Planalp

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Planalp
Alpstafel Greesgi

Mit Planalp wird zum einen der von Walsern gegründete Weiler oberhalb von Brienz bezeichnet, zum anderen die Alp Planalp, die beim Weiler anfängt und bis hinauf zum Brienzergrat reicht.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weiler Planalp liegt auf 1341 m ü. M. Die Alp Planalp beginnt oberhalb (nördlich) der Mülibachflue (Steilwand oberhalb Brienz). Im Westen wird die Planalp durch den Tanngrindel von Rotschalp abgegrenzt. Im Osten verläuft die Grenze über das Grätli bis hinaus zum Brienzer Rothorn. Im Norden stellt der Brienzergrat die Grenze dar.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer fährt die Brienz-Rothorn-Bahn via Planalp aufs Brienzer Rothorn und macht auch halt an der Station Planalp. Es gibt auch eine Naturstrasse, doch diese ist nur für Allradfahrzeuge zugelassen.

Weiler Planalp[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weiler Planalp, auch als Husstatt bezeichnet, ist eine alte Walsersiedelung die früher ganzjährig bewohnt war. Heute wird es noch als Maiensäss durch ca. fünf Bauern verwendet. Daneben hat es eine Vielzahl von Ferienhäusern, ein Restaurant sowie ein Berghaus mit Einzel- und Familienzimmern sowie Massenlager.

Alm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stafel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Alp hat die folgenden Stafel

  • Ausweid, dies ist der unterste Stafel
  • Greesgi, der mittlere Stafel
  • Gummi, Rinderbiel und Obristen (auch Ober Stafel genannt) bilden zusammen die obersten drei Stafel

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Alp ist genossenschaftlich organisiert. Sie hat 380 ½ Kuhrechte.

Bewirtschaftung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Alpbewirtschaftung läuft aktuell folgendermassen ab:

  • Im Frühling wird als erstes das Greesgi bestossen. Dies ist meistens Anfang Juni der Fall. Dort wird je nach Futter 4–6 Wochen geweidet.
  • Danach teilen sich die verschiedenen Älpler auf und es wir in die Stafel Gummi, Rinderbiel und Obristen weitergezogen. Dort verbleiben sie ca. 5 Wochen.
  • Anschliessend kommen sie alle zusammen wieder in den Stafel Greesgi zurück um dort weitere 4–5 Wochen zu bleiben.
  • Als letztes wird dann noch in den untersten Stafel, die Ausweid, gezogen. Dort geht die Alpzeit nach weiteren 10 bis 14 Tagen zu Ende.

Anfangs Sommer wird die Ausweid durch die Alp Rotschalp genutzt.

Früher teilten sich die Älpler nicht auf um in die obersten drei Stafel zu gehen, sondern alle gingen gemeinsam von Stafel zu Stafel. Dadurch waren die Familien gezwungen, an jedem Stafel ein eigenes Gebäude zu haben. Davon zeugen heute noch viele Ruinen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wird angenommen, dass die Planalp spätestens in der gallo-römischen Zeit (um 58 v. Chr. – 450 n. Chr.) besiedelt wurde. Viele Ortsnamen werden auf römische Wurzeln zurückgeführt.

In den Wintern 1942 und 1943 gingen grosse Lawinen vom Tanngrindel aus bis Brienz hinunter. Daraufhin wurden umfangreiche Lawinenverbauungen errichtet.

Sagen und Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abplanalp[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Legende nach wurde die Siedlung irgendwann zwischen 1000 und 1100 nach Christus durch eine Lawine komplett zerstört. Es überlebte nur ein Säugling in seiner Wiege, die schwimmend auf dem Brienzersee gefunden wurde. Da aber niemand wusste, welchen Familiennamen das Kind trug, erhielt es den Familiennamen Abplanalp (ab der Planalp).

Der Überfall[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einmal wurde die Alp von den Obwaldnern überfallen. Die ersten Kämpfe gab es an Mitlesten (Ortsbezeichnung beim Stafel Greesgi). Der Senn wurde der Geschichte nach im Käskessi ertränkt. Derweil konnte ein Hüterbub zum Weiler Planalp hinuntereilen, um Hilfe zu holen. Als die Obwalder die vielen Planälpler sahen, flüchteten sie zurück Richtung Obwalden. Sie wurden jedoch oberhalb von Obristen eingeholt und alle erschlagen. Es gibt heute noch zwei Stellen, die von diesem Überfall zeugen. So gibt es an Mitlesten einen Ort, der «Mordsstiie» genannt wird, und unterhalb des Brienzer Rothorns gibt es eine Ebene, die «Mordbode» (Boden wo gemordet wurde) genannt wird.

Grundbucheintrag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundbuchblatt Nr. 144 von Brienz: Die Alp Planalp halte 380 ½ Kuhrechte.

Weidland und Grenze:

  • gegen Morgen: an das staatliche Forstgebiet Gibelegg, das Schweifi und Blattmaad,
  • gegen Mittag: links des Mühlebaches an die Wasserscheide auf dem Dürrengrind und der Grätlisegg, das Schweifi und Blattmaad und die Planalp-Vorsassgüter, rechts des Mühlebaches an die Ausweid, Art. 2 und das Forstgebiet «Tanngrindel» der Einwohnergemeinde Brienz und an die Alp Rotschalp,
  • gegen Abend: an den Mühlebachgraben, an das Fortsgebiet «Tanngrindel» der Einwohnergemeinde Brienz und an die Alp Rotschalp,
  • gegen Mitternacht bildet die Kantonsgrenze die Marche und am Rothorn das der Brienz-Rothorn-Unternehmung gehörende Terrain auf dem Grat und südlich davon.

Ausgenommen sind das durch die Alp führende Tracé der Rothorn-Bahn und ein Platz von 350 m² an «Mittlesten», der zur Ablagerung des Materials der Kuhmaadsbrücke dient.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Planalp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 46° 46′ 21,6″ N, 8° 1′ 12,8″ O; CH1903: 644420 / 180331