Restant (Bundeswehr)

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Restanten waren wehrpflichtige Ärzte, Zahnärzte, Veterinäre und Apotheker im Sanitätsdienst der Bundeswehr, sowie auch vereinzelt Ingenieure bestimmter Fachrichtungen. Sie wurden bis zum Abschluss ihres berufsqualifizierenden Studiums von der Ableistung des Wehrdienstes zurückgestellt, um nachfolgend als „Spätberufene“ mit qualifikationsbedingt höherem Dienstgrad (meist als Offiziere des Fachdienstes) eingezogen zu werden.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um dem Mangel an Sanitätsoffizieren zu begegnen, wurde das Wehrpflichtgesetz Ende der 1960er Jahre dahingehend ergänzt, dass Medizin- und Zahnmedizinstudenten ihrer Wehrpflicht von damals achtzehn Monaten erst nach dem Studium nachzukommen brauchten. Pro Jahr wurden etwa 1200 Restanten als Spätberufene der Wehrpflicht eingezogen.[2]

Nach einem vierwöchigen Einweisungskurs an der Sanitätsakademie der Bundeswehr in München wurden sie in die taktischen Grundlagen des Sanitätsdienstes eingewiesen und vor allem als Truppenärzte eingesetzt.

Ein gewollter Nebeneffekt der großen Anzahl so nach dem Wehrdienst ausscheidender Kurzdienender war es, die Sicherstellung der Aufwuchs- und Ersatzfähigkeit der Bundeswehr durch eine große Anzahl zur Verfügung stehender hochspezialisierter Reserveoffiziere zu gewährleisten.

Nach Öffnung der Laufbahn der Sanitätsoffiziere für Medizinstudenten und dem Ende des Kalten Krieges entfiel die Notwendigkeit der Restantenregelung und sie wurde im Jahre 1993 abgeschafft.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Weißbuch 1971/1972 zur Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland und zur Entwicklung der Bundeswehr Drucksache VI/2920, 1971, Fachausdrücke, Restanten, S. 219 des Originaldokumentes / S. 229 des Digitaldokumentes; Website des Deutschen Bundestags. Abgerufen am 14. Juni 2019.
  2. Weißbuch 1971/1972 zur Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland und zur Entwicklung der Bundeswehr Drucksache VI/2920, 1971, Entwicklung der Bundeswehr, Soldaten, Freiwillige, Aufkommen und Bedarf, Offiziere, Ziff. 60 (Sanitätsoffiziere), S. 56 f. des Originaldokumentes / S. 66 f. des Digitaldokumentes; Website des Deutschen Bundestags. Abgerufen am 14. Juni 2019.