Euroschlüssel

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Mit dem Euroschlüssel schaltbare Ampel in Wien

Der Euroschlüssel ist ein 1986 vom CBF Darmstadt – Club Behinderter und ihrer Freunde in Darmstadt und Umgebung e. V. – eingeführtes, inzwischen europaweit einheitliches Schließsystem, das es körperlich beeinträchtigten Menschen ermöglicht, mit einem Einheitsschlüssel selbständig und kostenlos Zugang zu behindertengerechten sanitären Anlagen und Einrichtungen zu erhalten, z. B. an Autobahn- und Bahnhofstoiletten, aber auch für öffentliche Toiletten in Fußgängerzonen, Museen oder Behörden. Er passt in ganz Europa in insgesamt 12.000 Schlösser.[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schlüssel ist ein Wendeschlüssel, dessen Heft (Schaft) beidseitig gleich angeordnete Kerbungen und Muldenbohrungen aufweist und deshalb auch gedreht in das Schloss eingeführt werden kann.

Der Euroschlüssel wird in Deutschland vom CBF Darmstadt zum Selbstkostenpreis abgegeben. Um Missbrauch zu verhindern, muss die Beeinträchtigung bei der Bestellung nachgewiesen werden. Einen Euroschlüssel erhält man u. a. bei schwerer Gehbehinderung, als Rollstuhlfahrer, mit einem Grad der Behinderung ab 70 und dem Merkzeichen G (oder mit den Merkzeichen aG, B, H, oder BL), bei multipler Sklerose, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sowie als Stomaträger und bei sonstigen chronischen Blasen- und Darmleiden.

Bauherren können bereits bei Planung und Bau ihrer sanitären Anlagen die einheitlichen Schließzylinder erwerben. Weitere Informationen hierzu hält ebenfalls der CBF Darmstadt bereit.

im Schloss Schönbrunn

Weitere Bezeichnungen für den Schlüssel sind EURO-Behinderten-WC-Schlüssel[2] und Euro WC-Schlüssel.[3]

Er wird auch gelegentlich für den Zugang zu Aufzugsystemen oder Ruheräumen für Behinderte eingesetzt.[4]

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Liste der in ganz Europa gemeldeten Anlagen, die mit dem Euroschlüssel benutzt werden können, erscheint unter dem kostenpflichtigen Titel „Der Locus“ (ISBN 978-3-00-021877-4). Die vierte Auflage von 2007 verzeichnet über 9.000 Standorte von Behindertentoiletten. Ergänzende Listen halten die nationalen Betreiber des Systems vor.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Euroschlüssel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederlande[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tschechien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://verwaltung.uni-koeln.de/abteilung23/content/behinderung_und_studium/glossar___behinderung_und_studium/
  2. http://www.bgbonn.de/euroschlussel.124.html
  3. http://www.cbf-da.de/shop.html?page=shop.product_details&flypage=flypage.tpl&product_id=31&category_id=6
  4. Beispielsweise: An der Universität zu Köln sind neben den Behinderten-WCs auch die Aufzüge im Seminargebäude (Gebäude 106) und in der Universitäts- und Stadtbibliothek (Gebäude 107) sowie Treppenlifte in verschiedenen Gebäuden mit dem Euro-WC-Schlüssel bedienbar.[>http://inklusion.uni-koeln.de/das_servicezentrum/glossar___behinderung_und_studium/index_ger.html]