Philipp (Brabant)

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Philipp von Brabant, Kupferstich um 1600
Wappen Philipps

Philipp von Saint-Pol (* 25. Juli 1404; † 4. August 1430 in Löwen) war Graf von Saint-Pol und Ligny (1415–1430) sowie am 17. April 1427 Herzog von Brabant und Limburg. Er war der zweite Sohn des Herzogs Anton von Brabant und Limburg aus dem Haus Valois-Burgund und der Johanna von Luxemburg-Saint-Pol. Sein älterer Bruder war Johann von Brabant.[1]

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1417 kämpfe er an der Seite seines Onkels Johann Ohnefurcht, des Herzogs von Burgund, gegen die Armagnaken, und wurde 1419 nach der Einnahme von Paris von diesem im Alter von nur 15 Jahren zum Capitaine de Paris, dem Militärgouverneur der Stadt, ernannt.[2] 1425 nahm er an der Auseinandersetzung zwischen seinem Bruder Herzog Johann IV. von Brabant und Limburg und seiner ehemaligen Ehefrau Jakobäa teil, der Gräfin von Hennegau und Holland.

Als er Vorbereitungen traf, um ins Heilige Land zu reisen, starb sein Bruder und hinterließ ihm die Herzogtümer Brabant und Limburg. Er beabsichtige die Eheschließung mit Jolante von Anjou, Tochter von Ludwig II., Herzog von Anjou, und Jolante von Aragon, starb aber vor der Hochzeit mit 26 Jahren.[3] Da er keine ehelichen Erben hatte, wurde sein Vetter Philipp der Gute sein Nachfolger als Herzog von Brabant und Limburg.[4] Die Grafschaften Ligny und Saint-Pol fielen an seine Mutter, die sie an ihre Neffen Peter I. von Luxemburg und Johann II. von Luxemburg weitervererbte.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Philipp von Saint-Pol hatte fünf uneheliche Kinder mit Barbara Fierens:[5]

  • Anton († 1498 in Hemixhem), Bastard von Brabant
  • Philipp († 1465), Baron von Cruybeke, ∞ 1463 Anne de Baenst († 1485)
  • Johann († 1495), Bastard von Brabant, Bischof von Soissons
  • Wilhelm, Bastard von Brabant
  • Isabella, Bastardin von Brabant, ∞ Philippe de Vieville

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johann Samuel Ersch, Johann Georg Heinrich Hassel, Johann Gottfried Gruber, Wilhelm Müller, Andreas Gottlieb Hoffmann, August Leskien: Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste in alphabetischer Folge. Zweite Section: H–N. Gleditsch, 1842, S. 406. (books.google.com).
  2. Paul Bonenfant, A.-M. Bonenfant-Feytmans: Philippe le Bon. Sa politique, son action. De Boeck, Paris/ Bruxelles 1996, ISBN 2-8041-2115-1, S. 113. (books.google.de)
  3. Otto Julius Bernhard von Corvin-Wiersbitzki: Kurzer Abriss der Geschichte der Niederlande bis auf Philipp den Zweiten, nebst einer Beschreibung des Landes im Jahr 1560. 1841, S. 224. (books.google.com)
  4. Gisela Meyer: Die Familie von Palant im Mittelalter (= Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte. Band 202. ISSN 0436-1180). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, ISBN 3-525-35852-0, S. 311. (books.google.de)
  5. Stammtafel. auf racineshistoire.free.fr (PDF, S. 8.)
Vorgänger Amt Nachfolger
Johann IV. Herzog von Brabant und Lothier
Herzog von Limburg
Markgraf von Antwerpen

1427–1430
Philipp der Gute
Walram III. Graf von Ligny
Graf von Saint-Pol

1415–1430
Johanna