Deutscher Sängerbund

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Sängerfesthalle im Sommer 1887 auf dem Burgfeld zu Lübeck zum 25-jährigen Jubiläum des DSB
Umzug zum Sängerbund-Fest 1928 in Wien
125 Jahre Deutscher Sängerbund: deutsche Briefmarke von 1987

Der Deutsche Sängerbund (DSB) wurde am 21. September 1862 u. a. von Carl Gerster in Coburg gegründet und war der weltgrößte Laienchorverband. Als eigenständiger Verband existierte er bis zum Jahr 2005 und vereinigte 1,8 Millionen Mitglieder in nahezu 22.000 Chören sowie an Chören angeschlossenen Instrumental- und Tanzgruppen in Deutschland und im Ausland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sängerbundfeste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1865 fand in Dresden das erste Deutsche Sängerbundfest statt. An dem viertägigen Fest nahmen etwa 16.000 Sänger teil. In einer extra errichteten, 155 Meter langen und 70 Meter breiten Festhalle fanden 20.000 Besucher Platz. 200.000 Besucher begleiteten einen Festumzug von der Innenstadt zum Festgelände unterhalb der Waldschlößchen-Brauerei. Insgesamt besuchten 300.000 Menschen die Veranstaltungen des Festes.[1]

Beim Fest wurde der Versuch unternommen, einen Dachverband Akademischer Gesangvereine und Liedertafeln zu gründen. Erster Vorsitzender des BSD wurde Otto Elben.

Liste der Sängerbundesfeste:

  1. Deutsches Sängerbundesfest, 1865 in Dresden
  2. Deutsches Sängerbundesfest, 1874 in München
  3. Deutsches Sängerbundesfest, 1882 in Hamburg
  4. Deutsches Sängerbundesfest, 1890 in Wien
  5. Deutsches Sängerbundesfest, 1896 in Stuttgart
  6. Deutsches Sängerbundesfest, 1902 in Graz
  7. Deutsches Sängerbundesfest, 1907 in Breslau
  8. Deutsches Sängerbundesfest, 1912 in Nürnberg
  9. Deutsches Sängerbundesfest, 1924 in Hannover
  10. Deutsches Sängerbundesfest, 1928 in Wien
  11. Deutsches Sängerbundesfest, 1932 in Frankfurt am Main
  12. Deutsches Sängerbundesfest, 1937 in Breslau
  13. Deutsches Sängerbundesfest, 1951 in Mainz
  14. Deutsches Sängerbundesfest, 1956 in Stuttgart
  15. Deutsches Sängerbundesfest, 1962 in Essen
  16. Deutsches Sängerbundesfest, 1968 in Stuttgart
  17. Chorfest des Deutschen Sängerbundes, 1976 in Berlin
  18. Chorfest des Deutschen Sängerbundes, 1983 in Hamburg
  19. Chorfest des Deutschen Sängerbundes, 1992 in Köln
  20. Chorfest des Deutschen Sängerbundes, 2003 in Berlin

Nach dem Übergang in den Deutschen Chorverband 2005 endet die lange Tradition der Sängerbundfeste. An ihre Stelle tritt das Deutsche Chorfest, das 2008 in Bremen, 2012 in Frankfurt am Main und 2016 in Stuttgart durchgeführt wurde.

Übergang in den Deutschen Chorverband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 26. Februar 2005 beschloss der Sängertag des Deutschen Sängerbundes die Verschmelzung mit dem Deutschen Allgemeinen Sängerbund zum Deutschen Chorverband. Nachdem am nächsten Tag der Sängertag des Deutschen Allgemeinen Sängerbundes der Vereinigung zugestimmt hatte, wurde am 28. Februar der neue Verband gegründet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedhelm Brusniak (Würzburg): Der Deutsche Sängerbund und das „deutsche“ Lied (o.O., o.D.), herunterladbar als PDF-Dokument von der Seite der Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften der Universität Leipzig

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Monika Dänhardt und Kathleen Goldammer: Wie Dresden Stadt der Chöre wurde. In: Sächsische Zeitung. 24. Januar 2015 (kostenpflichtig online [abgerufen am 4. März 2015]).