Provisorische Regierung (Irland)

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In der irischen Geschichte gab es zwei provisorische Regierungen:

  • die provisorische Regierung, die beim Osteraufstand 1916 die Oster-Proklamation unterzeichnete, und
  • die provisorische Regierung in der Übergangszeit zum Irischen Freistaat im Jahr 1922

Die Provisorische Regierung 1916[Bearbeiten]

Am ersten Tag des Osteraufstands in Dublin am 24. April 1916 verlas Patrick Pearse die Oster-Proklamation. Diese Proklamation war unterzeichnet von der "provisorischen Regierung der Irischen Republik" (Provisional Government of the Irish Republic). Der Aufstand wurde schnell niedergeschlagen, so dass die provisorische Regierung lediglich für kurze Zeit auf dem Papier existierte.

Die Unterzeichner der Proklamation im Einzelnen waren:

Die Provisorische Regierung 1922[Bearbeiten]

Die "Provisorische Regierung" (Provisional Government) war in der britischen Politikhistorie 1922 die Übergangsregierung Südirlands von der Unterzeichnung des Anglo-Irischen Vertrags bis zur Entstehung des Irischen Freistaates. Sie wird auch als "Provisorische Regierung von Irland" (Provisional Government of Ireland) und auch aufgrund der Tatsache, dass ihr Einfluss nicht nach Nordirland hineinreichte, als "Provisorische Regierung von Südirland" (Provisional Government of Southern Ireland) bezeichnet.

Unter der Dáil-Verfassung der Irischen Republik von 1919 existierte Dáil Éireann (das revolutionäre Parlament der Irischen Republik) auch nach dem Vertrag weiter. Eamon de Valera gab die Präsidentschaft auf, was zu einer Neuwahl führte. De Valera versuchte auf diese Weise den Vertrag, der kürzlich vom Dáil angenommen wurde, zu unterwandern, doch Arthur Griffith gewann die Wahl und wurde Präsident (Griffith nannte sich Präsident des Dáil Éireann - im Gegensatz zu de Valera, der Präsident der Republik bevorzugte).

Doch diese Regierung hatte nach britischen Recht keine offiziellen Machtbefugnisse, so dass eine ko-existierende Regierung entstand, die - theoretisch - gegenüber dem südirischen Unterhaus verantwortlich war. Deren Vorsitz übernahm Michael Collins.

Nach dem Tod von Collins und Griffith im August 1922 übernahm W.T. Cosgrave sowohl das Amt des Präsidenten des Dáil Éireann als auch das des Vorsitzenden der Provisorischen Regierung, so dass beide Ämter miteinander verschmolzen. Im Dezember 1922 wurden sowohl Südirland als auch die Irische Republik vom Irischen Freistaat abgelöst.

Liste der Ministerien[Bearbeiten]

Amt 1. Kabinett
(16. Jan.–30. Aug.)
2. Kabinett
(30. Aug.–6. Dez.)
Vorsitzender Michael Collins W.T. Cosgrave
Finanzminister

Michael Collins (16. Jan.–17. Juli)
W.T. Cosgrave (17. Juli–30. Aug)
W.T. Cosgrave
Außenminister

Arthur Griffith (26. Juli–21. Aug.)
Michael Hayes (21.–30. Aug.)
Desmond FitzGerald
Innenminister Eamonn Duggan Kevin O’Higgins
Gemeindeminister W.T. Cosgrave Ernest Blythe
Bildungsminister Fionán Lynch Eoin MacNeill
Agrarminister Patrick Hogan Patrick Hogan
Postminister James J. Walsh James J. Walsh