Panzerlied

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Panzerlied bezeichnet im weiteren Sinn idealisierende Soldatenlieder oder Gedichte der Panzertruppe und im engeren Sinn ein gleichnamiges Lied von Kurt Wiehle.

Die meisten in Stil und Wortwahl für gewöhnlich eher einfach gehaltenen Verse entstanden während des Zweiten Weltkriegs. Die Verfasser sind meist anonym; schriftliche Veröffentlichungen gab es höchstens im Selbstverlag oder in Briefform. Diese Art von Soldatenliedern wird erst in neuerer Zeit als eigenständige Literaturform von Historikern wiederentdeckt und erforscht.

Panzerlied von Kurt Wiehle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das bekannteste deutsche Panzerlied, welches heute noch beim Österreichischen Bundesheer gesungen wird und bis Mai 2017 auch bei der Deutschen Bundeswehr[1] gesungen wurde, trägt ebenso diesen Titel. Es stammt von Oberleutnant Kurt Wiehle. Er schrieb es am 28. Juni 1935 auf der Fahrt nach Königsbrück/Sachsen. Die Melodie wird dem Luiska-Lied (Wohl über den Klippen) aus dem 19. Jahrhundert zugerechnet, was jedoch entgegen anderen Auffassungen nicht als gesichert angenommen werden kann.[2][3] Dieses Panzerlied erlangte u. a. deswegen allgemeine Bekanntheit, weil es in dem Kriegsfilm Die letzte Schlacht (im Original: Battle of the Bulge) von 1965 zu hören ist. Ein gewisses Maß an Popularität genießt es auch bei US-amerikanischen Truppen; die Melodie wurde für das Lied Képi Blanc der französischen Fremdenlegion verwendet.

Das Lied ist auch in der letzten Ausgabe des Liederbuches Kameraden singt! der Bundeswehr von 1991 enthalten. Im Mai 2017 stoppte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen die weitere Ausgabe des Liederbuches, da „einige Textpassagen nicht mehr unserem Werteverständnis entsprechen“. Das Panzerlied stand dabei u.a. besonders in der Kritik.[4] Im April 2009 wurde ein Liederbuch der CDU Baden-Württemberg zurückgezogen, weil es dieses Lied enthielt.[5] Günther Oettinger urteilte: „Ein solches Lied hat in keinem Liederbuch etwas verloren, schon gar nicht in einem der CDU“ und wies die Landesgeschäftsstelle an, das Buch „Lied.Gut.“ mit dem Untertitel „Volkslieder und Schlager für fröhliche Stunden“ einzustampfen.[6][3][7] Er selbst hatte diese Liedersammlung zusammen mit Generalsekretär Thomas Strobl herausgegeben.[6]

Die erste Strophe lautet: „Ob’s stürmt oder schneit, Ob die Sonne uns lacht, Der Tag glühend heiß, Oder eiskalt die Nacht. Bestaubt/Verstaubt sind die Gesichter, Doch froh ist unser Sinn, Ist unser Sinn; Es braust unser Panzer / Im Sturmwind dahin!“[8]

Die Melodie der zweiten Hälfte jeder Strophe wurde dem Refrain des Südwesterliedes (1937, Lied der Deutschen in Namibia) entlehnt.

Weitere Panzerlieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bruno von Brackel schrieb den Text des Panzerliedes „Sitzt auf, Kameraden, den Motor werft an“.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eberhard Frommann: Die Lieder der NS-Zeit: Untersuchungen zur nationalsozialistischen Liedpropaganda von den Anfängen bis zum Zweiten Weltkrieg. 1999, ISBN 3-89438-177-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. panzerlexikon.de Panzerlied der Bundeswehr (Memento vom 6. April 2009 im Internet Archive)
  2. Gabriele Renz, Volker Schmidt: Mein lieber Herr Gesangverein. Frankfurter Rundschau vom 3. April 2009, auf www.fr.de
  3. a b David Gall: „Lied.Gut.“: Vor Dummheit geschützt? Posting vom 3. April 2009 auf www.hagalil.com
  4. Artikel auf tagesschau.de
  5. Artikel auf swr.de im Cache der Suchmaschine Google
  6. a b Oettinger, das Liederbuch und die Nazis Süddeutsche Zeitung vom 3. April 2009
  7. bibliographischer Nachweis im SWB Online-Katalog. des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes
  8. Liedtext bei ingeb.org