Pomponius Mela

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Melas Chorographia in der Handschrift Rom, Biblioteca Apostolica Vaticana, Vaticanus lat. 4929 (10. Jahrhundert)

Pomponius Mela war ein Geograph und Kosmograph der Antike aus Tingentera am Nordufer der Straße von Gibraltar.[1] In den Jahren 43–44 n. Chr., also in der frühen römischen Kaiserzeit, verfasste er eine Beschreibung der damals bekannten geographischen Welt. Deren Titel ist De chorographia libri tres, Cosmographia oder De situ orbis.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

So etwa soll sich Pomponius Mela die Welt vorgestellt haben.

Melas Werk gilt als das älteste geographische Werk, das auf Latein geschrieben wurde. Es ist aus über einhundert Handschriften und späteren Ausgaben nebst Erweiterungen bekannt. Unter anderem ließen sich Francesco Petrarca und Giovanni Boccaccio Abschriften anfertigen. Es wurde von Gelehrten und Wissbegierigen von jeher hochgeschätzt, denn in Melas Werk werden viele Örtlichkeiten, wie der Taunus, Trier, der Main, Teile des Bodensees und Skandinavien, Gebirge und Flüsse das erste Mal erwähnt. Mela beschreibt eine Schiffsreise, auf der er topographische Einzelheiten erklärt, Sehenswürdigkeiten und Inseln schildert. Er berichtet realistische Details aus Fauna und Flora, in der aber auch phantastische Fabelwesen auftauchen, er stellt die Bewohner einzelner Gegenden vor, und erzählt ihre Geschichte, von ihren Bräuchen und den verschiedenen Religionen, vor allem rund um das Mittelmeer.

Melas Darstellungen beziehen sich in erster Linie auf ältere, hauptsächlich griechische Quellen wie von Homer, Hanno und Cornelius Nepos.

Im Zeitalter der Entdeckungen wurde Melas Werk als sehr bedeutend eingeschätzt, so dass unter anderem der Leibarzt und Astronom des Königs Manuel von Portugal, Joan Faras, eine spanische Übersetzung für die Expedition nach Brasilien anfertigen ließ. Der Entdecker Brasiliens Pedro Álvares Cabral besaß ebenfalls eine mit vielen handschriftlichen Anmerkungen versehene lateinische Ausgabe von Melas De chorographia, die 1498 in Salamanca erschienen war.

Die Schrift von Pomponius Mela wurde später auch als De situ orbis bezeichnet.

Ausgaben und Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gunnar Ranstrand: Textkritische Beiträge zu Pomponius Mela. Almquist & Wiksell, Stockholm 1971.
  • Frank E. Romer: Pomponius Mela's description of the world. Univ. of Michigan Press, Ann Arbor 1998.
  • Renate Frohne: Das Welt und Menschenbild des St.Galler Humanisten Joachim von Watt / Vadianus (1484–1551) - Dargestellt anhand ausgewählter Exkurse in den Scholien zu Pomponius Mela: De chorographica, Basel 1522 (2te Auflage, Gardez-Verlag 2010).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Ortsname ist nur aus seinem Werk überliefert. Daher ist nicht sicher, ob Tingentera mit Julia traducta, dem heutigen Algeciras identisch ist, oder ein Nachbarort war, etwa an der Stelle des heutigen Tarifa.