Richard-Wagner-Platz (Leipzig)

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Der Richard-Wagner-Platz mit Neubau der Blechbüchse als Teil der Höfe am Brühl im April 2014

Der Richard-Wagner-Platz ist ein Platz in Leipzig im Nordwesten der Leipziger Innenstadt. Der Platz ist nach dem Komponisten Richard Wagner benannt, dessen Geburtshaus sich in der Nähe befand.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Platz am Ranstädter Tor, hier links innerhalb der Stadtmauer auf einem Stich von Matthäus Merian um 1650

Auf dem Gelände des Richard-Wagner-Platzes befand sich im 10. Jahrhundert der slawische Markt der Siedlung Lipsk, von dem aus sich die Stadt Leipzig entwickelte. Der Platz lag an der Kreuzung der von Merseburg kommenden und weiter nach Meißen führenden Via Regia zur Via Imperii, einer alten Reichsstraße, später Hainstraße. Am Südende der Ostseite des Platzes beginnt der Brühl, eine alte Straße, in der sich besonders Händler von Rauchwaren und Textilien niederließen. An der Ecke zum Brühl endet die Hainstraße. Südlich daneben beginnt die Große Fleischergasse, deshalb hieß der Platz vormals Fleischerplatz.[1]

Am Westende der Südwestseite begann die Töpferstraße. Bis 1822 war der Platz im Norden und Westen begrenzt durch das Ranstädter Tor. Es war eines der vier Stadttore von Leipzig und bildete den Stadtausgang nach Westen. Mit dem Abbruch der Stadtmauer vergrößerte sich der Platz optisch nach Westen. Im Norden blieb der Platz begrenzt durch das 1766 auf den Fundamenten der Ranstädter Bastei erbaute Alte Theater, auch Komödienhaus. Nach 1839 trug der Platz den Namen Theaterplatz.[2]

Rechts das Alte Theater mit dem Theaterplatz

Die Lindenauer Straßenbahntrasse (zunächst eine Pferdebahn, später Straßenbahn), überquerte ab dem 22. Juli 1882 den Platz diagonal, kreuzte dabei vom Brühl kommend die Gleise der Ring-Straßenbahntrasse und bog in den Ranstädter Steinweg ein. Die Strecke wurde am 20. Juli 1964 stillgelegt.

Der Friedrich-Engels-Platz mit der Fußgängerbrücke 1973

Am 22. Mai 1913, dem 100. Geburtstag des im Brühl 1 geborenen Komponisten und Kapellmeisters Richard Wagner, wurde der Theaterplatz in Richard-Wagner-Platz umbenannt. Wagners Geburtshaus lag an der Ecke Brühl/Theaterplatz. Es wurde 1886 abgerissen, an der Stelle entstand später das Kaufhaus Brühl.

Während des Zweiten Weltkriegs, in der Nacht vom 3. auf den 4. Dezember 1943, zerstörte ein britischer Luftangriff viele umliegende Gebäude, darunter auch das Alte Theater. Der Platz vergrößerte sich dadurch optisch bis zum Ring-Messehaus.

Am 24. August 1973 wurde eine Fußgängerüberführung über den Platz bis zum Ring-Messehaus freigegeben. Die 360 Tonnen schwere Brücke hatte eine Gesamtlänge von 78 Metern und verband die Dr.-Kurt-Fischer-Straße (seither Pfaffendorfer Straße) mit dem Brühl. Die Überführung musste in den Spitzenzeiten über 6000 Personen je Stunde aufnehmen. Die Brücke wurde 2004 abgerissen.

Das Haus Großer Blumenberg

Der Platz wird in seiner unregelmäßigen Form vom Goerdelerring und vom Tröndlinring im Nordwesten durch eine schmale Grünanlage abgetrennt. Darin ist das Hahnemanndenkmal aufgestellt. Im Süden grenzt das klassizistische Gebäude Großer Blumenberg an den Platz. Der Brühl, die Hainstraße und die Große Fleischergasse begrenzen den Platz im Südosten.

Aufgrund dessen, dass der Platz regelmäßig Ort von Versammlungen des Leipziger PEGIDA-Ablegers LEGIDA war, wurde Ende 2015 von entgegengesetzten Interessengruppen eine Petition zur erneuten Umbenennung des Platzes in „Refugees Welcome-Platz“ initiiert.[3] Diese Initiative wurde jedoch nicht umgesetzt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Richard-Wagner-Platz im Leipzig-Lexikon
  2. Altes Theater bei Leipziger Notenspur
  3. http://www.lvz.de/Leipzig/Stadtpolitik/Leipzigs-Gruene-unterstuetzen-Initiative-fuer-Refugees-Welcome-Platz

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Richard-Wagner-Platz – Sammlung von Bildern

Koordinaten: 51° 20′ 36″ N, 12° 22′ 20″ O