Rauchbier

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Als Rauchbier bezeichnet man eine Geschmacksrichtung von Bieren, die durch Verwendung von Rauchmalz entsteht. Produktionsbedingt waren früher viele Biersorten Rauchbiere, heute gelten sie als Spezialität.

Aecht Schlenkerla Rauchbier Märzen (Bamberg)

Herstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tatsächlich waren früher viele Biere Rauchbiere. Der Grund liegt in der Malzherstellung: Das Malz muss für die Bierherstellung getrocknet werden. Neben der Sonnentrocknung, die klimatisch nicht in allen Regionen möglich war, kam dabei ein offenes Holzfeuer zur Unterstützung der Darre zum Einsatz. Hitze und Rauch durchströmten das auf der Darre liegende Grünmalz, entzogen ihm so die Feuchtigkeit und machten es gleichzeitig haltbar. Während der Industrialisierung wurden neue Techniken entwickelt, die den Einsatz spezieller Heizungen auf der Basis fossiler Brennstoffe wie z. B. Kohle und Öl erlaubten. Da diese Verfahren kostengünstiger und einfacher in der Handhabung waren, verdrängten sie nach und nach die alten Rauchdarren.

Hersteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während andere Brauereien nach Erfindung des rauchfreien Malzes auf nicht-rauchige Biere umstellten, wurde die alte Tradition in Bamberg von den Brauereien Spezial und Schlenkerla bis in die Gegenwart durchgehend bewahrt, denn beide betreiben jeweils eigene Mälzereien und stellen ihr Rauchmalz für den Eigengebrauch noch heute selbst her. Deswegen spricht man oft auch vom „Bamberger Rauchbier“ oder „Rauchbier nach Bamberger Art“, obwohl genau genommen nur die Biere von Schlenkerla[1] und Spezial[2] in diese Kategorie fallen: Denn seit einigen Jahren können Brauereien auch industriell gefertigtes, raucharomatisiertes Malz von verschiedenen Handelsmälzereien beziehen.[3] Dadurch hat das Rauchbier in den letzten Jahren zwar eine Renaissance erfahren, und es finden sich diverse so neuartig hergestellte rauchige Biere bei Craft-Brauereien weltweit und sogar in Bamberg. Die traditionelle Herstellungsweise aber, wie sie nur noch von Spezial und Schlenkerla aufwändig betrieben wird, wird damit zur noch selteneren Ausnahme. In 2017 hat daher die Organisation SlowFood diese beiden letzten verbliebenen traditionellen Rauchbiere in die „Arche des Geschmacks“[4] aufgenommen, um zum Erhalt der alten Herstellungsweise beizutragen.

Der Geschmack von Rauchbier ist gewöhnungsbedürftig, und nach einem alten Sprichwort schmeckt erst das dritte Seidla so richtig, vor allem beim Schlenkerla, das geschmacklich stark an Geselchtes erinnert.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Brauen und Mälzen: Der Mälz- und Brauprozess von Aecht Schlenkerla Rauchbier. In: schlenkerla.de. Abgerufen am 9. August 2016.
  2. Tradtioansbrauerei mit hauseigener Mälzerei. (Nicht mehr online verfügbar.) In: brauerei-spezial.de. Archiviert vom Original am 9. August 2016; abgerufen am 9. August 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.brauerei-spezial.de
  3. Weyermann®. (Nicht mehr online verfügbar.) In: weyermann.de. Archiviert vom Original am 9. August 2016; abgerufen am 9. August 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.weyermann.de
  4. Bamberger Rauchbier traditioneller Herstellungsart. In: slowfood.de. Abgerufen am 7. Januar 2019.