Reaktor (Software)

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Reaktor
NI Reaktor Logo.svg
Entwickler Native Instruments
Erscheinungsjahr 1996
Aktuelle Version 6.2.0
(16. August 2017)
Betriebssystem Mac OS X, Windows
Kategorie Musiksoftware
Lizenz Proprietär
deutschsprachig nein
www.native-instruments.com

Reaktor ist eine grafische Entwicklungsumgebung zur Erstellung und Verwendung von Software-Synthesizern, Sequenzern, Samplern und Effektgeräten der Berliner Firma Native Instruments.

Programmstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zentraler Bestandteil von Reaktor ist eine umfangreiche Sammlung von DSP-Modulen zur Erzeugung und Verarbeitung von Audio- und Event-Datenströmen. Mit Hilfe dieser Module und einer grafischen Oberfläche, auf der die Bauelemente mit virtuellen „Kabeln“ verbunden werden können, lassen sich virtuelle Musikinstrumente, Effektgeräte, Sequenzer, Sampler und Ähnliches erstellen, sogenannte Ensembles. Die Benutzeroberfläche dieser Ensembles lässt sich in großem Umfang frei gestalten, was neben grafischen Spielereien auch die Umsetzung unterschiedlicher Interface-Konzepte ermöglicht.

Aus technischer Sicht gibt es 3 Ebenen. Die ursprünglichen Komponenten sind auf der mittleren angesiedelt. Einzelne Oszillatoren, Hüllkurvengeneratoren, Filter, Knöpfe und Anzeigetafeln lassen sich hier zu Makros kombinieren, die wiederum Bausteine von Instrumenten sind, welche zu Ensembles zusammengefasst sind. Das Prinzip erinnert an modulare Synthesizer aus den 1960er und 1970er Jahren. Im Vergleich dazu ist Reaktor flexibler, aber auch komplexer. Mit Version 5 kam eine sogenannte CORE-Ebene hinzu. Sie umfasst Komponenten, die sehr nah an einzelne C++-Befehle angelehnt sind und eine wesentlich effektivere Programmierung erlauben. Diese werden gleichermaßen zu CORE-Macros verbunden, die sich wie normale Macros weiter einsetzen lassen. Das erlaubt Projekte, die vorher wegen zu großer Prozessorlast gescheitert wären. Version 6 führte Blocks ein, die Instrument-Teile darstellen, ähnlich Eurorack-Modulen deren Wertebereiche normiert sind und nicht zwischen Kontroll- oder Audio-Signalen unterschieden. Technisch nicht vorgebildeten Personen ermöglichen Blocks einen leichteren Einstieg, aber auch die Steuerung analoger Hardware. Dadurch lassen sich Modularsysteme um Einheiten im Wert von dutzenden Hundert Euro mit wenigen Klicks erweitern.

Um Anfängern den Einstieg zu erleichtern, wird Reaktor mit einer Vielzahl an fertigen Ensembles ausgeliefert. Außerdem unterhält Native Instruments auf seiner Webseite ein Archiv, in das Nutzer ihre Ensembles hochladen und so anderen zugänglich machen können. Dort finden sich über 4000 Ensembles, von simplen Nachempfindungen subtraktiver Synthesizer bis hin zu komplexen generativen Ensembles, die auf Basis unterschiedlicher Algorithmen selbsttätig sich ständig verändernde Klänge erzeugen.

Benutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reaktor lässt sich als Plug-In in entsprechende Sequenzer-Programme einbinden, läuft aber auch „standalone“. Für Nutzer, die nicht daran interessiert sind, selbst Ensembles zu erstellen, sondern nur die vorhandenen verwenden möchten, gab es mit "Reaktor Session" eine abgespeckte Version des Programms. Mit dem Erscheinen der Version 5 von Reaktor wurde "Reaktor Session" allerdings von Native Instruments aus dem Programm genommen; mit Reaktor 5 erstellte Ensembles lassen sich mit "Reaktor Session" nicht nutzen. Als Äquivalent erschien im Jahr 2010 der kostenlose "Reaktor Player", mit dem Ensembles der Version 5.5[1] gespielt, aber nicht verändert werden können.

Mit der Veröffentlichung der Version 6 werden sogenannte Blocks[2] Module angeboten, die den Umgang mit Reaktor vereinfachen können.

Daneben ist Native Instruments dazu übergegangen, einzelne Ensembles als separate Programme zu veröffentlichen, die man verwenden kann, ohne Reaktor zu besitzen. Für die Anwender von Reaktor gibt es keine Möglichkeit, solche selbstständig lauffähigen Ensembles zu erstellen.

Zu den Hauptkonkurrenten von Reaktor gehören die Software Max/MSP und das ähnliche, quelloffene Pure Data.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikibooks: Reaktor Project (englisch) – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Pelkmann: Reaktor 5.5: Viiiel Musik unter der Haube. In: macwelt.de. 23. Februar 2011, abgerufen am 3. Februar 2014.
  2. Reaktor Produkt-Webseite. Abgerufen am 24. April 2017.