungen, da sich die Ergebnisse von 1989 bis 2004 nicht auf einzelne Wählergruppen aufschlüsseln lassen.
Sitzverteilung im Kreistag
3
13
11
30
4
22
1
13 11 30 22 
Von 84 Sitzen entfallen auf:

Landrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreistag wählt den Landrat für eine Amtszeit von 8 Jahren. Dieser ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises. Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Kreistagssitzungen sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. In den Gremien hat er kein Stimmrecht. Sein Stellvertreter ist der Erste Landesbeamte, der nicht Kreis-, sondern Landesbeamter ist.

Die Landräte des ehemaligen Landkreises Leonberg 1938–1972
Die Landräte des Landkreises Böblingen ab 1935

Die Oberamtmänner des ehemaligen Oberamts Böblingen sind im Artikel Oberamt Böblingen dargestellt.

Landtagsabgeordnete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Landtagswahlen ist das Kreisgebiet in die Wahlkreise 5 (Böblingen) und 6 (Leonberg) aufgeteilt, wobei ersterer den Osten des Landkreises samt Böblingen und Sindelfingen umfasst, letzterer den Norden, Süden und Westen mit Leonberg und Herrenberg.

Der Wahlkreis 5 (Böblingen) wird im aktuellen Landtag durch Thekla Walker (Grüne) und Paul Nemeth (CDU) vertreten, der Wahlkreis 6 (Leonberg) durch Bernd Murschel (Grüne) und Sabine Kurtz (CDU).

Bundestagsabgeordnete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bundestagswahlkreis Böblingen umfasst den gesamten Landkreis Böblingen ohne Waldenbuch und Steinenbronn. Im aktuellen Bundestag der 18. Wahlperiode vertreten den Wahlkreis Böblingen Clemens Binninger (CDU) und Richard Pitterle (DIE LINKE).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen des Landkreises Böblingen

Das Wappen des Landkreises Böblingen zeigt in Gold unter einer liegenden schwarzen Hirschstange eine dreilatzige rote Fahne an drei schwarzen Trageringen. Das Wappen wurde 18. April 1947 angenommen und dem neuen vergrößerten Landkreis Böblingen am 30. August 1974 vom Innenministerium Baden-Württemberg neu verliehen.

Die Fahne ist die Wappenfigur der Pfalzgrafen von Tübingen, die u. a. die Städte Böblingen, Sindelfingen und Herrenberg gründeten, ehe diese an das Herzogtum Württemberg kamen. Die württembergischen Hirschstangen symbolisieren die sehr frühe Zugehörigkeit des Kreisgebiets zu Württemberg.

Von 1927 bis 1947 prägte das Sportflugzeug Kl 25 das Wappen des Oberamts und Landkreises Böblingen.

Kreispartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis unterhält Partnerschaften zum Kreis Timiș in Rumänien und zum Bezirk Kaunas in Litauen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Strecke, die die Württembergische Staatsbahn in diesem Gebiet baute, war 1868/69 die Schwarzwaldbahn von Stuttgart über Leonberg nach Weil der Stadt, die 1872 bis Calw verlängert wurde. Erst 1879 folgte die Gäubahn von Stuttgart damals bis Eutingen im Gäu. Die Rankbachbahn als Querverbindung zwischen diesen beiden Strecken von Böblingen über Sindelfingen nach Renningen kam 1914/15 hinzu. Eine Querverbindung von der Gäubahn ins Neckartal stellte 1909 die Ammertalbahn Herrenberg–Tübingen her.

Die Gegend südlich der Kreisstadt wurde 1910/11 durch die Schönbuchbahn Böblingen–Dettenhausen erschlossen; sie wird ab 1996 im Auftrag der Kommunen von der Württembergischen Eisenbahn-Gesellschaft (WEG) betrieben. Eine Zweigstrecke von der Station Schönaicher First nach Schönaich wurde 1922 durch die Deutsche Reichsbahn eröffnet, die ab 1928 mit der Siebenmühlentalbahn von Leinfelden nach Waldenbuch auch das Siebenmühlental erschloss.

Weissach, die nördlichste Gemeinde des Kreises, ist seit 1906 Endpunkt der von den Württembergischen Nebenbahnen AG erbauten Strohgäubahn.

Von dem 100 Kilometer umfassenden Schienennetz wurden inzwischen 18 Kilometer stillgelegt:

  • 1954: Schönaicher First–Schönaich (drei Kilometer)
  • 1955: Leinfelden–Steinenbronn–Waldenbuch (neun Kilometer)
  • 1983: Weil der Stadt–Schafhausen(–Calw) (sechs Kilometer)

Allerdings lag der Personenverkehr auf weiteren 20 Kilometern rund 30 Jahre lang ebenfalls still.

Verantwortlich für den Öffentlichen Personennahverkehr ist der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart.

Durch das Kreisgebiet führt die Bundesautobahn 8 StuttgartKarlsruhe sowie die A 81 Stuttgart–Singen (Hohentwiel). Ferner wird es durch Bundes-, Landes- und Kreisstraßen erschlossen. Die wichtigsten sind die B 14 Rottweil–Stuttgart und die B 295 Calw–Stuttgart.

Kreiseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis Böblingen ist Schulträger der folgenden Beruflichen Schulen: Kaufmännische Schule Böblingen und Mildred-Scheel-Schule Böblingen (letztere unter anderem mit Biotechnologischem Gymnasium und Ernährungswissenschaftlichem Gymnasium), Hauswirtschaftliche und Landwirtschaftliche Schule Herrenberg, Gewerbliche, Kaufmännische und Hauswirtschaftliche Schule Leonberg und Gottlieb-Daimler-Schule I und Gottlieb-Daimler-Schule II (mit der Akademie für Datenverarbeitung) im Technischen Schulzentrum Sindelfingen, ferner der Schulen für Geistigbehinderte mit Schulkindergarten in Böblingen (Käthe-Kollwitz-Schule), Herrenberg (Friedrich-Fröbel-Schule), Leonberg (Karl-Georg-Haldenwang-Schule) und Sindelfingen (Bodelschwinghschule), der Schule für Körperbehinderte mit Schulkindergarten in Sindelfingen und der Schule für Sprachbehinderte und Kranke in längerer Krankenhausbehandlung mit Schulkindergarten für Sprachbehinderte in Sindelfingen. Zusammen mit den Städten Böblingen und Sindelfingen ist der Landkreis Böblingen Träger der Volkshochschule.

Krankenhäuser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden Kreiskrankenhäuser in Herrenberg und Leonberg wurden zunächst seit 2005 in Form einer Eigengesellschaft des Landkreises Böblingen von der Kreiskliniken Böblingen gemeinnützige GmbH betrieben. Das Krankenhaus in Böblingen und das frühere städtische Krankenhaus in Sindelfingen wurden in der Klinikum Sindelfingen/Böblingen gGmbH betrieben. Beide Gesellschaften gehörten dem Klinikverbund Südwest an, an dem die Landkreise Calw und Böblingen beteiligt sind. Nach dem Ausstieg der Stadt Sindelfingen aus dem Klinikverbund Südwest werden alle vier Krankenhäuser im Landkreis Böblingen (Böblingen, Herrenberg, Leonberg und Sindelfingen) in der Kreiskliniken Böblingen gGmbH betrieben, an der der Kreis die Mehrheit hält. Der Klinikverbund Südwest ist ein Zusammenschluss der Krankenhäuser Böblingen, Calw, Herrenberg, Leonberg, Nagold und Sindelfingen. Gemeinsam mit dem Therapiezentrum im Klinikverbund Südwest, dem Medizinischen Gesundheitszentrum und der Service GmbH Schwarzwald zählt er zu den größten kommunalen Gesundheitseinrichtungen in Süddeutschland. Mittelfristig sollen die bestehenden Kliniken Böblingen und Sindelfingen aufgegeben werden und durch einen Klinikneubau auf dem Flugfeld in Böblingen ersetzt werden.

Abfallwirtschaftsbetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Böblingen wird in Form eines Eigenbetriebs geführt und ist mit seinen rund 240 Mitarbeitern ein mittelständischer Komplettanbieter für die Abfallentsorgung und Verwertung. Er bedient im Kreis rund 170.000 private Haushalte sowie eine große Zahl von Gewerbebetrieben bei der Entsorgung und Weiterverwertung von Abfällen und betreibt die Wertstoffhöfe in den einzelnen Kreisgemeinden. Als einer von drei Landkreisen in Baden-Württemberg setzt der Landkreis Böblingen zur Sammlung von Wertstoffen das Wertstoffhofkonzept („Bringsystem“) anstelle des Gelben Sacks um.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis weist das höchste Verdienstniveau in Baden-Württemberg auf. Das durchschnittliche Arbeitnehmerentgelt (brutto einschl. Arbeitgeber-Sozialbeiträge) betrug 2009 42.645 Euro.[9]

Der Kreis ist Träger der Kreissparkasse Böblingen.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landkreis Esslingen Landkreis Tübingen Landkreis Reutlingen Landkreis Ludwigsburg Stuttgart Landkreis Calw Enzkreis Pforzheim Mötzingen Jettingen Holzgerlingen Deckenpfronn Aidlingen Ehningen Gärtringen Hildrizhausen Nufringen Bondorf Gäufelden Herrenberg Waldenbuch Weil im Schönbuch Weil im Schönbuch Altdorf (Landkreis Böblingen) Holzgerlingen Böblingen Schönaich Steinenbronn Magstadt Sindelfingen Grafenau (Württemberg) Weil der Stadt Renningen Rutesheim Rutesheim Weissach LeonbergMunicipalities in BB.svg
Über dieses Bild

Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaften und Gemeindeverwaltungsverbände:

  • Gemeindeverwaltungsverband Aidlingen/Grafenau mit Sitz in Aidlingen; Mitgliedsgemeinden: Aidlingen und Grafenau
  • Gemeindeverwaltungsverband Gärtringen/Ehningen mit Sitz in Ehningen; Mitgliedsgemeinden: Gärtringen und Ehningen
  • Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Herrenberg mit den Gemeinden Deckenpfronn und Nufringen
  • Gemeindeverwaltungsverband Holzgerlingen mit Sitz in Holzgerlingen; Mitgliedsgemeinden: Stadt Holzgerlingen und Gemeinden Altdorf und Hildrizhausen
  • Gemeindeverwaltungsverband „Oberes Gäu“ mit Sitz in Gäufelden; Mitgliedsgemeinden: Bondorf, Gäufelden, Jettingen und Mötzingen
  • Gemeindeverwaltungsverband Waldenbuch-Steinenbronn mit Sitz in Waldenbuch; Mitgliedsgemeinden: Stadt Waldenbuch und Gemeinde Steinenbronn
Städte im Landkreis Böblingen
Stadt Wappen Fläche
km²
Einwohner
31. Dezember 2014
Ew-Dichte
Ew je km²
Höhe
über NN
Böblingen, Große Kreisstadt DEU Boeblingen COA.svg 000000000000039.040000000039,04 000000000048696.000000000048.696 000000000001247.00000000001.247 000000000000464.0000000000464
Herrenberg, Große Kreisstadt Wappen Herrenberg.svg 000000000000065.710000000065,71 000000000031003.000000000031.003 000000000000472.0000000000472 000000000000460.0000000000460
Holzgerlingen Wappen Holzgerlingen.png 000000000000013.380000000013,38 000000000012635.000000000012.635 000000000000944.0000000000944 000000000000476.0000000000476
Leonberg, Große Kreisstadt Wappen Leonberg.png 000000000000048.730000000048,73 000000000047219.000000000047.219 000000000000969.0000000000969 000000000000386.0000000000386
Renningen Stadtwappen Renningen.svg 000000000000031.130000000031,13 000000000017107.000000000017.107 000000000000550.0000000000550 000000000000409.0000000000409
Rutesheim Wappen Rutesheim.png 000000000000016.240000000016,24 000000000010624.000000000010.624 000000000000809.0000000000809 000000000000447.0000000000447
Sindelfingen, Große Kreisstadt Sindelfingen coat of arms.png 000000000000050.850000000050,85 000000000063971.000000000063.971 000000000001258.00000000001.258 000000000000449.0000000000449
Waldenbuch Waldenbuch-wappen.png 000000000000022.700000000022,70 000000000008590.00000000008.590 000000000000378.0000000000378 000000000000362.0000000000362
Weil der Stadt Coat of Arms of Weil der Stadt.svg 000000000000043.170000000043,17 000000000018652.000000000018.652 000000000000432.0000000000432 000000000000406.0000000000406
Gemeinden im Landkreis Böblingen
Gemeinde Wappen Fläche
km²
Einwohner
31. Dezember 2014
Ew-Dichte
Ew je km²
Höhe
über NN
Aidlingen Wappen Aidlingen.svg 000000000000026.560000000026,56 000000000008843.00000000008.843 000000000000333.0000000000333 000000000000427.0000000000427
Altdorf Wappen Altdorf (Boeblingen).png 000000000000017.470000000017,47 000000000004651.00000000004.651 000000000000266.0000000000266 000000000000483.0000000000483
Bondorf Bondorf-wappen.png 000000000000017.550000000017,55 000000000005854.00000000005.854 000000000000223.0000000000223 000000000000460.0000000000460
Deckenpfronn Wappen Deckenpfronn.png 000000000000011.420000000011,42 000000000003306.00000000003.306 000000000000289.0000000000289 000000000000569.0000000000569
Ehningen Ehningen Wappen.svg 000000000000017.800000000017,80 000000000008694.00000000008.694 000000000000488.0000000000488 000000000000448.0000000000448
Gärtringen Wappen-Gaertringen.svg 000000000000020.210000000020,21 000000000011882.000000000011.882 000000000000588.0000000000588 000000000000476.0000000000476
Gäufelden Wappen Gaeufelden.png 000000000000020.070000000020,07 000000000009231.00000000009.231 000000000000460.0000000000460 000000000000470.0000000000470
Grafenau Wappen Grafenau.png 000000000000013.040000000013,04 000000000006735.00000000006.735 000000000000516.0000000000516 000000000000402.0000000000402
Hildrizhausen Hildrizhausen-wappen.png 000000000000012.170000000012,17 000000000003645.00000000003.645 000000000000300.0000000000300 000000000000481.0000000000481
Jettingen Jettingen-CoA-Vector.svg 000000000000021.120000000021,12 000000000007654.00000000007.654 000000000000362.0000000000362 000000000000559.0000000000559
Magstadt Coat of arms Magstadt.svg 000000000000019.130000000019,13 000000000009323.00000000009.323 000000000000487.0000000000487 000000000000427.0000000000427
Mötzingen Moetzingen-wappen.png 000000000000008.15000000008,15 000000000003608.00000000003.608 000000000000443.0000000000443 000000000000533.0000000000533
Nufringen Wappen Nufringen.svg 000000000000010.040000000010,04 000000000005503.00000000005.503 000000000000548.0000000000548 000000000000459.0000000000459
Schönaich Wappen Schoenaich.png 000000000000014.160000000014,16 000000000010083.000000000010.083 000000000000712.0000000000712 000000000000435.0000000000435
Steinenbronn Steinenbronn-wappen.png 000000000000009.72000000009,72 000000000006466.00000000006.466 000000000000665.0000000000665 000000000000431.0000000000431
Weil im Schönbuch Wappen Weil im Schoenbuch.png 000000000000026.140000000026,14 000000000009816.00000000009.816 000000000000376.0000000000376 000000000000482.0000000000482
Weissach Wappen weissach 2006.png 000000000000022.140000000022,14 000000000007490.00000000007.490 000000000000338.0000000000338 000000000000375.0000000000375

In der Tabelle stehen die Gemeinden des alten Landkreises Böblingen vor der Gemeindereform. Alle Gemeinden, mit Ausnahme von Leinfelden und Musberg, welche heute Teil des Landkreises Esslingen sind, gehören auch heute noch zum Landkreis Böblingen.[4]

Landkreis Böblingen vor der Kreisreform
frühere Gemeinde heutige Gemeinde Einwohner
am 6. Juni 1961
Affstätt Herrenberg 706
Aidlingen Aidlingen 2.671
Altdorf Altdorf 1.315
Böblingen, Große Kreisstadt Böblingen 25.366
Bondorf Bondorf 2.309
Breitenstein Weil im Schönbuch 514
Dagersheim Böblingen 2.540
Darmsheim Sindelfingen 1.992
Dätzingen Grafenau 1.037
Deufringen Aidlingen 757
Döffingen Grafenau 2.252
Ehningen Ehningen 4.085
Gärtringen Gärtringen 3.491
Gültstein Herrenberg 1.563
Haslach Herrenberg 577
Herrenberg, Stadt Herrenberg 9.539
Hildrizhausen Hildrizhausen 1.566
Holzgerlingen Holzgerlingen 5.290
Kayh Herrenberg 902
Kuppingen Herrenberg 1.601
Leinfelden, Stadt Leinfelden-Echterdingen 7.062
Magstadt Magstadt 5.114
Maichingen Sindelfingen 4.892
Mönchberg Herrenberg 610
Mötzingen Mötzingen 1.592
Musberg Leinfelden-Echterdingen 2.647
Nebringen Gäufelden 1.015
Neuweiler Weil im Schönbuch 315
Nufringen Nufringen 2.371
Oberjesingen Herrenberg 1.017
Oberjettingen Jettingen 1.215
Öschelbronn Gäufelden 1.428
Rohrau Gärtringen 638
Schönaich Schönaich 5.923
Sindelfingen, Große Kreisstadt Sindelfingen 26.127
Steinenbronn Steinenbronn 2.848
Tailfingen Gäufelden 771
Unterjettingen Jettingen 1.679
Waldenbuch, Stadt Waldenbuch 4.475
Weil im Schönbuch Weil im Schönbuch 4.510

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen BB zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben. Seit dem 25. April 2013 ist auch das Unterscheidungszeichen LEO (Leonberg) erhältlich.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Land Baden-Württemberg – Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden (in acht Bänden); Hrsg. von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg; Band III: Regierungsbezirk Stuttgart – Regionalverband Mittlerer Neckar, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2.
  • Der Kreis Böblingen in der Reihe Heimat und Arbeit des Konrad Theiss Verlags, Stuttgart, 1983, Herausgeber: Landrat Reiner Heeb. ISBN 3-8062-0275-3.
  • Hans-Dieter Musch (Text) Manfred Grohe (Fotos): Schönbuch und Gäu, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart, 1976. ISBN 3-8062-0148-X.
  • Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Stuttgart. Hrsg. von Reinhard Wolf. Jan Thorbecke Verlag, Stuttgart 2002. ISBN 3-7995-5173-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Landkreis Böblingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für den Landkreis Böblingen.
  3. Schutzgebietsstatistik der LUBW
  4. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 447 und 459 f.
  5. Höchstes Geburtendefizit im Südwesten seit Bestehen des Landes Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 8. Juli 2011, abgerufen am 7. Dezember 2012
  6. [1] Ergebnis der Kreistagswahl 2014
  7. [2] Stimmenverteilung der Kreistagswahlen 1989–2009
  8. [3] Sitzverteilung der Kreistagswahlen 1989–2009
  9. Landkreis Böblingen 2009 mit höchstem Verdienstniveau. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 24. August 2011, abgerufen am 29. April 2012.