Puma (Messerhersteller)

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PUMA GmbH IP Solingen
Rechtsform GmbH
Gründung 1769
Sitz Solingen, Deutschland
Leitung

Heinrich-Ernst Hiepass-Aryus, Geschäftsführer

Branche Schneidwaren
Website www.pumaknives.de

Waidblatt nach Oberforstmeister Frevert, Puma-Seriennummer 20271
Puma Messer in Bowie-Form

Die Puma GmbH ist ein weltweit tätiger deutscher Hersteller von Jagd-, Sport- und Arbeitsmessern mit Sitz in Solingen.

Puma stellt seit dem Eintrag des Markenzeichens in die Solinger Messermacherrolle im Jahr 1769 Messer für verschiedene Aufgabenbereiche her.

Ursprünglich war das Puma-Werk in Solingen eine Manufaktur, in der Haarscheren und Rasiermesser hergestellt wurden, erst seit 1876 wurden Taschenmesser, Stilette, Säbel und Hirschfänger hergestellt. Heute werden die meisten Arbeitsschritte bei der Herstellung eines Messers in industrieller Fertigungstechnik unter Einsatz computergesteuerter Bearbeitungsmaschinen ausgeführt. Seit 2003 lässt Puma unter der Marke Puma IP (International Production) und Puma Tec (ab 2008) Messer bei internationalen Partnern im Ausland fertigen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl Puma auf eine lange Tradition zurückblicken kann und auch mit dieser wirbt, kann von einer durchgängigen Geschichte in Familienhand nicht mehr die Rede sein. Das Unternehmen verzeichnete in den 1990er Jahren mehrere Verlegungen der Produktionsstätte und Besitzerwechsel.

Der Ruf von Puma begründet sich durch innovative Entwürfe aus den 1950er Jahren. Besondere Messerformen wurden nicht nur im eigenen Hause, sondern unter Hinzuziehung von Fachleuten auf anderen Gebieten entwickelt. Eine Reihe von Messerformen geht beispielsweise auf den damaligen Leiter des Badischen Forstamtes, Oberforstmeister Walter Frevert zurück. Aus dieser Zusammenarbeit entstanden z. B. das „Universaljagdmesser“, das „Waidmesser“ und das „Waidbesteck“, bestehend aus dem Waidblatt mit einer 22 cm langen, breit ausgeformten und kopflastigen Klinge und dem schmaleren und deutlich kleineren Nicker. Die Zusammenarbeit mit externen Beratern bzw. Designern hob Puma von Mitbewerbern ab und wurde erst erheblich später von anderen Schneidwarenherstellern aufgegriffen.

Neben den bereits erwähnten Jagdmessern sind insbesondere das Puma „White Hunter“ und das „Deutsche Expeditionsmesser“ zu nennen. Ersteres wurde laut Hersteller für die Ostafrikanische Jagdorganisation entwickelt und wurde in leicht abgewandelten Versionen auch als Automesser (Universalmesser im Auto) und Boots- bzw. Tauchermesser beworben. Die deutsche Luftwaffe führte eine Ausführung des White Hunter als Piloten- und Überlebensmesser ein.

Chronik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1769: Johann Wilhelm Lauterjung trägt sein Markenzeichen in die Messermacherrolle der Stadt Solingen ein. In einem Kotten an der Wupper werden auf wassergetriebenen Schleifrädern Klingen geschliffen.
  • 1855: Nathanael Lauterjung (1815–1865), Urenkel des Gründers, zieht mit dem Produktionsbetrieb nach Solingen um.
  • 1876: Ernst Otto Lauterjung (1855–1931) eröffnet zusätzlich zur bestehenden Manufaktur eine Fabrik, in der Taschenmesser, Stilette, Säbel und Hirschfänger hergestellt werden. Erste Kataloge entstehen.
  • 1900: Mehrere Lauterjung-Produktionsstätten werden zum „Puma-Werk, Lauterjung und Sohn“ zusammengefasst und ins Handelsregister eingetragen
  • 1920: Puma eröffnet ein weiteres Werk in Solingen
  • 1936–1945: Puma fertigt in Kriegsproduktion Bajonette, Offiziersdolche, HJ-Fahrtenmesser und Kampfmesser, bereits 1946 wird wieder eine zivile Produktpalette angeboten
  • 1953: Oswald von Frankenberg und Ludwigsdorf (1915–1986), Ehemann von Renate Lauterjung tritt in das Unternehmen ein. In der Folge stellt er die Produktion auf Jagd-, Angel-, Sport- und Freizeitmesser um.
  • 1956: das „White Hunter“ wird laut Hersteller für die Ostafrikanische Jagdorganisation entwickelt
  • 1967: die Geschäftsleitung wird von Renate von Frankenberg übernommen
  • 1991: das Puma-Werk wird an die Solinger Familie Hindrichs verkauft
  • 1994: Umzug der Produktionsstätte und Abriss des bisherigen Werks
  • 1998: Verkauf an Geschäftsmann H. Hiepass-Aryus und erneuter Umzug
  • 2003: Puma IP (International Production): Messerfertigung von ausländischen Partnerunternehmen
  • 2008: Puma Tec: niederpreisige Produktlinie aus ausländischer Fertigung
  • 2009: PUMA feiert sein 240jähriges Firmenbestehen. Zu Ehren des Jubiläums entstehen neue Jagd- und Jagdtaschenmesserserien im klassischen PUMA Stil, jedoch nach neuesten ergonomischen Erkenntnissen modifiziert.
  • 2009 / 2010: Mit "PUMA Individual" einem Internetprogramm in dem sich der Kunde sein eigenes Original PUMA Messer selbstständig und ganz individuell zusammenstellen kann, sorgt das Solinger Traditionsunternehmen für ein Novum in der Branche.
  • 2015: Die Rückkehr des Klassikers nach 40 Jahren: PUMA rüdemann 40

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]