Quedlinburger Roland

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Der Quedlinburger Roland ist eine 2,75 Meter hohe Rolandstatue aus Buntsandstein auf dem Marktplatz an der südwestlichen Ecke des Rathauses der Stadt Quedlinburg. Ihr Schöpfer ist unbekannt. Mit seiner Größe ist er der zweitkleinste[1] und neben den Rolanden von Bremen und Halberstadt eine der ältesten erhaltenen Rolandfiguren.[2] Er ist im Quedlinburger Denkmalverzeichnis eingetragen.

Quedlinburger Roland
DDR-Briefmarke von 1987

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Quedlinburger Roland wurde erstmals 1460 erwähnt, nachdem Kosten für die Reparatur auftauchten. Vermutet wird, dass er relativ zeitnah nach dem Beitritt Quedlinburgs zur Hanse im Jahre 1426 bzw. der Errichtung 1433 des Rolands in der Schwesterstadt Halberstadt errichtet wurde.[3] Er stellt eine Ritterfigur mit erhobenem Schwert und Schild. 1477 wurde das Standbild auf Veranlassung der Äbtissin Hedwig, Herzogin von Sachsen, zerstört. Die Reste lagen fast 400 Jahre im Ratskellerhof.

Die Neuaufstellung der Statue fand 1869 auf Veranlassung des Oberbürgermeisters Gustav Brecht[4], jedoch nicht am ursprünglichen Standort statt. Sein Platz befindet sich heute links bzw. westlich vom Eingangsportal des Rathauses. Ihm zu Füßen liegt das Stadtwappen Quedlinburgs als Mosaik. Die Figur ist von einem im späten 16. Jahrhundert entstandenen Gitter eingefriedet, dass ursprünglich von einem Altan eines Gebäudes auf dem Grundstück Markt 10 stammt.[5]

1987 war der Quedlinburger Roland auf einer in der DDR herausgegebenen Briefmarke abgebildet. Ende der 1990er Jahre wurde eine Beleuchtung vor dem Sockel eingebaut.

Im Jahr 2013 wurden im Zuge der Neugestaltung des Marktes die Fundamente des 1477 zerschlagenen Rolands vor dem Haus Markt 5 gefunden,[6] etwa acht Meter vor der vorkragenden Hausecke des Gebäudes. Der Roland stand bis 1477 also frei auf dem Markt. Zuvor war als vermuteter ehemaliger Standort ein Punkt vor dem Haus Markt 4 angenommen worden.[7] Am 13. Dezember 2013 wurde der restaurierte Roland, er erhielt unter anderem eine neue Nase, wieder der Öffentlichkeit übergeben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernd Feicke: Der Roland von Quedlinburg. Symbol königlicher Privilegien für die Kaufleute der Stadt – Antipode zur Stadtherrschaft der Äbtissin des Reichsstiftes. In: Harz-Zeitschrift. Bd. 63, 2011, ISSN 0073-0882, S. 125–138, (dort Abbildungen und weitere Literatur).
  • Falko Grubitzsch in: Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt. Band 1: Ute Bednarz, Folkhard Cremer u. a.: Regierungsbezirk Magdeburg. Neubearbeitung. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2002, ISBN 3-422-03069-7, Seite 742.
  • Roland mit neuer Nase. In: Amtsblatt der Stadt Quedlinburg, 01/2014, S. 10–11.
  • Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt. Band 7: Falko Grubitzsch, unter Mitwirkung von Alois Bursy, Mathias Köhler, Winfried Korf, Sabine Oszmer, Peter Seyfried und Mario Titze: Landkreis Quedlinburg. Teilband 1: Stadt Quedlinburg. Fliegenkopf, Halle 1998, ISBN 3-910147-67-4, Seite 173.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Quedlinburger Roland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die kleinste steinerne Rolandfigur mit einer Größe von 1,90 Metern, die um das Jahr 1600 errichtet wurde, befindet sich im Hof der mittelalterlichen Burg des Ortes Bad Bederkesa.
  2. Rolande. In: Harzfreund.de. Archiviert vom Original am 1. Mai 2009; abgerufen am 20. Mai 2009.
  3. Quedlinburg: Roland. In: Harzlandhexe. Abgerufen am 20. Mai 2009.
  4. Hans-Hartmut Schauer, Quedlinburg, Fachwerkstatt/Weltkulturerbe, Verlag Bauwesen Berlin 1999, ISBN 3-345-00676-6, Seite 29
  5. Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt. Band 7: Falko Grubitzsch, unter Mitwirkung von Alois Bursy, Mathias Köhler, Winfried Korf, Sabine Oszmer, Peter Seyfried und Mario Titze: Landkreis Quedlinburg. Teilband 1: Stadt Quedlinburg. Fliegenkopf, Halle 1998, ISBN 3-910147-67-4, Seite 173
  6. Mitteldeutsche Zeitung, Quedlinburg-Ausgabe, 23. August 2013
  7. Falko Grubitzsch in: Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt. Band 1: Ute Bednarz, Folkhard Cremer u. a.: Regierungsbezirk Magdeburg. Neubearbeitung. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2002, ISBN 3-422-03069-7, Seite 742

Koordinaten: 51° 47′ 22,5″ N, 11° 8′ 30,5″ O