Rehantilope

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Rehantilope
Rehantilope

Rehantilope

Systematik
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Tribus: Reduncini
Gattung: Pelea
Art: Rehantilope
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Pelea
Gray, 1851
Wissenschaftlicher Name der Art
Pelea capreolus
(Forster, 1790)

Die Rehantilope (Pelea capreolus) ist ein nur in Südafrika und Lesotho[1] verbreiteter Hornträger. Diese kleine Antilope wird im englischsprachigen Raum mit ihrem Afrikaans-Namen Rhebok benannt, da sie die ersten Einwanderer an die vertrauten Rehe erinnerte. Im Deutschen ist auch der Name „Rehböckchen“ verbreitet.

Merkmale[Bearbeiten]

Mit einem Gewicht von 20 kg und einer Schulterhöhe von 75 cm ist das Rehböckchen eine kleine und grazile Antilope. Das Haarkleid ist oberseits grau, dick und wollig, auf der Unterseite weiß. Der Laufstil ist „schaukelpferdartig“. Die Rehantilope hat lange, schmale Ohren und eine große, schwarze Nase, die geschwollen wirkt. Ausschließlich Männchen tragen schlanke, gerade Hörner.

Verbreitung[Bearbeiten]

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet umfasste neben der Republik Südafrika und Lesotho auch Swasiland und das südliche Botswana. Heute halten sich die Tiere im Allgemeinen in bergigen oder hügeligen Gebieten auf. So sind sie in den Naturschutzgebieten Bontebok und Giant’s Castle anzutreffen. Der natürliche Lebensraum umfasst aber auch Grassavannen, aus denen sie nur durch den Jagddruck zwischenzeitlich verschwunden waren.

Lebensweise[Bearbeiten]

Rehantilopen fressen Laub und Gras und tun sich auch an Getreidefeldern gütlich. Sie sind tagaktiv und bewegen sich als gute Springer über die Felsen. Im schnellen Lauf halten sie den Schwanz aufrecht, so dass dessen leuchtend weiße Unterseite einem Verfolger offenbart wird.

Die Rehantilope lebt in Rudeln, mit einem Männchen und mehreren Weibchen und deren Nachkommen. Das Männchen verteidigt die im Schnitt zehnköpfige Gruppe gegen Eindringlinge. Dabei werden sie oft sehr aggressiv und können mit ihren scharfen Hörnern ihre Geschlechtsgenossen gefährlich verletzen oder sogar töten. Auch Angriffe auf Schafe und Ziegen sind bezeugt. Ein Gruppenmitglied hält stets Wache, während die anderen fressen.

Taxonomie[Bearbeiten]

Nur wenige Hornträger haben im Bezug auf die systematische Stellung eine wechselhaftere Vergangenheit als die Rehantilope. George Gaylord Simpson sah sie anfänglich als einen kleinen Verwandten der Wasser- und Riedböcke,[2] im weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts wurde sie den Gazellenartigen oder den Ziegenartigen, teilweise auch den ursprünglich weiter gefassten Böckchen zugeordnet beziehungsweise bildete ihre eigene Tribus oder Unterfamilie (Peleini oder Peleinae). Erst im Übergang zum 21. Jahrhundert erbrachten neue morphologische und genetische Studien Hinweise auf eine sehr nahe Verwandtschaft mit den Wasser- und Riedböcken, wie es anfangs angedacht war.[3][4] Don E. Wilson und DeeAnn Reeders Mammal Species of the World (2005) schließlich ordnet sie in die Reduncinae ein, später wurde die Unterfamilie auf den Rang einer Tribus verschoben (Reduncini).[5]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.iucnredlist.org/details/16484/0
  2. George Gaylord Simpson: The Principles of Classification and a Classification of Mammals. Bulletin of the American Museum of Natural History 85, 1945, S. 1–350 (S. 159)
  3. Alexandre Hassanin, Emmanuel J. P. Douzery: The Tribal Radiation of the Family Bovidae (Artiodactyla) and the Evolution of the Mitochondrial Cytochrome b Gene. Molecular Phylogenetics and Evolution 13 (2), 1999, S. 227–243
  4. Peter Grubb: Genus Pelea Grey Rhebok. In: Jonathan Kingdon, David Happold, Michael Hoffmann, Thomas Butynski, Meredith Happold, Jan Kalina (Hrsg.): Mammals of Africa Volume VI. Pigs, Hippopotamuses, Chevrotain, Giraffes, Deer and Bovids. Bloomsbury, London, 2013, S. 120–606 (S. 416)
  5. Colin P. Groves, David M. Leslie Jr.: Family Bovidae (Hollow-horned Ruminants). In: Don E. Wilson, Russell A. Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. Volume 2: Hooved Mammals. Lynx Edicions, Barcelona 2011, ISBN 978-84-96553-77-4, S. 682

Weblinks[Bearbeiten]

  • Pelea capreolus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2006. Eingestellt von: Castley et al, 2003. Abgerufen am 12. Mai 2006