René Giessen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

René Giessen, eigentlich Rainer Gernert (* 1944) ist ein deutscher Musiker, Komponist und Dirigent. Er ist weltweit einer der berühmtesten Mundharmonikaspieler und spielt unter anderem in Konzerten die bekannten Filmmusiken zu den Winnetou-Filmen. Die Originalmusik wurde jedoch vom Jazzmusiker Johnny Müller eingespielt. Heute lebt Giessen in Maierhöfen im Allgäu.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in seiner Kindheit wählte der Waldorfschüler Giessen die Mundharmonika als sein Instrument. Entdeckt wurde er schließlich vom Stardirigenten Rafael Kubelík, auf dessen Rat hin er klassische Klarinette sowie Komposition und Dirigieren an der Hochschule für Musik und Theater München studierte. Nach jahrzehntelangen Erfolgen als Soloklarinettist in diversen symphonischen Orchester kehrte er jedoch wieder zur Mundharmonika zurück. Für diese entwickelte er ein eigenes Notationssystem, das "happy harmonica - System", das durch Punkte und Striche anzeigt, wie man durch Ein- und Ausatmen Töne erzeugt. Nach Giessens eigener Aussage kann anhand dieses Systems jeder auch ohne Notenkenntnisse innerhalb weniger Minuten ein erstes Lied auf der Mundharmonika erlernen.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Giessen behauptet, im Jahre 1968 von einem Münchner Tonstudio angefragt worden zu sein, eine Filmmusik mit seiner Mundharmonika zu verfeinern. Giessen sagte zu und spielte innerhalb von 45 Minuten mehrere Versionen ein. Einige Monate später war er dann selbst überrascht von der Popularität, die diese Filmmusik erhielt: Es handelte sich um Ennio Morricones "Spiel mir das Lied vom Tod". Den Angaben des Filmes zufolge ist jedoch die Melodie, die schließlich im Film zu hören ist, nicht Giessens Version, sondern eine, die von Franco de Gemini eingespielt wurde. Seit mehreren Jahren dauert ein Rechtsstreit an, in dem entschieden werden soll, ob Giessen weiterhin behaupten darf, er habe die Melodie eingespielt. Ennio Morricone selbst bestätigte, dass die im Film verwendete Fassung von de Gemini stammt.

Außerhalb des Studios war Giessen ebenfalls oft aktiv, er spielte Soloparts mit vielen renommierten Orchestern, darunter die Berliner Philharmoniker, die Münchner Philharmoniker, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, die NDR Radiophilharmonie oder das Frankfurter Opern- und Museumsorchester.

Als Autor und Pädagoge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit seinem "happy harmonica"-System bildet Giessen auch junge Menschen an der Mundharmonika aus. Dafür hat er auch Schulen herausgegeben. Seine bekanntesten Werke sind:

Im Jahre 2005 gründete er außerdem in seiner Heimat Maierhöfen eine Sommerakademie für hochbegabte Klarinettisten, in der die Klarinette Jahr für Jahr in Beziehung zu anderen Instrumenten gestellt wird.

Als Komponist[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auswahl der Werke Giessens:

  • "Help, Help the Globulinks", gewidmet dem amerikanischen Komponisten Giancarlo Menotti
  • Flötenkonzert "The Bird"
  • Windjammersuite für großes Orchester
  • Der Eisenhans, sinfonische Dichtung für großes Orchester
  • Violinkonzert "Jennysey Concerto"
  • Rhapsodie für Klarinette und Streichorchester "Mandragora".

Instrument[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Giessen spielt hauptsächlich eine Chromatik de luxe der Firma C. A. Seydel Söhne.

Quellen und Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]