Riesengebirgslied

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Das Riesengebirgslied, auch Riesengebirglers Heimatlied („Blaue Berge, grüne Täler“) wurde von Othmar Fiebiger (1886–1972; Text) und Vinzenz Hampel (1880–1955; Melodie) geschrieben.

Othmar Fiebiger dichtete die erste Strophe der Dialektfassung des Textes 1911 während eines Aufenthaltes auf der Peterbaude im Riesengebirge.[1][2] Bis 1914 erweiterte Fiebiger den Text auf eine vierstrophige Fassung, die in der Festschrift des Trautenauer Gesangsvereins „Harmonie“ erstmals in gedruckter Form erschien.[1][3] Vinzenz Hampel schuf die Vertonung, die erstmals im März 1915 aufgeführt wurde. Nach seiner Veröffentlichung auf Liedpostkarten verbreitete es sich als volkstümliche Weise sehr schnell in ganz Schlesien.[4] Aufgrund des Erfolgs schuf Fiebiger eine hochdeutsche Textfassung, die 1920 in das Liederbuch des Deutschen Sängerbunds aufgenommen wurde.[1]

Während seiner Geschichte wurde mehrmals die öffentliche Aufführung, teilweise sogar der Druck und die Veröffentlichung verboten. In der Tschechoslowakei nahm man seit 1920 Anstoß an dem Ausdruck „deutsches Gebirge“ im Refrain, doch auch im Nationalsozialismus wurde das Rübezahlbild des Hohenelber Malers Fritz Hartmann kritisiert, das alle Ausgaben schmückte; es entspreche nicht dem Bilde des Berggeistes, das im Volke lebe.

Das Lied war im Laufe der Jahre, bis zu seiner heutigen endgültigen Fassung, einigen Änderungen unterworfen. Bis 1945 betraf das vor allem den Refrain, der sich von „Riesengebirge, Riesengebirge“ über „Riesengebirge, Märchengebirge“ hin zu „Riesengebirge, deutsches Gebirge“ änderte. In der endgültigen Fassung wurde es ca. 1920 in diversen Heimatblättern abgedruckt.

Nach 1945 wurden durch die aus ihrer Heimat Schlesien Vertriebenen zwei zusätzliche Strophen angefügt. In dem erfolgreichen Heimatfilm Grün ist die Heide sang Kurt Reimann 1951 das Riesengebirgslied.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vinzenz Hampel: Die Geschichte des Liedes vom Riesengebirge. In: Hohenelber Heimatbüchlein. 1 (1949), S. 108–112.
  • Hans Pichler: Das Riesengebirgslied. In: Sudetenland. 48 (2006), ISSN 0562-5173, S. 183–190 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Friedrich Wilhelm Preuß: „Bloe Barche, griene Täla.“ Das Riesengebirgslied, die Hymne einer Region (= Woas die Stoare pfeifa. Bd. 16). Arbeitskreis Archiv für Schlesische Mundart in Baden-Württemberg, o. O. [Efringen-Kirchen] 2006 (online; PDF; 2,5 MB).
  • Thomas Wesseling: Verboten – und doch: Das Riesengebirgslied. In: Zeitenwende. 6 (1991), ISSN 0939-0618, S. 61–62.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Friedrich Wilhelm Preuß: „Bloe Barche, griene Täla.“ Das Riesengebirgslied, die Hymne einer Region (= Woas die Stoare pfeifa. Bd. 16). Arbeitskreis Archiv für Schlesische Mundart in Baden-Württemberg, o. O. [Efringen-Kirchen] 2006 (online; PDF; 2,5 MB).
  2. Rudolf Hemmerle: Sudetenland: Wegweiser durch ein unvergessenes Land. Flechsig, Würzburg 2002, ISBN 3-88189-440-3, S. 339 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
    Hans Pichler: Das Riesengebirgslied. In: Sudetenland. 48 (2006), ISSN 0562-5173, S. 183–190 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Konrad Werner: Das Riesengebirgslied, die Hymne einer Region. „Bloe Barche, griene Täla“ [Rezension]. In: Schlesische Nachrichten 17/2006, S. 14 (online (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive); PDF; 630 kB)
  4. Annelie Kürsten: Wie klingt Heimat? Musik/Sound und Erinnerung. In: Elisabeth Fendl (Hrsg.): Zur Ästhetik des Verlusts. Bilder von Heimat, Flucht und Vertreibung. Referate der Tagung des Johannes-Künzig-Instituts für ostdeutsche Volkskunde 8.–10. Juli 2009 (= Schriftenreihe des Johannes-Künzig-Instituts. Band 12). Waxmann, Münster 2010, ISBN 978-3-8309-2486-9, S. 253–278, hier S. 265 f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Filmausschnitt: Riesengebirgslied gesungen von Kurt Reimann auf YouTube