Pontiac (Häuptling)

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27. April 1763: Pontiac fordert zum Kampf gegen die Briten auf

Pontiac, eigentlich Obwandiyag (ausgesprochen: bwon-diac; * zwischen 1712 und 1720; † 20. April 1769) war ein (Kriegs-)Häuptling vom Stamm der Ottawa im Gebiet der Großen Seen in den heutigen Vereinigten Staaten. Er wurde bekannt durch seine Rolle als Anführer des Pontiac-Aufstands (1763–1766) gegen die britische Kolonialherrschaft.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er wurde zwischen 1712 und 1720 in der Region des heutigen Detroit nahe dem Maumee River geboren. Sein Vater war ein Ottawa, seine Mutter eine Anishinabe. Ab 1755 war er Häuptling der Ottawa und ein Führer eines losen Bündnisses zwischen den Ottawa, Potawatomi und Anishinabe. Im Franzosen- und Indianerkrieg war er ein Verbündeter der Franzosen und kämpfte möglicherweise 1755 auf deren Seite in der Schlacht am Monongahela gegen Briten unter General Edward Braddock, in der die Verwundbarkeit der europäisch ausgebildeten Linientruppen gegen die Guerillataktik der Indianer deutlich sichtbar wurde. Wie viele andere Indianer dürfte er eine zunehmende Abneigung gegen die Briten entwickelt haben, die in die indianischen Siedlungsgebiete vordrangen und den Handel einschränkten. Eine von Pontiac mit dem britischen Major Robert Rogers getroffene Friedensvereinbarung (1760) änderte daran nichts.

Pontiac war ohne Zweifel eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der nordamerikanischen Indianer. Er war weitblickend genug, um die tödliche Bedrohung für die Lebensweise und Kultur der Indianer durch die Expansion der britischen Kolonien nach Westen zu erkennen, und tatkräftig genug, um den Kampf gegen deren militärische Übermacht aufzunehmen. Mit der weitgehenden Einigung der notorisch zerstrittenen Stämme – die er mit Hilfe der Doktrin, der Krieg zwischen den Stämmen entspräche nicht dem Willen Manitus, erreichte[1] – vollbrachte er eine erstaunliche Leistung, und im Kampf erwies er sich als hervorragender Führer, der auch den disziplinierten und gut bewaffneten britischen Truppen gewachsen war.

Pontiac leitete den nach ihm benannten Pontiac-Aufstand, der von 1763 bis 1766 dauerte. Es war eine erfolglose Revolte von Indianerstämmen gegen die britische Herrschaft in Nordamerika. Trotzdem muss bezweifelt werden, ob der Aufstand ohne französische Unterstützung überhaupt eine realistische Chance auf einen Erfolg gehabt hätte.

Im April 1769 wurde Pontiac von einem Peoria-Krieger in der Nähe von Cahokia (Illinois) als Vergeltung für eine weiter zurückliegende Misshandlung eines Peoria-Häuptlings ermordet. Es verbreiteten sich jedoch auch Gerüchte über eine britische Beteiligung an dem Attentat. Begraben wurde Pontiac nahe St. Louis (Missouri).

Nach Pontiac wurde unter anderem die Automarke Pontiac benannt, ebenso die Städte Pontiac in Illinois und Pontiac in Michigan.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Francis Parkman: Die Verschwörung des Pontiac und der Indianerkrieg nach der Eroberung Kanadas. Mainz 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Pontiac – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christian F. Feest: Beseelte Welten – Die Religionen der Indianer Nordamerikas. In: Kleine Bibliothek der Religionen, Bd. 9, Herder, Freiburg / Basel / Wien 1998, ISBN 3-451-23849-7. S. 195.