Rib-Addi

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Brief von Rib-Addi an den Pharao, Louvre Museum

Rib-Addi war ein König von Byblos, der ca. 1375 bis 1355 v. Chr. regierte. Er ist ausschließlich aus der sog. Amarna-Korrespondenz bekannt. Über 60 Briefe an die ägyptischen Könige Amenophis III. und Echnaton sind von ihm erhalten (davon allerdings einige doppelt). Diese informieren über die politische Situation dieser Zeit im Libanon und berichten hauptsächlich von Kämpfen der einzelnen Staaten in dieser Region. Hauptfeinde von Rib-Addi waren Abdi-Aschirta und dessen Sohn Aziru von Amurru. Rib-Addi fragte mehrmals bei beiden ägyptischen Königen um Hilfe nach, nachdem er Teile seines Herrschaftsgebietes verloren hatte. Aus den Amarnabriefen geht hervor, dass er zumindest unter Amenophis III. Hilfe erhielt. Rib-Addi war der erste Herrscher, von dem überliefert ist, dass er Scherden-Söldner, wahrscheinlich als Leibgarde, unterhielt.[1] Die Scherden (auch Schardana), deren Herkunft strittig ist, werden zu den sogenannten Seevölkern gezählt und waren im 14. und 13. Jahrhundert v. Chr. als Söldner bei levantinischen Herrschern begehrt; sie dienten unter Ramses II. auch im ägyptischen Heer.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • J. A. Knudtzon: Die el-Amarna-Tafeln, Neudruck der Ausgabe von 1914, Otto Zeller Verlag, Aalen 1964.
  • William L. Moran: Les lettres d’ el Amarna, Les Editions du cerf, Paris 1987.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. August Strobel: Der spätbronzezeitliche Seevölkersturm: ein Forschungsüberblick mit Folgerungen zur bibl. Exodusthematik (= Beihefte zur Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft. Band 145). De Gruiter, Berlin 1976, ISBN 978-3-11-006761-3, S. 190.
  2. Gustav Adolf Lehmann: Die ‚politischen-historischen‘ Beziehungen der Agäis-Welt des 15.–13. Jhs. v. Chr. zu Vorderasien und Ägypten: einige Hinweise. In: Joachim Latacz (Hrsg.): Zweihundert Jahre Homerforschung. Rückblick und Ausblick (= Colloquium Rauricum. Band 2). Teubner, Stuttgart 1991, ISBN 978-3-519-07412-0, S. 114 f.