Pro Infirmis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Pro Infirmis ist die größte Fachorganisation der privaten Behindertenhilfe in der Schweiz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein mit Sitz in Zürich wurde 1920 als „Schweizerische Vereinigung für Anormale“ (SVfA) gegründet. 1935 wurde der Name um den Bestandteil „Pro Infirmis“ erweitert und 1946 in „Pro Infirmis“ geändert.

Leitgedanken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein setzt sich für Chancen behinderter Menschen in allen Lebensbereichen, besonders bei der Schulung, in der Ausbildung, am Arbeitsplatz, beim Wohnen und in der Freizeit ein.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein vertritt auf politischer Ebene die Anliegen behinderter Menschen. Zum einen werden ihre besonderen Bedürfnisse thematisiert und in die öffentliche Diskussion eingebracht. Zum andern informiert er Zielgruppen in Politik und Verwaltung über die aktuelle Situation der Behinderten in der Schweiz. Die Organisation bringt sozialpolitische Vorstösse auf eidgenössischer, kantonaler und kommunaler Ebene ein und bezieht Stellung zu Gesetzesvorlagen. Ziel ist es, Missstände und Diskriminierung abzubauen. Pro Infirmis strebt eine quantitative und qualitative Verbesserung der sozialen Sicherheit an.

Die Organisation arbeitet mit Fachpersonal. Dieses wird durch die ehrenamtlichen Gremien der Organisation unterstützt. Der Verein beschäftigt nach eigenen Angaben rund 550 fest angestellte Mitarbeitende. Dazu kommt eine grosse Zahl von Mitarbeitern, die stundenweise bezahlt werden. Die Mitarbeiter nehmen nach eigenen Angaben jährlich rund 100.000 beratende, betreuende und unterstützende Kontakte zu behinderten Menschen und ihren Angehörigen wahr.

Die Dienstleistungen umfassen Assistenzberatunge, Bauberatung, Begleitetes Wohnen, Erwachsenenbildungskurse, Entlastungsdienste, Fahrdienste, Rechtsberatung, Sozialberatung, Wohnschule und Eurokey (Schlüssel zu behindertengerechten Einrichtungen).

Kampagnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 2000 tritt der Verein mit Sensibilisierungskampagnen an die Öffentlichkeit. In den Jahren 2000 bis 2008 war es die Plakatkampagne Wir lassen uns nicht behindern, die Menschen mit Behinderung zeigte. Der Slogan sollte deutlich machen, dass behinderte Menschen gut mit ihren Behinderungen leben und umgehen können, wenn sie nicht zusätzlich von der Gesellschaft behindert werden, z. B. durch unzugängliche Bauten und Transportmittel, durch Segregation in Schule und Ausbildung, durch Ausschluss aus der Arbeitswelt usw.

Im Jahr 2011 begann der Verein die Kampagne Kommen Sie näher.[1]

Organisation und Finanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Finanzierung der Dienstleistungen erfolgt zu rund 60 % über Leistungen der öffentlichen Hand und zu 40 % aus privaten Mitteln (Spenden, Gaben, Vermächtnisse) sowie aus übrigen Erträgen. In der ganzen Schweiz gibt es rund 50 Geschäfts- und Beratungsstellen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pro Infirmis: Jung von Matt/Limmat: Pro Infirmis Kommen Sie näher. In: youtube.com (23. Dezember 2011).