Spießflughuhn

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Spießflughuhn
Spießflughuhn, Unterart Pterocles alchata caudacutus

Spießflughuhn, Unterart Pterocles alchata caudacutus

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Pteroclidiformes
Familie: Flughühner (Pteroclidae)
Gattung: Eigentliche Flughühner (Pterocles)
Art: Spießflughuhn
Wissenschaftlicher Name
Pterocles alchata
(Linnaeus, 1766)

Das Spießflughuhn (Pterocles alchata) ist eine kontrastreich gefärbte Art aus der Familie der Flughühner und gehört neben dem Sandflughuhn und dem noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts invasionsartig einfliegenden Steppenflughuhn zu den Arten dieser Familie, die auch in Europa vorkommen.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spießflughuhn wird ca. 37 cm lang und erreicht eine Flügelspannweite bis zu 65 cm. Anders als andere Vertreter dieser Familie haben die Männchen und die Weibchen ein vom Brutkleid deutlich zu unterscheidendes Schlichtkleid.

Beim Männchen im Brutkleid ist der Augenstreif, das Kinn und die Kehle schwarz. Der Kopf ist ockerfarben. Ein breites rotbraunes Brustband ist schwarz gefärbt. Der Bauch ist weiß und die mittleren der 16 Schwanzfedern sind spießartig verlängert. Auf dem Rücken sowie den Flügeldecken befinden sich auffällig olivgelbliche Tropenflecken. Im Schlichtkleid zeigen sie diese tropfenförmigen Flecken auch auf dem Scheitel, dem Hinterkopf und der Stirn. Die Kehle ist ganz oder teilweise weiß. Die übrige Gefiederfärbung entspricht dem Brutkleid.

Die Weibchen sind im Brutkleid etwas blasser als die Männchen. Ihre Kehle ist weiß und sie haben ein zusätzliches schwarzes Halsband. Sie weisen auf dem Körperoberseite eine schwarze und perlgraue Queränderung auf. Im Ruhekleid fehlt die Queränderung.

Lebensraum und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Spießflughühner kommen in Halbwüsten und Trockensteppen vor. Diese sind besonders geeignet, wenn sie sandige Landstrichen oder Dünen beinhalten. Der Lebensraum der Tiere nimmt jedoch beständig ab. Zum Überwintern fliegt diese Art zum Nordrand der Sahara.

Fortpflanzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ei des Spießflughuhnes
Küken

Die Vögel brüten von der ersten Maihälfte bis in den Juli hinein. Das Gelege, das meist aus drei, selten aber auch aus zwei Eiern besteht, wird ohne eine Unterlage in den Schatten eines Busches gelegt. Das Männchen brütet die Nacht durch und am späten Morgen/frühen Nachmittag übernimmt dann das Weibchen. Oft finden sich die Tiere zur Brutzeit zu lockeren Kolonien zusammen. Die Jungtiere sehen zu Anfang aus wie die Küken der Regenpfeifer. Sie besorgen ihre Nahrung von Anfang an selbst, werden aber noch mit Trinkwasser von den Altvögeln versorgt. Nach drei bis vier Wochen werden die Jungen flügge.

Nahrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Körnern, die am Boden gefunden werden. Da ihre Nahrung sehr trocken ist, benötigen sie viel Wasser und fliegen daher mehrmals täglich zu ihrer Tränke, welche bis zu 50 km vom Brutplatz entfernt liegen kann. Sie tauchen ihre Federn in das Wasser ein und fliegen wieder zurück. Dort ziehen sich die Jungvögel die nassen Federn durch den Schnabel.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • W. Grummt, H. Strehlow (Hrsg.): Zootierhaltung Vögel. Verlag Harri Deutsch, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-8171-1636-2.
  • Steve Madge, Philip McGowan und Guy M. Kirwan: Pheasants, Partridges and Grouse – A Guide to the Pheasants, Partridges, Quails, Grouse, Guineafowl, Buttonquails and Sandgrouse of the world, Christopher Helm, London 2002, ISBN 0-7136-3966-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Spießflughuhn (Pterocles alchata) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien