Phillips-Recess

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Phillips-Schrau­ben­dreher
Kopf einer Phillips-Schraube
Phillips-Bits in den Größen PH0, PH1, PH2 und PH3
a) Schlitz   b) Phil­lips   c) Po­zi­driv   d) Sechsrund   e) In­nen­sechs­kant   f) Ro­bert­son    g) Tri-Wing   h) Torq-Set   i) Spanner

Phillips-Recess (kurz: Phillips) ist eine Form des Kreuzschlitzantriebs für Schrauben.

Der Antrieb wurde von J. P. Thompson erfunden und 1933 patentiert. Die bis dahin gebräuchliche Schlitzschraube stellte für die aufkommende automatisierte, industrielle Produktion ein Problem dar, da die Ausrichtung von Werkzeug und Schraube zu viel Zeit in Anspruch nahm und ein Abrutschen des Werkzeugs das Produkt beschädigen konnte. Obwohl Werkzeughersteller damals glaubten, solche Schraubenköpfe im Gegensatz zu herkömmlichen Schlitzschrauben nicht herstellen zu können, konnte Thompson das Patent an die Firma Phillips-Screw von Henry F. Phillips verkaufen.

Das Profil erhielt weitere Verbesserungen und entspricht heute im Wesentlichen einem Patent von Phillips von 1934.[1] Der Antrieb setzte sich zunächst vor allem in der amerikanischen Automobilindustrie durch, nach dem Zweiten Weltkrieg aber auch in vielen anderen Bereichen.

Beim Phillips-Antrieb verjüngen sich die vier Flanken der Klinge jeweils nach unten hin. Wegen dieser Keil­form tritt beim Anziehen einer Phillips-Schraube eine Axialkraft auf, welche die Spitze des Schraubendrehers aus dem Schraubenkopf heraustreibt (engl. „cam out“). Dieser das Drehmoment begrenzende, damals bewusst eingesetzte Effekt führt aber dazu, dass sowohl der Schraubendreher als auch der Schraubenkopf beschädigt werden können – die Schraube verschleißt und kann unter Umständen nicht mehr entfernt oder nachgezogen werden. Dieses Problem wurde in der verbesserten Ausführung Pozidriv reduziert: Dort verlaufen die Kreuzschlitzflanken planparallel. Allerdings ergibt sich durch die nichtparallelen Phillips-Flanken eine Selbstzentrierung, der die Schraube durch die aufgebrachte Axialkraft exakt in einer Linie mit dem antreibenden Werkzeug hält, was zum Beispiel für selbstbohrende Schrauben notwendig ist. Unter anderem aus diesem Grund hat auch das Phillips-Profil weiterhin seine Berechtigung.

Die zugehörenden Abtriebe bzw. Schraubendreher tragen als Größenangabe die Bezeichnungen PH für Phillips in Kombination mit einer Nummer, also PH 0, PH 1, PH 2 usw. Für kleinere Abtriebe sind mit abnehmender Größe die Bezeichnungen PH 00 und PH 000 üblich; vereinzelt treten auch andere Schreibweisen auf.

Profilierter Abtrieb[Bearbeiten]

Einige Hersteller bieten Antriebe mit geripptem oder aufgerautem Profil an, die die Reibung des Abtriebs im Antrieb erhöhen und somit ein Heraustreiben verhindern[2][3]. Diese sind mit ihrem jeweiligen Phillips-Recess-Pendant kompatibel. Wera vermarktet ein solches System unter der Bezeichnung Lasertip[3].

Die Phillips Screw Company selbst bietet diese als ACR Ribbed Phillips Cruciform Drive System an, die Antriebe der Schrauben werden mit ACR1, ACR2, ACR3, ACR4S und ACR4L gekennzeichnet, die Schrauben selbst sind in 7 Größen (0 bis 6) standardisiert, wobei sich mehrere Varianten den Antrieb ACR2 teilen [2]. Schrauben mit ACR-Antrieb können in Notfällen auch mit einem herkömmlichen PH-Abtrieb derselben Größe (z. B. ACR2 mit PH2) gelöst werden, jedoch nicht zerstörungsfrei.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Patent US2046837: Means for uniting a screw with a driver. Angemeldet am 3. Juli 1934, veröffentlicht am 7. Juli 1936, Erfinder: Henry F. Phillips.
  2. a b http://www.phillips-screw.com/acr_phillips.php
  3. a b http://www-de.wera.de/lasertip.html?&L=0

Weblinks[Bearbeiten]