Paul Fürbringer

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Paul Fürbringer. Foto von 1901.

Paul Walther Fürbringer (* 7. August 1849 in Delitzsch; † 21. Juli 1930 in Berlin) war ein deutscher Mediziner. Er war Bruder des Anatomen und Ornithologen Max Fürbringer (1846–1920).

Fürbringer studierte in Berlin und Jena. In Jena wurde er 1874 mit einer Arbeit über das Kopfskelett von Myxine glutinosa zum Dr. med. promoviert. Er war Assistent in Jena und in Heidelberg bei Nicolaus Friedreich, wo er über die Lungenmykosen des Menschen und Quecksilberwirkung arbeitete. 1879 wurde er Professor für Haut- und Kinderkrankheiten an der Universität Jena und übernahm die medizinische Distriktspoliklinik in Jena. 1886 wurde er als Direktor der inneren Abteilung des Krankenhauses Friedrichshain zu Berlin und 1890 zugleich zum Geheimen Medizinalrat und Mitglied des Königlichen Medizinalkollegiums für Berlin und die Mark Brandenburg ernannt.

Fürbringer entwickelte ein spezielles Verfahren der präoperativen Hände- und Unterarmdesinfektion (Fürbringer-Methode; 1888 Einführung der chirurgischen Händedesinfektion mit Alkohol und Sublimat), einen Eiweißnachweis im Harn (Fürbringer-Reaktion) sowie chirurgische Instrumente (z. B. Fürbringer-Trokar).

Weitere Arbeitsgebiete waren Krankheiten des Urogenitalsystems, Quecksilberwirkung, akute Infektionskrankheiten, Händedesinfektion, Leberkrankheiten, Lumbalpunktion und Klimatotherapie (Reiseberichte aus den Mittelmeerländern), Sportmedizin und Pharmakologie.

1925 wurde er Ehrenmitglied der Leopoldina, in die er 1883 aufgenommen worden war.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zur vergleichenden Anatomie der Muskeln des Kopfskeletts der Zyklostomen (Jena 1875).
  • Untersuchungen und Vorschriften über die Desinfektion der Hände des Arztes (1888).
  • Die Krankheiten der Harn- und Geschlechtsorgane (1884; 2. Aufl. 1890).
  • Über die Punktionstherapie der serösen Pleuritis und ihre Indikation (1890).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]