Polycistronische mRNA

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Als Polycistronisch wird in der Genetik eine mRNA bezeichnet, die von mehreren hintereinanderliegenden Cistrons, genetischen Einheiten oder Genen auf der DNA codiert wird.

Polycistronische mRNAs enthalten also mehrere offene Leserahmen (ORFs). Zwischen den einzelnen Cistrons befinden sich kurze intercistronische Bereiche. Hier ist jeweils neben einem Stopcodon und einem Startcodon als Ende des vorigen bzw. Anfang des nächsten Leserahmens auch die ribosomale Bindungsstelle (RBS) mit der Shine-Dalgarno-Sequenz zu finden, die ein Ribosom braucht, um am mRNA-Strang anzusetzen und dann zu übersetzen. Im Unterschied zu den monocistronischen eukaryotischen mRNAs sind die vorwiegend polycistronischen mRNAs der Prokaryoten somit das Transkript mehrerer, meist funktionell zusammengehöriger Gene.

Eine polycistronische mRNA ist in der Regel das von einem Operon kontrollierte Transkript und so nur in prokaryotischen Zellen bzw. Plastiden zu finden, wie bei Kinetoplastida. Der Unterschied liegt auch darin, dass eukaryotische RNA-Polymerase andere Codons zur Terminierung interpretiert.[1] Dennoch ist es möglich, ein komplettes bakterielles Operon in Pflanzen zu transkribieren.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

N.J. Trun & J.E. Trempy: Fundamental Bacterial Genetics. Blackwell, 2003. ISBN 0632044489

Einzelbelege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arimbasseri, Aneeshkumar G., Keshab Rijal, Richard J. Maraia: Transcription termination by the eukaryotic RNA polymerase III. Biochimica et Biophysica Acta (BBA)-Gene Regulatory Mechanisms, Band 1829, Nr. 3–4, 2012, S. 318–330 doi:10.1016/j.bbagrm.2012.10.006.
  2. Mozes-Koch, R. et al.: Expression of an entire bacterial operon in plants. Plant Physiology, Band 158, Nr. 4, 2012, S. 1883–1892 doi:10.1104/pp.111.186197.