Pjotr Alexandrowitsch Saburow

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Pjotr Alexandrowitsch Saburow

Pjotr Alexandrowitsch Saburow (russisch Пётр Александрович Сабуров; * 1835 in Veryaevo, Bezirk Elatma; † 1918 in Petrograd) war ein russischer Diplomat und Beamter.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1854 trat er in den russischen Staatsdienst ein, ab 1856 war er für das Außenministerium tätig. Er arbeitete an den russischen Botschaften in München, London und Karlsruhe. 1870 wurde er Botschafter in Griechenland, 1879 Botschafter in Deutschland. Als solcher vertrat er auch Russland auf der Berliner Konferenz 1880. 1884 kehrte er nach Sankt Petersburg zurück und wurde Mitglied des Regierenden Senats. Im Jahr 1900 wurde er Mitglied des Staatsrats.

Saburow war auch ein bekannter Schachspieler und -liebhaber.[1]

Familie

Pjotr Alexandrowitsch Saburow war der Bruder des späteren Ministers für öffentliche Bildung des Russischen Reiches Andrei Alexandrowitsch Saburow. Er heiratete 1870 Luise Therese Leontine Vitzthum von Eckstädt (1849–1916), Tochter von Albert Friedrich Vitzthum von Eckstädt.[2] Ihr Sohn war Pjotr Petrowitsch Saburow (1880–1932).

Sammlung Sabouroff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während seiner Zeit in Griechenland trug er eine bedeutende Sammlung von Antiken zusammen. Diese wurde von Adolf Furtwängler in Berlin bearbeitet und publiziert. Bei seinem Weggang aus Berlin im Frühjahr 1884 wurde die Sammlung aufgelöst. Die Vasen, die Skulpturen sowie den größten Teil der Bronzen erwarb die Antikensammlung der Berliner Museen für 340.000 Mark.[3] Die Terrakotten, darunter zahlreiche Tanagra-Figuren, wurden von der Eremitage in Sankt Petersburg erworben.

John D. Beazley benannte nach ihm den Sabouroff-Maler, auch der Kopf Sabouroff in Berlin ist nach ihm benannt.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ma mission à Berlin 1879–1884. Trenké et Fusnot, St-Pétersbourg 1914.
    • englische Fassung: J. Y. Simpson: The Saburov memoirs or Bismarck & Russia. Being fresh light on the league of the three emperors 1881. Cambridge University Press, Cambridge 1929, Nachdruck Cambridge 2012, ISBN 978-1-107-62647-8.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

zur Sammlung Sabouroff
  • Adolf Furtwängler: Die Sammlung Sabouroff. Kunstdenkmäler aus Griechenland. Asher, Berlin 1883–1887 (Digitalisat).
    • französische Ausgabe: La Collection Sabouroff. Monuments de l'art grec. 2 Bände, Asher, Berlin 1883–1887.
  • Elena Khodza: The P. A. Sabouroff Collection of Ancient Terracottas from The State Hermitage Museum. In: Les Carnets de l’ACoSt 17, 2018 (Digitalisat).
  • Elena N. Khodza: Antičnye terrakoty iz sobranija P. A. Saburova / Antique terra-cottas from the Pyotr Sabouroff’s collection. Eremitage, Sankt Petersburg 2018, ISBN 978-5-93572-772-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Edward Winter: The Saburovs bei chesshistory.com.
  2. Gothaisches genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser 1896, S. 1204–1205.
  3. Ludwig Pallat: Richard Schöne – Generaldirektor der Königlichen Museen zu Berlin. Ein Beitrag zur Geschichte der preußischen Kunstverwaltung 1872–1905. Berlin 1959, S. 178–179.