Paul Gillon

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Paul Gillon (* 11. Mai 1926 in Paris; † 21. Mai 2011 in Amiens[1]) war ein französischer Comiczeichner.

Werdegang[Bearbeiten]

Paul Gillon zeichnete bereits mit 14 Jahren Karikaturen für die Zeitschriften Samedi Soir, France Dimanche und Gavroche. 1947 erhielt er eine Anstellung bei der Comiczeitschrift Vaillant, er übernahm die Serien Lynx Blanc, Capitaine Cormoran und Wango und arbeitete dabei mit den Autoren Roger Lécureux und Jean Ollivier zusammen. Mit Fils de Chine schuf er 1950 seine erste eigene Serie, in der er Mao Zedong porträtierte. Die insgesamt 160 Seiten lange Geschichte zeichnete er in schwarz-weißen, voneinander nahezu unabhängigen Panels, bei denen die Textblöcke den Zusammenhang zwischen den Bildern herstellten.[2]

1961 begann Gillon eine Zusammenarbeit mit dem Journal de Mickey. Bis 1964 zeichnete er für dieses Magazin mehrere Folgen der Serie Les temps des copains nach Texten von Jean Canolle.[3] Hierbei handelte es sich um eine Adaption der gleichnamigen Fernsehserie, die wiederum die Adaption eines Romans von Canolle war. Weitere Arbeiten für das Journal de Mickey waren La déesse d'or (1961), eine Fortsetzung zu der gleichnamigen Fernsehserie,[4] Téva (1973), eine Adaption der gleichnamigen Fernsehserie nach Texten von Georges Tardy, und schließlich Le Fantôme de Barbe Noire (1977), eine Adaption des Spielfilms Blackbeard's Ghost von Robert Stevenson.[5]

Mit Jean-Claude Forest erarbeitete Gillon ab 1964 die Serie Die Schiffbrüchigen der Zeit, die in dem Magazin Chouchou erschien. Die Serie um ein Paar aus dem 20. Jahrhundert, das in einer Raumkapsel nach 1000-jährigem Tiefschlaf wiedererwacht und sich mit den Bewohnern des Sonnensystems arrangieren muss, wurde nach neun Seiten eingestellt und erst 1974 in der Tageszeitung France Soir fortgesetzt. Bekannt wurde sie mit den weiteren Veröffentlichungen ab 1977 in Métal Hurlant. Ab Band 5 übernahm Gillon auch das Schreiben der Szenarios.

Von 1959 bis 1972 zeichnete er für France Soir den Daily strip 13, Rue de l'Espoir. Es erschienen 4139 Folgen, die Anfang der 1980er Jahre in zwei Sammelbänden von Les Humanoïdes Associés erneut veröffentlicht wurden.[6]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

1982 erhielt er den Grand Prix de la Ville d’Angoulême auf dem Internationalen Comicfestival in Angoulême.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1947 Lynx Blanc (Autor: Roger Lécureux)
  • 1950–1953 Fils de Chine
  • 1954 Capitaine Cormoran (Autor: Jean Ollivier)
  • 1958 Wango (Autor: Roger Lécureux)
  • 1964–1989 Les Naufragés du Temps (Autor: Jean-Claude Forest, dt. Die Schiffbrüchigen der Zeit, Carlsen Verlag)
  • 1968 Jérémie
  • 1977 L'Histoire du Socialisme en France (Autor: Claude Moliterni)
  • 1978 Les Léviathans (dt. Leviathan, Ehapa)
  • 1985 Au Nom de tous les Miens (Autor: Patrick Cothias)
  • 1993 Jehanne
  • 1996 La Dernière des Salles Obscures (Autor: Denis Lapière)
  • 2000 Le Contrat
  • 2002 La Veuve Blanche
  • 2004 L'Ordre de Cicéron (Autor: Richard Malka)
  • 2005 Quintet Band 2 (Autor: Frank Giroud, dt. Quintett. Die Geschichte des Alban Meric. Comicplus+)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Todesnachricht, Libération vom 25. Mai 2011. Abgerufen am 26. Mai 2011.
  2. Thierry Groensteen (Hrsg.): Asterix, Barbarella & Co. Geschichte des Comic im französischen Sprachraum. Somogy Editions D'Art, Paris 2000. S. 114.
  3. bdoubliees: Temps des copains
  4. Zur Fernsehserie s. die französische Wikipedia
  5. Inducks: Le fantôme de Barbe-Noire
  6. Andreas C. Knigge: Comic-Lexikon. Ullstein 1988, ISBN 3-548-36554-X. S. 213.

Weblinks[Bearbeiten]