Plenar

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur deutsch-jugoslawischen Jazz-Musikerin und Komponistin siehe Elvira Plenar.

Ein Plenar (auch Plenarium, Plural: Plenarien; von lateinisch plenus „voll“, vgl. auch Plenum) ist ein liturgisches Buch, das als Sammelband für den praktischen Gebrauch möglichst vollständig Texte verbindet, die sonst in verschiedenen Kodices zu finden sind.

Ein Plenarmissale (Missale plenarium) verbindet die Gebetstexte des Missale mit den Lesungen des Lektionars in einem Band.

Plenarien des Mittelalters waren oft sehr kunstvoll gestaltet, z. B. das Plenar Otto des Milden im Welfenschatz.

Im frühen Mittelalter (vor dem 12 Jh.) nimmt das Verzeichnis Plenarium meistens Bezug auf ein Evangeliar (z. B. Evangeliar aus St. Georg in Köln, Codex Millenarius in Kremsmünster).

Im späten Mittelalter und in der Frühzeit des Buchdrucks bezeichnet Plenar ein volkssprachliches Werk, das die vollständigen Perikopen des Kirchenjahres meist zusammen mit einer Einführung bietet. Diese Plenarien können als Vorläufer der Postillen angesehen werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Pietsch: Ewangeln und Epistel Teutsch: Die gedruckten hochdeutschen Perikopenbücher [Plenarien] 1473-1523. Ein Beitrag zur Kenntnis der Wiegendrucke, zur Geschichte des deutschen Schrifttums und der deutschen Sprache, insbesondere der Bibelverdeutschung und der Bibelsprache. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1927
  • Winfried Kämpfer: Studien zu den gedruckten mittelniederdeutschen Plenarien: Ein Beitrag zur Entstehungsgeschichte spätmittelalterlicher Erbauungsliteratur. Münster/Köln: Böhlau 1954 (Niederdeutsche Studien, Band 2)

Weblinks[Bearbeiten]