Pi-hole

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Pi-hole

Pi-hole Logo.png
Pi-hole Screenshot.png
Admin-Schnittstelle von Pi-hole
Basisdaten

Erscheinungsjahr 15. Juni 2015
Aktuelle Version 5.0[1]
(10. Mai 2020)
Programmiersprache Bourne-again shell
Lizenz European Union Public Licence
pi-hole.net

Pi-hole ist eine freie Software mit der Funktion eines Tracking- und Werbeblockers sowie eines optionalen DHCP-Servers. Pi-hole basiert auf einem Linux-System und ist entwickelt worden für den Einsatz auf Kleinstcomputern im Sinne eines eingebetteten Systems. Verbreitet ist der Einsatz auf Computern der Raspberry-Pi-Serie. Die Software wird als DNS-Server in ein bestehendes Netzwerk integriert und steht damit allen Geräten im Netzwerk zur Verfügung, deren DNS-Einstellungen sich konfigurieren lassen.

Funktionsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das System mit der Pi-hole-Software wird als DNS-Server in ein bestehendes, zumeist kleineres, privates Rechnernetz eingebunden. Es übernimmt damit die Aufgabe, Domainanfragen der verbundenen Clients aufzulösen und in IP-Adressen umzuwandeln. Auf der Basis von Ausschlusslisten von bekannten Werbe- oder Trackingdomains und benutzerdefinierten Ausschlusslisten werden Anfragen entweder an konfigurierbare andere DNS-Server weitergeleitet oder, falls eine angefragte Domain in einer Ausschlusslisten existieren sollte, eine technisch unbrauchbare IP-Adresse an den Client ausgeliefert (sog. DNS sinkhole). Durch die Übermittlung einer unbrauchbaren IP-Adresse an den Client kann dieser auf die angefragte Domain nicht zugreifen und folglich Werbung und/oder Tracking-Inhalte nicht abrufen.

Da in einem kleinen Netzwerk die Clients neben ihrer eigenen, lokalen IP-Adresse auch die Adresse des abzufragenden DNS-Servers vom DHCP-Server erhalten, bestehen drei unterschiedliche Wege, auf denen ein Pi-hole in ein bestehendes Netzwerk integriert werden kann:

  1. Umkonfiguration des DHCP-Servers (in kleinen privaten Netzwerken wird diese Aufgabe normalerweise vom Router übernommen), so dass alle Clients als Standard-DNS-Server auf das Gerät mit der Pi-hole-Software verwiesen werden,
  2. Abschaltung des bisherigen DHCP-Servers und Aktivierung des in der Pi-hole-Software integrierten DHCP-Servers, der in der Folge als Standard-DNS-Server auf sich selbst verweist oder
  3. die individuelle DNS-Konfiguration einzelner Geräte innerhalb des lokalen Netzwerks.

Hardwareanforderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hardwareanforderungen sind gering. Für den Betrieb in einem privaten Netzwerk ist ein Raspberry Pi zero ausreichend.[2]

Technische Grenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Filterung erfolgt nur, soweit dies über Ausschlusslisten vordefiniert ist. Die Pi-hole-Software enthält keine Funktionen, welche angeforderte Inhalte inhaltlich überprüft.

Des Weiteren erfolgt eine Filterung nur auf Basis von Domainnamen. Werbung oder Tracking-Code, der clientseitig bereits durch den Zugriff auf konkrete IPs abgerufen wird und daher keine DNS-Anfrage benötigt, kann von der Pi-hole-Software nicht beeinflusst werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Filterbeere: c't 11/2018, S. 144
  • Privatsphären-Upgrade: c't 15/2018, S. 174
  • PC Magazin (online): Rezension

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Release 5.0. 10. Mai 2020 (abgerufen am 11. Mai 2020).
  2. MacLife vom 17. August 2018: Raspberry Pi für Apple-Fans: Der ultimative Werbeblocker im Eigenbau