Reinhard Junge

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Reinhard Junge in Weimar, Oktober 2011

Reinhard Junge (* 22. Oktober 1946 in Dortmund) ist ein deutscher Autor von Kriminalromanen und war Mitbegründer der SDAJ.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Junge besuchte ab 1957 das Gymnasium in Dortmund, wo er erste Satiren für die Schülerzeitung und 1965 den ersten Versuch eines Romans verfasste. Er erlangte 1966 das Abitur und fing ein Studium an der Ruhr-Universität Bochum an, wurde aber 1967 von der Bundeswehr zum Wehrdienst im Panzergrenadierbataillon 191 in Ahlen eingezogen. Dort wurde er für 14 Tage inhaftiert, weil er in Uniform zur Gründung der SDAJ aufgerufen hatte.[1] Junge war 1968 Mitbegründer der SDAJ. Gleichzeitig war er Mitarbeiter am sozialistischen Jugendmagazin elan. Ende 1968 führte er das Germanistik- und Russisch-Studium an der Ruhr-Universität fort. Sein Lehramtsreferendariat absolvierte er in Hattingen.[2]

Aufgrund der Mitgliedschaft in der DKP fiel er 1978 unter den Radikalenerlass, konnte aber ab 1979 schließlich, auch mit Hilfe sozialdemokratischer Genossen, die wussten, dass sein Vater in einem Konzentrationslager inhaftiert gewesen war, in Wattenscheid als Lehrer arbeiten. Bis heute ist er politisch in der Antifa aktiv. Heute lebt Junge in Bochum und unterrichtete zwischen 1979 und Anfang 2012 an der Hellweg-Schule Bochum-Wattenscheid Deutsch und Latein. Er hat drei Kinder.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1971 veröffentlichte er eine kritische Auseinandersetzung über seine Bundeswehrzeit. 1978 erschien das erste von vier Büchern über die Neonaziszene, für das er auch undercover recherchiert hatte. Sein erster Kriminalroman Klassenfahrt erschien 1985 und hatte seitdem diverse Nachauflagen. Gemeinsam mit Leo P. Ard (alias Jürgen Pomorin) schuf er das Video-Team PEGASUS aus Dortmund, das seit 1988 im Ruhrgebiet in Kriminalromanen tätig ist. Auch in seinen Kriminalromanen greift Junge häufig gesellschaftliche Themen und Entwicklungen auf oder nimmt regionale Personen und Ereignisse als Vorbilder bzw. Motive. So diente der langjährige Bürgermeister von Datteln, Horst Niggemeier, als Vorbild für die Krimiserie um das Ekel von Datteln. Durch ihre „Ekel“-Romane entfachten Junge und Leo P. Ard in Datteln und Umgebung mehrere Provinzskandale. Seit 2014 schreibt er gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Christiane Bogenstahl. 2016 erschien der erste gemeinsame Roman Datengrab, dessen Handlung 2018 mit Seelenamt fortgeführt wird.

Neben den Romanen entstanden etliche Beiträge für Krimi-Anthologien. Drei seiner Romane wurden für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert.

Bibliographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autor von Krimis in Anthologien:

als Mitherausgeber:

  • mit Hans-Jürgen Kawalun: Grünzeug. Stories vom Bund. Anthologie. Weltkreis-Verlag, Dortmund 1983, ISBN 3-88142-299-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Reinhard Junge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hinweis in Biographie in: Tausend Berge, Tausend Abgründe.
    Thomas Meiser: Wenn der rote Gymnasiallehrer erzählt. Auf der Website des Autors, 5. August 2002, abgerufen am 11. April 2018.
  2. Nach Pressemitteilung des Verlages zu Achsenbruch.