Renate Brauner

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Renate Brauner 2014

Renate Brauner (* 23. Oktober 1956 in Wien) ist eine österreichische Politikerin der Wiener SPÖ. Sie war von 2007 bis 2015 Landeshauptmann-Stellvertreterin und Vizebürgermeisterin in Wien. Von 1996 bis Mai 2018 war sie amtsführende Stadträtin in Wien.

Kommunalpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die studierte Ökonomin war von 1983 bis 1990 Mitglied der Bezirksvertretung des 5. Wiener Gemeindebezirks, Margareten, und von 1990 bis 1996 Gemeinderätin und Abgeordnete zum Wiener Landtag.

Von 1996 bis Mai 2018 war sie als amtsführende Stadträtin Mitglied des Stadtsenates und der Landesregierung. Von 1996 bis 2004 war sie für Integration, Frauenfragen, Konsumentenschutz und Personal zuständig, 2001 übernahm sie zusätzlich die Zuständigkeit für die Feuerwehr. Von Juli 2004 bis Jänner 2007 war sie amtsführende Stadträtin für Gesundheit und Soziales.

Nach der Pensionierung des langjährigen Stadtsenatsmitgliedes Vizebürgermeister Sepp Rieder wurde sie ab dem 22. Jänner 2007 amtsführende Stadträtin für Finanzen, Wirtschaftspolitik und Wiener Stadtwerke (siehe Landesregierung und Stadtsenat Häupl IV) und von 2007 bis 2015 Vizebürgermeisterin der Stadt Wien, somit gleichzeitig Landeshauptmann-Stellvertreterin des Landes Wien.

Brauner war ab dem 23. März 2007 auch Präsidentin des Wiener Tourismusverbandes.[1] Als Stadträtin trat sie gleichzeitig mit Bürgermeister Michael Häupl zurück, als Finanz- und Wirtschaftsstadtrat folgte ihr mit 24. Mai 2018 Peter Hanke nach.[2] Nach ihrem Ausscheiden aus der Landesregierung wurde sie Bevollmächtigte der Stadt Wien für Daseinsvorsorge und Kommunalwirtschaft.[3][4] Als Präsident von WienTourismus folgte ihr mit 19. Juni 2018 ebenfalls Peter Hanke nach.[5]

Parteifunktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Renate Brauner ist seit 1997 Vorsitzende der Wiener SPÖ-Frauen, stellvertretende Vorsitzende der Bundesfrauenorganisation der SPÖ, stellvertretende Landesparteivorsitzende der Wiener SPÖ und stellvertretende Bundesparteivorsitzende der SPÖ.

Von 1989 bis 1994 war sie Landesfrauensekretärin der SPÖ Wien und von 1994 bis 1996 Landesparteisekretärin der SPÖ Wien. Von 1998 bis April 2009 war sie Vorsitzende der SPÖ Margareten.[6]

Weitere Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2001 fungiert Brauner als Präsidentin des Vereins „Die Helfer Wiens“ (ehem. Wiener Zivilschutzverband). Seit 2005 ist sie stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums des Fußballklubs SK Rapid Wien.

Seit 16. November 2011 ist sie Präsidentin des Verbandes der Öffentlichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft Österreichs (VÖWG). In dieser Funktion löste sie Christian Oxonitsch ab.[7]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 6. Dezember 2007 ernannte Papst Benedikt XVI. sie zur Komturdame des Päpstlichen Ritterordens des heiligen Gregors des Großen.[8] Der Orden wurde ihr am 25. Juni 2008 durch den Wiener Erzbischof, Kardinal Schönborn, überreicht.

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brauner war frühere Lebensgefährtin des damals noch jungen Politikers und späteren Langzeitbürgermeisters Michael Häupl. Die enge Freundschaft soll laut Medienberichten bis heute bestehen, nur „auf wenige Menschen kann sich“, so die „Wiener Zeitung“ im Oktober 2010, „Häupl so blind verlassen wie auf seine Stellvertreterin.“[9]

Weiters wurde Brauner regelmäßig als potentielle Kandidatin erwähnt, wenn darüber spekuliert wurde, wer die Nachfolge Häupls, der 1994 bis 2018 als Bürgermeister amtierte, antreten könnte. Von Gegnern wurden seit etwa 2010 immer wieder Gerüchte, Brauner könnte zurücktreten, lanciert; zu diesen Gerüchten trugen Berichte der Wiener Kronen-Zeitung bei, in denen Brauner kritisiert wurde, obwohl die Stadtverwaltung in diesem Blatt nach wie vor oft und umfangreich inseriert. Die Gerüchte um Brauners Abgang hatten sich verstärkt, seit Häupl den Wiener Parteivorsitz Anfang 2018 an seinen designierten Nachfolger Michael Ludwig weitergab. Sie gab aber auf zahlreiche Fragen von Journalisten diesbezüglich bis zur Präsentation Ludwigs im Mai 2018 keine endgültige Antwort.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Meldung der Rathauskorrespondenz der Stadt Wien vom 23. März 2007
  2. orf.at: Häupl übergibt an Ludwig. Artikel vom 24. Mai 2018, abgerufen am 24. Mai 2018.
  3. orf.at: Brauner wird Beraterin für Daseinsvorsorge. Artikel vom 14. Mai 2018, abgerufen am 16. Mai 2018.
  4. Kurier: Kritik am neuen Posten für Renate Brauner. Artikel vom 15. Mai 2018, abgerufen am 16. Mai 2018.
  5. Stadtrat Peter Hanke neuer Präsident des WienTourismus. Artikel vom 20. Juni 2018, abgerufen am 22. Juni 2018.
  6. Lebenslauf von Renate Brauner auf wien.gv.at. Abgerufen am 10. Mai 2012.
  7. Brauner übernimmt Präsidentschaft des VÖWG. In: Pressemeldung der Rathauskorrespondenz, 17. November 2011. Abgerufen am 10. Mai 2012.
  8. AAS 100 (2008), n. 9, p. 671.
  9. Rosemarie Schwaiger: Wiener SPÖ: Eine schrecklich nette Familie. In: Tageszeitung Die Presse, Wien, Printausgabe, 10. Oktober 2010. Abgerufen am 10. Mai 2012.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Renate Brauner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien