Quitzow (Perleberg)

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Quitzow
Stadt Perleberg
Koordinaten: 53° 6′ 4″ N, 11° 49′ 10″ O
Höhe: 40 m
Fläche: 11,46 km²
Einwohner: 296 (2. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 26 Einwohner/km²
Eingemeindung: 6. Dezember 1993
Postleitzahl: 19348
Vorwahl: 03876
Kirche in Quitzow
Kirche in Quitzow

Quitzow ist ein Ortsteil der Stadt Perleberg im Landkreis Prignitz. Der Ort zählt 310 Einwohner. Angela Merkel lebte kurz nach ihrer Geburt für drei Jahre in Quitzow, nach dem Umzug ihrer Eltern aus Hamburg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Quitzow liegt circa 3,5 Kilometer nordwestlich des Perleberger Stadtkerns. Benachbart liegen außerdem die Perleberger Ortsteile Schönfeld im Norden, Wüsten-Buchholz und Groß Buchholz im Nordosten sowie Sükow im Südwesten. Im Nordwesten grenzt Quitzow an die Gemeinde Karstädt.

Die Südostgrenze von Quitzow verläuft zum Teil entlang der historischen Perleberger Landwehr. Auf Perleberger Seite findet sich die Ortslage Perlhof. Nahe diesem, bei der Quelle der Perle, sind noch Reste der Landwehr erhalten.

Im Süden liegt der Wohnplatz Henningshof zwar auf Quitzower Seite der alten Landwehr, gehört aber heute zur Kernstadt Perleberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urkundlich ist das Angerdorf Quitzow selbst erstmals 1299 belegt (Quitsow).[2] Der Name ist slawischen Ursprungs. In der Literatur wird gelegentlich vermutet, das 1271 erstmals belegte Adelsgeschlecht von Quitzow habe seinen Namen von diesem Ort abgeleitet.[3][4] Wahrscheinlicher ist jedoch eine Benennung der Familie nach Quitzöbel an der Elbe. Um 1200 kam Quitzow jedoch als Lehen an Johan Gerold und Henning von Quitzow, die als Vasallen im Dienst des Johannes Gans zu Perleberg standen, und dürfte deren Namen erhalten haben. 1384 verlieh der Havelberger Bischof an Wedego von Quitzow (urkundlich 1379 Knappe auf Burg Quitzow) das Rittergut Rühstädt; Wedego verkaufte daraufhin das Gut Quitzow 1386 an die Familie von Platen.

Im 20. Jahrhundert befand sich in Quitzow ein Haltepunkt der Westprignitzer Kreisringbahn. Deren Betrieb wurde 1975 aufgegeben. 2003 wurden die letzten Gleisabschnitte demontiert.[5]

In der DDR führte durch Quitzow mit der Fernverkehrsstraße 5 bis 1982 die Transitstraße Hamburg–West-Berlin. In Quitzow lag die einzige Raststätte der Strecke. Sie besaß einen Intershop.

Am 3. Juli 1972 wurden Schönfeld und Groß Buchholz nach Quitzow eingemeindet. Am 6. Dezember 1993 erfolgte die Eingliederung von Quitzow in die Kreisstadt Perleberg.[6]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gewerbe- und Industriegebiet Perleberg OT Quitzow umfasst 67 Hektar. Hier sind zahlreiche Unternehmen ansässig.[7] An der Grenze von Quitzow zur Kernstadt Perleberg entsteht ein weiteres Gewerbegebiet.[8]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Quitzow verlaufen die Bundesstraße 5 und die Brandenburger Landesstraße 10. Die Bundesstraße 189 führt nur knapp am Ort vorbei.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche in Quitzow wurde in mehreren Bauabschnitten errichtet. Der älteste Teil wird auf das späte 13. Jahrhundert datiert.[9]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung von Quitzow von 1800 bis 2013 nach nebenstehender Tabelle
Datum Einwohnerzahl
1800 239[2]
1817 194[2]
1840 315[2]
1925 355[2]
1939 330[2]
1946 482[2]
11. Jan. 2011 310[10]
31. Dez. 2012 297[11]
2. Jan. 2013 296

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Historisches Ortslexikon für Brandenburg – Teil 1 – Prignitz – N–Z. Bearbeitet von Lieselott Enders. In: Klaus Neitmann (Hrsg.): Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (Staatsarchiv Potsdam) – Band 3. Begründet von Friedrich Beck. Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2012, ISBN 978-3-88372-033-3, S. 706 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Quitzow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Quitzow auf stadt-perleberg.de
  • Die Quitzower Kirche – Informationen zur Kirche und zur frühen Geschichte des Ortes
  • Quitzow in der Reihe „Landschleicher“ des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg vom 11. April 1993

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Quitzow auf www.stadt-perleberg.de, offizielle Internetseite der Stadt Perleberg. Abgerufen am 22. März 2015.
  2. a b c d e f g Lieselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil I Prignitz. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1962, S. 302 f.
  3. Lieselott Enders: Die Prignitz – Geschichte einer kurmärkischen Landschaft vom 12. bis 18. Jahrhundert. 1. Auflage. Verlag für Berlin-Brandenburg GmbH, Potsdam 2000, ISBN 3-935035-00-4, S. 56 f.
  4. Karl LohmeyerQuitzow. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 27, Duncker & Humblot, Leipzig 1888, S. 60–62.
  5. Die Westprignitzer Kreisringbahn – Die Zeit nach 1975. auf prignitzer-kreisringbahn.de, abgerufen am 13. Dezember 2011.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  7. Gewerbe- und Industriegebiet Perleberg OT Quitzow. auf stadt-perleberg.de, abgerufen am 13. Dezember 2011.
  8. Neues Industriegebiet Perleberg-Nord. auf stadt-perleberg.de, abgerufen am 13. Dezember 2011.
  9. Die Quitzower Kirche auf kirchenkreis-prignitz.de, abgerufen am 12. Dezember 2011.
  10. Quitzow auf stadt-perleberg.de, offizielle Internetseite der Stadt Perleberg. Abgerufen am 12. Dezember 2011.
  11. Michael Beeskow: 12 188 Menschen lebten in Perleberg am 31. Dezember 2012. In: Märkische Allgemeine Zeitung. 19. Januar 2013, abgerufen am 20. Januar 2013.