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Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt

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Sitz des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie in der Kleinen Steinstraße in Halle (2016)
Außenansicht Landesausstellung „Pompeji – Nola – Herculaneum. Katastrophen am Vesuv“ im Landesmuseum für Vorgeschichte (2012)

Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt ist das Denkmalfachamt Sachsen-Anhalts mit Sitz in Halle (Saale).

Zu den Aufgaben des Landesamtes gehören u. a. die wissenschaftliche Erfassung, Erforschung und Dokumentation der Kulturdenkmale, die Führung der nachrichtlichen Denkmalverzeichnisse sowie die gutachterliche Stellungnahme zu denkmalpflegerischen Belangen in Genehmigungs- und Planverfahren. In den Aufgabenbereich der archäologischen Denkmalpflege fallen zudem die Dokumentation, der Schutz und die Präsentation archäologischer Denkmäler. Die Bau- und Kunstdenkmalpflege begleitet Erhaltungsmaßnahmen an nichtarchäologischen Kulturdenkmalen.

Das Landesamt unterhält zudem eigene wissenschaftliche Facharchive und eine eigene Fachbibliothek.

Das Landesmuseum für Vorgeschichte ist Teil des Landesamts.

Entstanden ist das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie zum 1. Januar 2004 durch den Zusammenschluss des Landesamts für Archäologie (Landesmuseum für Vorgeschichte) und des Landesamts für Denkmalpflege aufgrund des Gesetzes zur Neuordnung der Landesverwaltung vom 17. Dezember 2003. Es steht in der Nachfolge verschiedener Institutionen der Denkmalpflege. So ist das frühere Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt nach 1990 aus der Arbeitsstelle Halle des Instituts für Denkmalpflege der DDR, entstanden. Diesem ging in der Provinz Sachsen das Amt des Provinzialkonservators voraus.

Der Direktor des Landesamtes ist seit seiner Gründung der Landesarchäologe Harald Meller. Zur Landeskonservatorin wurde 2005 Ulrike Wendland ernannt, die das Amt bis 2020 innehatte. Ihr folgte 2021 Elisabeth Rüber-Schütte nach. Zu den Mitarbeitern gehören unter anderem Reinhard Schmitt und bis zu seinem Tod Rainer Philipp.

2021 wurde als sechste Abteilung des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie das Institut für Landesgeschichte Sachsen-Anhalt gegründet. Leiter des Instituts seit dessen Gründung ist Michael Hecht.[1]

Im Oktober 2023 wurde bekannt, dass das Landesamt versucht, Fotos der 4000 Jahre alten Himmelsscheibe von Nebra von Wikimedia Commons löschen zu lassen.[2]

Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie ist in sechs Abteilungen gegliedert. Abteilung 1 bildet die Verwaltung.

Als Abteilung 2 fungiert die Bau- und Kunstdenkmalpflege, die von der Landeskonservatorin geleitet wird. Die Bau- und Kunstdenkmalpflege ist für die Erforschung und den Erhalt der Denkmale im Bundesland verantwortlich. In der Abteilung sind Gebietsreferenten für die einzelnen Regionen angestellt. Weitere Schwerpunkte der Arbeit bilden Bauforschung, Restaurierung und Gartendenkmalpflege.[3]

Abteilung 3 sind die übergreifenden Fachdienste. Hierzu gehören unter anderem die Bibliotheken, Archive und das Depot des Landesamtes, die Redaktion der Veröffentlichung, sowie wissenschaftlich-technische Fachdienste (Grafik/Kartografie, Fotografie).

Abteilung 4 umfasst die Bodendenkmalpflege, die für die Forschung und Bewahrung archäologischer Denkmale zuständig ist. In der Bodendenkmalpflege arbeiten neben den Gebietsreferenten auch Verantwortliche für die einzelnen archäologischen Epochen sowie für spezielle Grabungsaufgaben wie beispielsweise Trassen.

Als Abteilung 5 ist auch das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie angegliedert. Das Landesmuseum für Vorgeschichte stellt in einer Dauerausstellung auf zwei Etagen die Vorgeschichte Sachsen-Anhalts vom Beginn der Steinzeit bis zum Ende des Mittelalters dar. Hinzu kommen wechselnde Sonderausstellungen im Erdgeschoss des Museums.

Die jüngste Abteilung bildet das 2021 gegründete Institut für Landesgeschichte (Abteilung 6). Dieses befasst sich mit der Geschichte Sachsen-Anhalts vom Mittelalter bis in die Gegenwart.[4]

Durch die Zusammenlegung der vormaligen Landesämter für Denkmalpflege und Archäologie verfügt das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt heute über zwei räumlich getrennte Bibliotheken, die beide grundsätzlich der Öffentlichkeit zugänglich sind.

Die Fachbibliothek Bereich Denkmalpflege ist neben der Universitäts- und Landesbibliothek Halle die bedeutendste Bibliothek im Bereich der praktischen Denkmalpflege und in der Kunst-, Bau- und Regionalgeschichte Mitteldeutschlands. Die Bibliothek verfügt über einen Bestand von ca. 30.000 Bänden.

Die Bibliothek des Bereichs Archäologie umfasst rund 80 000 Bände; Sammelschwerpunkt ist hierbei die Vor- und Frühgeschichte in Europa, insbesondere Mitteldeutschlands. Es werden jedoch auch Werke zur außereuropäischen Archäologie sowie zu naturwissenschaftlichen Themen geführt. Sie ist eine der größten Fachbibliotheken Deutschlands.[5]

Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt hat in der Brachwitzer Straße im Norden von Halle ein Depot, bei dem die Funde im Fundeingang nach Material sortiert in klimatisierte Räumlichkeiten gelagert werden. Die Sammlung der archäologischen Funde umfasst mittlerweile über 16 Millionen Objekte.[6]

Provinzial- und Landeskonservatoren

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Commons: Landesmuseum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Institut für Landesgeschichte. Abgerufen am 19. Januar 2026.
  2. Request for Removal of Infringing Material. Abgerufen am 21. Oktober 2023.
  3. Bau- und Kunstdenkmalpflege in Sachsen-Anhalt. Abgerufen am 19. Januar 2026.
  4. Das Landesamt. Abgerufen am 19. Januar 2026.
  5. Bibliothek. Abgerufen am 19. Januar 2026.
  6. Das Landesamt. Abgerufen am 19. Januar 2026.

Koordinaten: 51° 29′ 53,6″ N, 11° 57′ 44,8″ O