Integrierte Entwicklungsumgebung

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Microsoft Visual Studio 2012, IDE für Windows
CONZEPT 16, ein Datenbanksystem mit integrierter Entwicklungsumgebung
KDevelop, eine freie IDE für KDE
Dev-C++, eine freie IDE für Windows
Microsoft Visual Studio 2012, IDE für Windows
CONZEPT 16, ein Datenbanksystem mit integrierter Entwicklungsumgebung
KDevelop, eine freie IDE für KDE
Dev-C++, eine freie IDE für Windows

Eine integrierte Entwicklungsumgebung (Abkürzung IDE, von englisch integrated development environment) ist eine Sammlung von Computerprogrammen, mit denen die Aufgaben der Softwareentwicklung (SWE) möglichst ohne Medienbrüche bearbeitet werden können.

IDEs stellen hilfreiche Werkzeuge bereit, die dem Softwareentwickler häufig wiederkehrende Aufgaben abnehmen, einen schnellen Zugriff auf einzelne Funktionen bieten, mit denen die Arbeits(zwischen)ergebnisse verwaltet und in spätere Bearbeitungsfunktionen direkt überführt werden können. Der Entwickler wird dadurch von formalen Arbeiten entlastet und kann seine eigentliche Aufgabe, die Softwareentwicklung/Programmierung, mit Systemunterstützung effizient und ohne redundante/überflüssige Arbeitsschritte ausführen.

IDEs gibt es für nahezu alle Programmiersprachen und Plattformen. Oft wird damit nur eine Programmiersprache unterstützt. Es gibt aber auch Anwendungen, die mehrere spezielle IDEs unter einer gemeinsamen Benutzeroberfläche zusammenfassen. Auch gibt es sie für Konzepte, die darauf zielen, mehr oder weniger 'programmierfrei' Anwendungssoftware per Konfiguration zu erstellen (z. B. Universal Application), und die somit nicht auf eine bestimmte Programmiersprache ausgerichtet sind; siehe Deklarative Programmierung.

Synonym verwendete Bezeichnungen sind unter anderem: Softwareeentwicklungsumgebung (SEU),[1] Softwareproduktionsumgebung (SPU), Software Development KIT (SDK), software engineering environment system (SEES), integrated design environment (für Teilaspekte).

Abweichende Bedeutung: Aus Sicht der Systemarchitektur und des Releasemanagements wird der Ausdruck ‚Entwicklungsumgebung‘ auch als Abgrenzung zu anderen Systemumgebungen verstanden, während der Begriff ‚IDE‘ hier die zur Softwareentwicklung verwendeten Programme und deren funktionale Integration bedeutet, unabhängig von der technischen Systemumgebung.

Integriert / nicht integriert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Überbegriff für jegliche Art von ‚Computeruntersützung bei der Softwareentwicklung‘ (= „CASE“) gliederte Alfonso Fugetta in drei Kategorien:[2]

  1. „Tools“ (deutsch ‚Werkzeuge‘, für einzelne Aktivitäten im Software Life-cycle),
  2. „Workbenches“ (deutsch ‚Werkbank‘, sie umfassen mehrere Werkzeuge),
  3. „Environments“ (deutsch ‚Umgebung‘, die Kombination mehrerer Workbenches und Werkzeuge zur Unterstützung des kompletten Software Life-cycle).

Als nicht integriert, trotzdem gelegentlich verallgemeinernd ‚Entwicklungsumgebung‘ genannt, gilt demnach der Einsatz nur einzelner Programmierwerkzeuge, zum Beispiel: Texteditor, Compiler bzw. Interpreter, Linker, evtl. ein Debugger. Die Entwickler müssen die einzelnen Arbeitsschritte gezielt anstoßen. Beispiel: a) Öffnen Quelltext, ändern/editieren, speichern; b) Aufrufen Compiler, Prüfen Ergebnis; c) Aufrufen Linker, prüfen Ergebnis; d) Ausführen Programm (z. B. zum Testen).

Der Aspekt integriert erfordert dagegen mehr als einzelne getrennt operierende Werkzeuge. Eigenschaften/Funktionen einer IDE können beispielsweise folgende sein:

  • Aufeinander abgestimmte Methoden mit ähnlicher Philosophie [1]
  • Die Prozesse der Softwareentwicklung oder auch des gesamten software life cycle werden begleitet und unterstützt.[1]
  • Eine Entwicklungsdatenbank (siehe auch Repository und Data-Dictionary) speichert (Zwischen-) Ergebnisse und macht sie für die jeweils nächsten Werkzeuge verfügbar – die über eine einheitliche/gemeinsame Benutzeroberfläche aktiviert werden können.
Beispiel: Die in einem Formular oder Report per GUI definierten Datenfelder können so im Programmcode-Editor direkt referenziert/verwendet werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Integrierte Entwicklungsumgebungen kamen in der ersten Hälfte der 1980er Jahre auf und lösten die damals übliche Praxis ab, Editor, Compiler, Linker und Debugger als vier getrennte Produkte anzubieten, die jeweils getrennt ausgeführt wurden. Maestro I (ursprünglich Programm-Entwicklungs-Terminal-System, PET) von Softlab war weltweit die erste Integrierte Entwicklungsumgebung für Software.[3]

In den 1980er Jahren kamen neben den Integrierten Entwicklungsumgebungen für Standardprogrammiersprachen der dritten Generation solche für 4GL-Programmiersprachen wie z. B. Natural auf, die zum Teil bis heute im Markt vertreten sind. Auch diese bieten neben der Programmiersprache in einer interaktiven integrierten Entwicklungsumgebung alle Werkzeuge wie Analyse- und Designwerkzeug, Texteditor, Maskeneditor, GUI Designer, Compiler bzw. Interpreter, Linker, Debugger, Quelltextformatierungsfunktion.

Während die ersten IDEs noch textbasiert arbeiteten, ging der Trend vor allem bei den großen Anbietern ab ca. 1990 zunehmend hin zu visuellen Programmierumgebungen. Vor allem für Spezialsprachen gibt es aber auch heute noch verschiedene Text-IDEs.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gregor Engels, Wilhelm Schäfer: Programmentwicklungsumgebungen: Konzepte und Realisierung. B.G. Teubner, Stuttgart, ISBN 3-519-02487-X.
  • Henner Diederichs: Komplexitätsreduktion in der Softwareentwicklung. Ein systemtheoretischer Ansatz (DSOR-Beiträge zur Wirtschaftsinformatik, Bd. 3), Books on Demand, Norderstedt 2005, ISBN 3-8334-1790-0 (Dissertation), S. 88 f.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Gabler Wirtschaftslexikon SEU/Definition
  2. Alfonso Fuggetta: A classification of CASE technology. In: Computer. 26, Nr. 12, December 1993, S. 25–38. doi:10.1109/2.247645. Abgerufen am 14. März 2009.
  3. Axel Bruns: Die Geschichte des Computers. neobooks.com, 31. März 2015, abgerufen am 17. Oktober 2016.