Rathaus Wismar

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Das klassizistische Wismarer Rathaus am Marktplatz (2012).
Rathausbalkon mit historischem großen Stadtwappen nach der Schwedenzeit
Linker Rathausgiebel zum Markt
Rathaus Wismar (1930).
Das im Sinne des Sozialistischen Klassizismus umgestaltete Erscheinungsbild des Rathauses (vor 1977).

Das Rathaus in der Hansestadt Wismar ist ein klassizistischer Bau, der in den Jahren 1817–19 am Alten Markt der Stadt errichtet wurde.

Der Barca-Bau[Bearbeiten]

Das Wismarer Rathaus geht wie auch weitere klassizistische Rathausbauten in Mecklenburg-Schwerin auf die Planung und den Entwurf des Hofbaumeisters Johann Georg Barca zurück und wurde von 1817 bis 1819 errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die schwer wirkende Fassade im Sinne der Systemarchitektur des Sozialistischen Klassizismus geringfügig überarbeitet und geglättet. Inzwischen wurden beispielsweise die Reliefbänder der Außengiebel wiederhergestellt und wie ursprünglich abgesetzt. Der Neubau enthält im westlichen Teil noch ältere Gewölbe und Mauerwerkreste des Vorgängerhauses aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts.

Der große Audienzsaal des Rathauses sollte zunächst von dem Wismarer Maler Carl Düberg († 1849) ausgemalt werden, was dieser jedoch nicht mehr schaffte. Die Dekoration des Saales erfolgte dann laut Schlie durch Michaelsen.[1]

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Das älteste Rathaus der Stadt brannte 1351 ab. Der Vorgang ist insofern urkundlich belegt, als das alle bis dahin urkundlich verbrieften Privilegien der Stadt mit verbrannten. König Magnus von Schweden und Herzog Albrecht zu Mecklenburg bestätigten daraufhin aufgrund der ihnen vorliegenden Abschriften der Urkunden diese Privilegien (Urkundenersetzung).[2] Das zweite Rathaus interpretierte Schlie anhand alter Stadtansichten als einen vermutlich zweigeschossigen Bau längs des Marktes, „bei dem der Schwerpunkt architektonischer Kunst … in die Giebel verlegt gewesen sein muß“[3] Die Schaufassade zum Markt war wie beim Lübecker Rathaus aus schwarz glasiertem Ziegel hergestellt. Die Halle im Erdgeschoss des Rathauses bestand aus zwölf Kreuzgewölben in Doppelreihe. Im Keller sind urkundlich das neue Gelag (1458) und die Rose (1465) nachgewiesen. Der Ratsweinkeller von Wismar erlangte bereits 1266 mit der Weinspende Herzog Heinrich des Pilgers, die 20 Kirchen des Landes Ilow bedachte, Bekanntheit.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Schlie: Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Grossherzogthums Mecklenburg-Schwerin. II. Band: Die Amtsgerichtsbezirke Wismar, Grevesmühlen, Rehna, Gadebusch und Schwerin. Schwerin 1898, Neudruck Schwerin 1992, S. 176 ff. ISBN 3910179061

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rathaus Wismar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Möglicherweise der Bildhauer Ernst Michaelsen (1835–58) ?
  2. Schlie (1898), S. 12 ff..
  3. Schlie (1898), S. 176 ff..
  4. Überliefert im Wismarschen Weinregister von 1479 (Mecklenburgisches Urkundenbuch 1059, 2622)

53.89188888888911.466Koordinaten: 53° 53′ 31″ N, 11° 27′ 58″ O