Polynoidae

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Polynoidae
Lepidonotus squamatus

Lepidonotus squamatus

Systematik
Reich: Tiere (Animalia)
Stamm: Ringelwürmer (Annelida)
Klasse: Vielborster (Polychaeta)
Unterklasse: Aciculata
Ordnung: Phyllodocida
Familie: Polynoidae
Wissenschaftlicher Name
Polynoidae
Kinberg, 1856

Polynoidae ist der Name einer Familie mittelgroßer bis großer, meist räuberischer oder als Kommensalen lebender Vielborster (Polychaeta), deren etwa 748 Arten in rund 165 Gattungen in Meeren weltweit zu finden sind.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vielborster der Familie Polynoidae haben eine deutlich sichtbare Segmentierung, wobei viele Arten eine konstante Anzahl an Segmenten haben. Mit einer Länge von etwa 20 cm und einer Breite von rund 10 cm bei einer konstanten Anzahl von 40 Segmenten ist die flache und sehr breite Eulagisca gigantea möglicherweise die größte Art.

Das Prostomium der Polynoidae ist zweilappig oder gerundet, und das Peristomium wird lediglich von den Lippen um den Mund herum gebildet. Die meisten Arten haben ein Paar laterale und eine mediane Antenne. Die gelenklosen, sich verjüngenden ventralen Palpen sind mit dem ersten Segment verschmolzen. Ein Paar Nuchalorgane ist vorhanden. 2 Paar Augen können vorhanden sein, doch haben viele Arten keine Augen. Die Längsmuskeln sind in Bündel angeordnet. Das erste Segment umgibt das Prostomium und hat meist sehr kleine gegabelte Parapodien, deren Neuropodien mit der Unterseite des Kopfes verwachsen sind, sowie zwei Paar Tentakel-Cirren. Die Neuropodien sind in allen Segmenten deutlich länger als die Notopodien, die manchmal sehr kurz sind und nur wenige Borsten tragen. Segmente mit dorsalen Cirren und mit Elytren wechseln sich zumindest im Vorderteil des Körpers ab, wobei im Hinterabschnitt Elytren vorhanden sein oder fehlen können, während ventrale Cirren stets vorhanden sind. Die Tiere haben weder Kiemen noch Epidermispapillen. Am Pygidium sitzt ein Paar Cirren. Aciculae sind vorhanden.

Die Tiere haben ein axiales Buccalorgan, einen muskulösen ausstülpbaren Pharynx mit Endpapillen und zwei Paar dorsoventrale Kiefer. Eine Kehlmembran fehlt, und der Darm weist pro Segment ein Paar Blindsäcke auf. Das geschlossene Blutgefäßsystem hat kein zentrales Herz, das Blut keinen Blutfarbstoff. In vielen Segmenten befinden sich Mixonephridien.

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zahlreichen Arten der Polynoidae sind in Meeren weltweit verbreitet, wo sie verschiedene benthische Habitats bewohnen.

Die Polynoidae ernähren sich teilweise räuberisch von Kleinkrebsen und anderen Kleintieren, teilweise aber auch von Algen – oft von beidem. Viele Arten sind Kommensalen, die an oder in Stachelhäutern, Schnecken oder Muscheln leben und sich unter anderem von Nahrungsresten oder Kot der Wirte ernähren.

Die Polynoidae sind getrenntgeschlechtlich, und bei den meisten Arten werden die Eier im freien Meerwasser befruchtet und entwickeln sich über ein frei schwimmendes Larvenstadium. Lediglich von Harmothoe imbricata ist bekannt, dass sie die Eizellen unter den Elytren des Muttertieres befruchtet und die Eier anschließend auch hier ausbrütet werden.Etwa 16 Tage nach der Befruchtung werden frei schwimmende Larven entlassen, die nach einer Phase als Zooplankton zu kriechenden Würmern metamorphosieren.

Gattungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie Polynoidae hat rund 165 Gattungen mit etwa 748 Arten:[1]

Admetellinae Uschakov, 1977
Arctonoinae Hanley, 1989
Bathyedithinae Pettibone, 1976
Bathymacellinae Pettibone, 1976
Branchinotogluminae Pettibone, 1985
Branchiplicatinae Pettibone, 1985
Branchipolynoinae Pettibone, 1984
Eulagiscinae Pettibone, 1997
Gesiellinae Muir, 1982
Lepidastheniinae Pettibone, 1989
Lepidonotinae Willey, 1902
Lepidonotopodinae Pettibone, 1983
Macellicephalinae Hartmann-Schröder, 1971
Macellicephaloidinae Pettibone, 1976
Macelloidinae Pettibone, 1976
Polaruschakovinae Pettibone, 1976
Polynoinae Kinberg, 1856
Uncopolynoinae Wehe, 2006
Vampiropolynoinae Marcus & Hourdez, 2002
Polynoidae incertae sedis

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stanley J. Edmonds: Fauna of Australia, Volume 4A. Polychaetes & Allies. The Southern Synthesis 4. Commonwealth of Australia, 2000. Class Polychaeta. S. 151–155, Family Polynoidae.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Polynoidae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Polynoidae Berthold, 1827. WoRMS, 2018. Abgerufen am 10. Mai 2018.