Fußpflege

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Bei der Fußpflege, auch Pediküre (vom lateinischen pes, pedis=der Fuß) genannt, werden im Wesentlichen die Zehennägel gekürzt und Hornhaut an den Füßen wird entfernt (auch die Hornschwielen namens Hühneraugen). Dagegen umfasst die medizinische Fußpflege oder Podologie auch direkte Behandlungen der Füße. Das Gegenstück für die Hände ist die Maniküre. Kosmetische Fußpflegemittel werden unterstützend zur Reinigung, Pflege und Desodorierung der Füße verwendet.

Behandlungsmethoden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nagellack wird auf die Zehennägel aufgetragen

Die Pediküre als kosmetische Fußpflege ergänzt die eigene Fußpflege und ist medizinisch nicht notwendig. Eine umfassende Pediküre kann folgende Anwendungen beinhalten:

  • Neutrales Fußbad: 10 bis 20 Minuten in warmem Wasser.
  • Schneiden der Zehennägel.
  • Feilen der Zehennägel.
  • Entfernen der Hornhaut und eventuell vorhandener Hühneraugen.
  • Entfernen abgestorbener Nagelhaut.
  • Eincremen und Massieren der Füße.
  • Lackieren der Zehennägel.

Kosmetische Fußpflege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Produkte zur Linderung oder Beseitigung von Fußbeschwerden und Erkrankungen, wie Hühneraugenmittel, Fußpilzmittel und Nagelfalztinkturen sind der medizinischen Fußpflege zugeordnet. Produkte zur Reinigung, Pflege und Desodorierung der Füße sind kosmetische Fußpflegemittel. Fußcremes und Fußbalsame pflegen, desinfizieren und beduften die Haut und unterstützen die Massage. Neben Reinigung und Erfrischung dienen Fußbäder der Durchblutungsförderung, Desodorierung und der Hornhauterweichung. Rubbelcremes ermöglichen eine sanfte Entfernung der Hornhaut. Deodorantien und Antitranspirantien in Form von Sprays, Cremes oder auch Bädern dienen der Kontrolle und Reduktion von Geruchsproblemen. Fußpuder wirken schweißhemmend, schützen vor Geruchsbildung, saugen Feuchtigkeit auf.[1] In Fußcremes findet sich nicht selten der pflanzliche Inhaltsstoff Lavendel, welcher als besonders erfrischend und geruchsneutralisierend gilt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte der Pediküre, bzw. medizinischen Fußpflege beginnt bereits im alten Ägypten im 16. Jahrhundert vor Christus. Im Papyrus Ebers (benannt nach dem damaligen Käufer Georg Ebers), einem „medizinischen Papyrus“, gibt es bereits Hinweise auf Fußpflege, bzw. die Verarztung von Leiden an den Füßen. So z. B. das Wort „Äb“ für Hühnerauge und diverse Zaubersprüche und Rezepte zur Behandlung, wie etwa der Vorschlag zur Behandlung von Hornhaut mit einer Pflasterzubereitung. Auch der Grieche Hippokrates und der Römer Plinius der Ältere sollen das Hühnerauge erwähnt und behandelt haben.

Die nächsten historischen Aufzeichnungen finden sich erst im Mittelalter Europas wieder; und zwar bei Paulos von Aigina. Dieser beschreibt die Behandlungsmethoden seiner Zeit und berichte so zum Beispiel vom „Brenneisen en vogue“. Allgemein kümmerte sich ab dem 12. Jahrhundert der neu entstandene Berufszweig des Baders auch um die Pflege von Füßen, so z. B. die Entfernung von Verhornungen und Warzen.

In der späteren Neuzeit waren es vor allem jüdische Emigranten, die sich der Fußpflege widmeten. So war es diesen in Deutschland und Österreich untersagt, ihr Handwerk auszuüben. Der „Beruf“ des Fußpflegers unterlag damals keiner Innung und so gingen sie dieser Beschäftigung nach. Schriften aus England und Frankreich aus jener Zeit belegen dies. Bekannte Fußpfleger dieser Zeit waren Abraham Durchlacher und sein Sohn Lewis Durchlacher. Letzterer schrieb drei Bücher zum Thema, darunter sein Hauptwerk „A Treatise of Corns“, welches fast 100 Jahre nach Veröffentlichung, im Jahr 1945 in den USA erneut erschien. [2]

Im 20. Jahrhundert folgten schließlich diverse gesetzliche und medizinische Neuerungen, die zum Beruf des Fußpflegers führten und am 2. Januar 2002 im Berufsbild Podologie mündeten.

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pittoreskes Fußpflegestudio in Wanne (Herne)

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ausbildung zum (kosmetischen) Fußpfleger wird seit Jahrzehnten in vielfältiger Form (meist Kurse) mit schwankendem Umfang und Inhalten angeboten.[3] Gesetzlich geregelt ist die Ausbildung von Podologen[4] bzw. medizinischen Fußpflegern. Sie arbeiten medizinisch und sind gründlicher (2 Jahre) ausgebildet. Krankenkassen tragen strikt nur noch podologische Leistungen, zum Beispiel für Diabetiker. Betriebswirtschaftlich lohnt die aufwendige Zusatzausbildung für etablierte Fußpfleger kaum.

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Österreich[5] absolvieren Fußpfleger eine dreijährige Lehre in Form einer dualen Ausbildung. Lehrlinge schließen mit der Lehrabschlussprüfung ab und dürfen dann nur Behandlungen durchführen, die nicht ausdrücklich in den Bereich ärztlicher bzw. orthopädischer Behandlung fallen. Um Selbständigkeit (beruflich)selbständig tätig werden zu können, müssen Fußpfleger eine Befähigungsprüfung ablegen. Die Ausbildung für den medizinischen Bereich erfolgt an Gesundheitsschulen oder an krankenhauseigenen Ausbildungszentren.

Den Begriff „medizinische Fußpflege“ gibt es in Österreich nicht.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fußpflege – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Umbach: Kosmetik und Hygiene, 3. Auflage 2004, Wiley-VCH Verlag, Weinheim S. 150ff. ISBN 3-527-30996-9.
  2. Geschichte der Podologie, Arbeitsgemeinschaft der Schulen für Podologie
  3. Abgrenzung der Ausbildung abgerufen am 25. Juli 2010.
  4. Podologen-Gesetz (PodG)
  5. Ausbildungsverordnungen des österr. Wirtschaftsministeriums abgerufen am 9. Januar 2014;
    Berufs- und Brancheninfos der Wirtschaftskammer Österreich
  6. Berufs- und Brancheninfos der Wirtschaftskammer Österreich