Provinz Sirdaryo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Sirdaryo viloyati
Сирдарё вилояти
Provinz Sirdaryo
KarakalpakstanProvinz XorazmProvinz BuxoroToshkentProvinz ToshkentProvinz SamarqandProvinz SurxondaryoProvinz JizzaxProvinz QashqadaryoProvinz SirdaryoProvinz NavoiyProvinz NamanganProvinz AndijonProvinz Farg'onaKasachstanIranAfghanistanKirgisistanTadschikistanVolksrepublik ChinaTurkmenistanLage der Provinz Sirdaryo in Usbekistan
Über dieses Bild
Lage der Provinz Sirdaryo in Usbekistan
Basisdaten
Staat Usbekistan
Hauptstadt Guliston
Fläche 5100 km²
Einwohner 671.395 (1. Januar 2008)
Dichte 132 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 UZ-SI
Koordinaten: 40° 24′ N, 68° 42′ O

Die Provinz Sirdaryo (usbekisch: Sirdaryo viloyati, Сирдарё вилояти) ist ein Viloyat (Provinz) im Osten von Usbekistan. Sie grenzt an das linke Flussufer vom Syrdarja und damit Kasachstan, sowie an Tadschikistan, die Provinz Taschkent und die Provinz Jizzax. Die Fläche der Provinz beträgt 5.100 km² und besteht überwiegend aus Wüste und Steppe. Etwa 671.000 Einwohner leben in der Provinz Sirdaryo.

Das Klima ist kontinental geprägt. Milde, feuchte Winter und trockene, heiße Sommer wechseln sich ab.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Provinz Sirdaryo wurde am 16. Februar 1963 eingerichtet, ihre Hauptstadt war bis 1964 Yangiyer. Zuvor gab es, unter russischer Zarenherrschaft, eine Oblast Syrdarja.

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Provinz Sirdaryo ist in 9 Verwaltungsdistrikte geteilt. Die Städte Baxt, Guliston, Sirdaryo, Shirin und Yangiyer sind kreisfrei. Die Hauptstadt Guliston hat 66.899 Einwohner.

Übersicht der Bezirke
Sirdaryo districts.png Nr. Bezirk Hauptort
1 Oqoltin Sardoba
2 Boyovut Boyovut
3 Guliston Dehqonobod
4 Xovos Farhod
5 Mehnatobod Qahramon
6 Mirzaobod Navroʻz
7 Sayxunobod Sayhun
8 Sharof Rashidov Paxtaobod
9 Sirdaryo Sirdaryo

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der größte Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft. Sie basiert auf dem Anbau von Baumwolle und Getreide. In der Vergangenheit war der Einsatz von Schülern und Studenten beim Sammeln der Baumwolle umstritten. Seit 2008 gesetzlich verboten finden solche Einsätze nicht mehr statt. Die Landwirtschaft ist auf die künstliche Bewässerung angewiesen. Wie überall in Usbekistan findet die Rohrverarbeitung von Baumwolle auch hier vor Ort statt. Der zweitgrößte Wirtschaftszweig ist die Viehzucht. Hier dominiert die Zucht von Fettschwanzschafen und Kühen. Zudem werden Melonen, Wassermelonen, Kürbisse, Tomaten, Mais und Obst, wie beispielsweise Weintrauben, angebaut. Industrie ist selten zu finden. Die Stadt Guliston verfügt über eine metall- und edelmetallverarbeitende Fabrik und ist auf diese staatliche Einrichtung angewiesen. Die Stadt Schirin ist mit dem Bau des Gaskraftwerks Syrdarja entstanden, dem mit 3.000 MW leistungsstärksten Kraftwerk (Inbetriebnahme schrittweise 1972–1981) in Usbekistan.

Der 2010–2017 gebaute Sardoba-Staudamm zur Bewässerung der trockenen, ebenen Steppe brach am 1. Mai 2020 bei starkem Regen und Wind. 56 Menschen kamen in Krankenhäuser, in Usbekistan wurden 70.000 Menschen evakuiert und in Kasachstan (nördlich angrenzend) rund 22.000 Einwohner von zehn Dörfern. Der Ernteausfall, vor allem Baumwolle, wird mit 400.000 Dollar (rund 360.000 Euro) bewertet.[1][2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Provinz Sirdaryo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Usbekistan: 90.000 Menschen nach Staudammbruch gerettet orf.at, 3. Mai 2020, abgerufen 3. Mai 2020.
  2. Ryskeldi Satke: Uzbekistan is dealing with humanitarian crisis ... twitter.com, 2. Mai 2020, abgerufen 3. Mai 2020. – Video 1:10.