Raniero Cantalamessa

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Pater Raniero Cantalamessa (2016)
Kardinalswappen von Raniero Cantalamessa

Raniero Kardinal Cantalamessa OFMCap (* 22. Juli 1934 in Colli del Tronto) ist ein italienischer Ordensgeistlicher, römisch-katholischer Theologe und Professor für Kirchengeschichte und Patristik[1]. Er ist seit 1980 offizieller Prediger des päpstlichen Hauses.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Raniero Cantalamessa trat in den Kapuzinerorden ein und empfing 1958 die Priesterweihe. An der Schweizer Universität Freiburg wurde er zum Doktor der Theologie promoviert. Anschließend wurde er an der Katholischen Universität Sacro Cuore (Mailand) in Klassischer Philologie promoviert. Cantalamessa lehrte nach dem Studium in Mailand als ordentlicher Professor für Alte Kirchengeschichte und Patristik und war dort auch Leiter der Abteilung für Religionswissenschaften an der Katholischen Universität. 1975 wurde er von Papst Paul VI. in die internationale Theologenkommission berufen, der er bis 1981 angehörte.

1980 wurde er zum Prediger des päpstlichen Hauses ernannt. Diese Funktion übt er seitdem aus und hält jede Woche im Advent und in der Fastenzeit einen geistlichen Vortrag für den Papst, die Kardinäle, Bischöfe und Generaloberen der Ordensgemeinschaften.

Cantalamessa hat mehrere Bücher geschrieben, die in 15 Sprachen übersetzt sind. Von 1994 bis 2010 moderierte Cantalamessa im italienischen Fernsehsender Rai Uno jeden Samstag eine fünfzehnminütige Sendung zum Sonntagsevangelium.

Im Konsistorium vom 28. November 2020 nahm ihn Papst Franziskus als Kardinaldiakon mit der Titeldiakonie Sant’Apollinare alle Terme Neroniane-Alessandrine[2] in das Kardinalskollegium auf. Cantalamessa teilte mit, dass er davon absieht, sich zum Bischof weihen zu lassen. Der Papst erteilte ihm einen entsprechenden Dispens (von der Verpflichtung nach can. 351 §1 CIC).[3] Wegen seines Alters ist Cantalamessa nicht berechtigt, an einer Papstwahl teilzunehmen.[4][5]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DER SPIEGEL: Päpstliche Personalpolitik: 13 neue Kardinäle nominiert - DER SPIEGEL - Panorama. Abgerufen am 25. Oktober 2020.
  2. Concistoro Ordinario Pubblico: Assegnazione dei Titoli. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 28. November 2020, abgerufen am 28. November 2020 (italienisch).
  3. Ernannter Kardinal Cantalamessa verzichtet auf Bischofsweihe. domradio.de, 18. November 2020, abgerufen am 20. November 2020.
  4. Vatikan: Wer sind die 13 neuen Kardinäle? vaticannews.va, 27. November 2020, abgerufen am 28. November 2020.
  5. Stefan von Kempis: Papst nominiert 13 neue Kardinäle. In: vaticannews.va, 25. Oktober 2020 [1]